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Daten und Fakten zum Thema Neo-Banken

In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Online-Banking-Nutzer:innen in Deutschland stetig gestiegen. Angeboten wird Online-Banking entweder von den traditionellen Banken als Ergänzung zum Besuch einer Filiale oder von sogenannten Direktbanken, die ihre Dienstleistungen ausschließlich online anbieten. Zu diesen Direktbanken zählen auch die Neo-Banken bzw. Challenger-Banken. Im Gegensatz zu den traditionellen Banken verfügen Direkt- wie dementsprechend auch Neo-Banken über kein stationäres Filialnetz. Kund:innen einer Neo-Bank wickeln ihre Bankgeschäfte (wie z.B. die Eröffnung und das Führen eines Girokontos) in der Regel über eine App auf dem Smartphone ab. Aus diesem Grund werden diese Unternehmen auch oft als Smartphone-Banken bezeichnet. Allgemein kann zwischen Unternehmen, die über eine eigene Banklizenz verfügen und solchen, die ohne eigene Lizenz mit traditionellen Banken zusammenarbeiten, unterschieden werden.

Der wichtigste deutsche Player ist N26

Ein Unternehmen, das über eine solche eigene Banklizenz verfügt, ist die Berliner Neo-Bank N26. Das FinTech wurde im Jahr 2013 gegründet, zwei Jahre später folgte mit der Einführung eines kostenlosen Girokontos der Launch des ersten Produktes. Wiederum ein Jahr später erhielt man die zuvor erwähnte Banklizenz. Spezialisiert hat sich N26 auf die Kontoführung per Smartphone. Vor Erhalt der eigenen Banklizenz nutzte die Smartphone-Bank für die Abwicklung von Bankgeschäften die Lizenz und weitere Dienstleistungen der Wirecard Bank. Die Wirecard Bank AG ist eine Tochtergesellschaft des mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard.
Zu Beginn des Jahres 2020 zählte N26 weltweit bzw. in den derzeit 25 Ländern, in denen das Unternehmen seine App anbietet, etwa 5 Millionen Kund:innen. Damit hat das Unternehmen nach eigenen Angaben die Anzahl seiner Kund:innen innerhalb von etwa zwei Jahren mehr als verdoppelt. Zum Vergleich: Die Direktbank-Tochter der BayernLB DKB wies zum Ende des Jahres 2020 deutschlandweit rund 4,66 Millionen Kund:innen aus. Trotz dieses starken Kundenwachstums konnte N26 bisher nur rote Zahlen ausweisen – zuletzt erwirtschafte das Unternehmen einen Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 217 Milliarden Euro.

Welches sind die Wettbewerber von N26?

Einer der Hauptkonkurrenten von N26 in Europa ist das britsche FinTech Revolut. Dieses zählte zu Beginn des Jahres 2020 etwa doppelt so viele Kund:innen wie die Smartphone-Bank aus Berlin. Die in London ansässige Neo-Bank betreibt eine Banking-App, welche im Jahr 2015 gelauncht wurde. Seit September 2017 ist Revolut auch auf dem deutschen Markt aktiv. Wie der deutsche Konkurrent konnte auch Revolut bisher keine schwarze Zahlen schreiben. Für das Geschäftsjahr 2019 wies man sogar einen Verlust jenseits der 100-Millionen-Pfund-Grenze aus. Ähnliche Geschäftsverläufe weisen auch die weiteren Wettberber auf. Wie bei dem ebenfalls aus Großbritannien stammenden Banking-App-Anbieter Monzo stehen stetig wachsenden Umsatzerlösen auch stetig steigende Verluste gegenüber. Das im Jahr 2015 gegründete FinTech Monzo zählte zu Beginn des Jahres 2020 rund 3,9 Millionen Kund:innen. Heute operiert das Unternehmen als Neo-Bank, zunächst bot Monzo jedoch nur Prepaid-Debitkarten und eine zugehörige App zum Download an. Seit dem Jahr 2017 können Monzo-Kund:innen auch ein Girokonto eröffnen.
Weitere Wettbewerber sind beispielsweise die in Amsterdam ansässige Neo-Bank bunq, das ebenfalls britische FinTech Monese oder die Fidor Bank mit Sitz in München.

Bekanntheit & Nutzung von Neo-Banken

In Deutschland geht der Trend immer mehr hin zum Online- bzw. Mobile-Banking. Gemäß einer Befragung des Digitalverbands Bitkom nutzten im Jahr 2021 etwas mehr als 60 Prozent der Online-Banking-Nutzer:innen das Smartphone zur Abwicklung ihrer Bankgeschäfte. Sechs Jahre zuvor waren es noch etwa 34 Prozent. Hier schlummern allerdings noch einige Potentiale für die Neo-Banken, denn derzeit nutzen knapp 60 Prozent der Online-Banking-Nutzer:innen die mobile App ihrer Hausbank, lediglich etwa 11 Prozent nutzen die (kostenlose oder kostenpflichtige) App eines Drittanbieters. Für die - in Relation zu den traditionellen Banken – kurze Zeit, die diese Digitalbanken am Markt agieren allerdings zweifellos ein Achtungserfolg. Ebenso die Bekanntheit der relativ jungen Challenger-Banken ist durchaus bereits jetzt schon anerkennenswert, bietet aber auch gleichzeitig noch Steigerungsmöglichkeiten. An die 50 Prozent der deutschen Bankkund:innen gaben im Jahr 2019 an, eine der hierzulande aktuell führenden Neo-Banken zu kennen.
Befragt man Neo-Bank-Kund:innen zu den Gründen, warum sie die App eines solchen digitalen Newcomers zur Abwicklung ihrer Bankgeschäfte nutzen, so führen knapp ein Fünftel den Preis bzw. niedrige Kosten als Nutzungsgrund auf. Aber auch Look & Feel sowie die Benutzeroberfläche spielen eine wichtige Rolle, warum man sich für die Nutzung der App einer Challenger-Bank entschieden hat. Diese Entscheidungen sind allerdings nicht unwiderruflich – die klassischen Banken haben durchaus die Möglichkeit Neo-Bank-Nutzer:innen zurückzugewinnen. Gemäß einer Studie von Oliver Wyman würden rund zwei Drittel der Kund:innen einer Challenger-Bank wieder eine traditionelle Bank in Anspruch nehmen – vorausgesetzt, sie bietet ähnliche digitale Angebote und Preise wie die FinTechs an.



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