Physische Erkrankungen sind mit den längsten Ausfallzeiten verbunden. Das geht aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor für die die Daten von etwa 14,9 Millionen erwerbstätigen AOK-Versicherten ausgewertet wurden. Im Schnitt kommen bei Diagnosen aus dem Bereich "Psychische und Verhaltensstörungen" auf einen Fall 28,5 Arbeitsunfähigkeitstage. Zum Vergleich: Bei Atemwegserkrankungen sind es 57,7 AU-Tage je Fall.
Zahlen der DAK für das Vorjahr unterstreichen die Dimensionen des Themas: Die Krankenkasse meldete für das Jahr 2024 323 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Versicherte, die auf psychische Erkrankungen zurückzuführen waren - bei Frauen sind es 431, bei Männern 266 Fehltage. Damit hat sich die Anzahl der AU-Tage seit der Jahrtausendwende fast verdreifacht. In den Top 10 der Erkrankungen mit den meisten Fehltagen liegen psychische Leiden - hinter Krankheiten des Atmungs- (382 Fehltage je 100 Versicherte) und des Muskel-Skelett-Systems (350) - auf dem dritten Rang.
Die Versorgung dieser Patient:innen könnte laut Bundespsychotherapeutenkammer künftig bedroht sein, wie unter anderem das ZDF berichtet. Dabei geht es um die im Reformpaket der Bundesregierung vorgesehenen Streichung der sogenannten Angemessenheitsprüfung zur Vergütung psychotherapeutischer Leistungen. Dazu Andrea Benecke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer: "Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz droht, psychotherapeutischen Praxen die wirtschaftlichen Grundlagen zu entziehen."




















