Obwohl die Nutzung von Direktbanken erst seit den 00er Jahren als massentaugliche Alternative zu klassischen Filialbanken wahrgenommen wird, wird die erste Bank ohne physischen Kundenkontakt schon 1965 in Frankfurt gegründet. Die Bank für Spareinlagen und Vermögensbildung kommunizierte per Brief – und ist in umgewandelter Form auch heute noch als ING auf dem Markt. Laut der Statista Consumer Insights ist Deutschlands älteste gleichzeitig auch die beliebteste Direktbank. 11 Prozent der Befragten erledigen ihre Bankgeschäfte bei der ING.
Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass neuere Direktbanken oder sogenannte Neobanken andere alteingesessene Angebote inzwischen ein- und überholt haben. Revolut, dass in Deutschland 2017 an den Start ging, hat demnach inzwischen mehr Kunden als die DKB, die seit den Neunzigern Direktbanking anbietet. Genauso viele Befragte wie angaben, die DKB zu nutzen, nutzen auch die neueren Services von Trade Republic und N26, die seit 2013 bzw. 2019 kostenlose Kontoführung anbieten. Das direkte Angebot der Commerzbank, Comdirect, dass es seit 1994, blieb mit 5 Prozent Nutzer:innen noch ein kleines bisschen weiter zurück.
Der größte Unterschied zwischen klassischen Direktbanken und Neobanken ist der Weg der Kontaktaufnahme und Nutzung der Dienste. Neobanken operieren ausschließlich online und ohne Filialnetz, während manche Direktbanken an bestehende klassische Kreditinstitute angeschlossen sind und mit ihren Kund:innen per Brief, Telefon oder Mail kommunizieren. Laut der Deutschen Bundesbank gab es Ende 2024 1.368 Banken in Deutschland. Der Großteil davon waren Kreditgenossenschaften, gefolgt von Sparkassen und Regional- und Wertpapierhandelsbanken. Eine gesonderte Ausweisung von Direkt- und Neobanken findet seitens der Deutschen Bundesbank nicht statt.














