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Statistiken zu Österreich-Ungarn

Die kaiserliche und königliche (k.u.k.) Herrschaft des Hauses der Habsburger über die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn begann im Jahr 1867 und endete im Jahr 1918 nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Im Herrschaftsgebiet des Vielvölkerstaates lebten neben Deutschen und Ungarn noch viele weitere Volksgruppen, wie etwa Tschechen, Slowenen, Rumänen oder Italiener. Viele dieser Minderheiten waren slawischer Abstammung. Während der gesamten Existenz des Staates Österreich-Ungarn war dieser innenpolitisch von Instabilität und von vielen sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ungleichheiten geprägt. Diese Instabilität führte unter dem enormen Druck des Ersten Weltkrieges schließlich auch zum Zusammenbruch Österreich-Ungarns.

Die Doppelmonarchie an der Donau

Die Gründung der Doppelmonarchie erfolgte mit dem Österreich-Ungarischen Ausgleich (1867): Zuvor hatte das Kaiserreich Österreich im Deutschen Krieg (1866) gegen Preußen verloren und wurde in der später folgenden deutschen Reichsgründung im Jahr 1871 nicht in dieses aufgenommen. Dieser wirtschaftliche und politische Verlust verschärfte bereits vorher existierende Spannungen in Ungarn, welches sich unter der Herrschaft der Österreicher befand. Um ein Ausscheiden Ungarns und die damit verbundenen Konsequenzen verhindern zu können, räumten die Österreicher den Ungarn innenpolitisch Autonomie ein. Ungarn erhielt ein eigenes Parlament und war nur in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik von Wien abhängig. Das Oberhaupt beider Staaten blieb Offiziell Franz Jospeh aus dem Hause Habsburg als Kaiser von Österreich und König von Ungarn.

Bevölkerungsentwicklung im Herzen Europas

Österreich-Ungarn gehörte mit rund 53 Millionen Menschen zu Hochzeiten zu den bevölkerungsreichsten Ländern Europas, nur Russland und das Deutsche Reich hatten mehr Einwohner. In Zisleithanien, dem westlichen und österreichischen Teil des Landes, lebten ungefähr eineinhalbfach so viele Menschen als in der ungarischen Reichshälfte. Dabei nahm die Bevölkerung aufgrund der besseren Versorgung mit Nahrungsmitteln und der damit verbundenen Industrialisierung wie im übrigen Europa stark zu. Die größte dieser Bevölkerungsgruppen stellten die Ungarn und die Deutschen (Österreicher), jedoch lebten noch zahlreiche weitere Ethnien in großen Anteilen an der Gesamtbevölkerung in der Doppelmonarchie: Im westlichen Teil des Reiches waren rund 23 Prozent der Gesamtbevölkerung tschechischer Abstammung, rund 17 weitere Prozent hatten polnische Wurzeln.

Politik und Repräsentation im Vielvölkerstaat

Die angemessene Vertretung dieser verschiedenen Minderheiten des Vielvölkerstaates war jedoch nicht gegeben: Wichtige Positionen in der Verwaltung, dem Militär und in der Politik waren beinahe ausschließlich von Deutschen oder Ungarn besetzt. Den Angehörigen entsprechender Minderheiten blieben diese Tätigkeiten verwehrt. Auch im Parlament fand keine angemessene Repräsentation der einzelnen Minderheiten statt. Zumeist war der Anteil der Mandate einer Volksgruppe im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung stets kleiner, während der ungarische oder österreichische Teil stets verhältnismäßig höher ausfiel. Besonders starke Ausmaße nahmen diese sozialen Probleme in Ungarn im Zuge der Magyarisierung an: In Ungarn wurden Schulen, an denen nicht in ungarischer Sprache unterrichtet wurde, geschlossen. Dies und eine Reihe weiterer Maßnahmen sollten Angehörige anderer Volksgruppen systematisch vom öffentlichen Leben ausschließen, damit diese die ungarische Kultur annehmen würden. Dies ging sogar soweit, dass Bürgern ohne die ausreichenden Sprachkenntnisse das Wahlrecht entzogen wurde.

Wirtschaftliches Ungleichgewicht von West zu Ost

Die Wirtschaft in Österreich-Ungarn zeigte sich unterschiedlich stark: Der Westen des Reiches verfügte im Vergleich über wesentlich mehr Industrie und produzierendes Gewerbe. Besonders der Raum um die Stadt Wien entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum der europäischen Textilindustrie. Die ungarische Reichshälfte lag wirtschaftlich betrachtet im Vergleich weit zurück. Hier waren wichtige Reformen wie die Abschaffung der Leibeigenschaft oder das Ende der Gilden und Zünfte erst mehrere Jahrzehnte nach den übrigen europäischen Groß- und Regionalmächten durchgesetzt worden. Der damit einhergehende wirtschaftliche Aufschwung begann dementsprechend auch erst viele Jahre später. Die ungarische Wirtschaft beruhte in ihrem Kern noch auf dem Agrarsektor und viele Familien lebten noch in dörflichen Strukturen auf dem Land. Der Prozess der Urbanisierung war noch nicht sehr weit fortgeschritten, ebenso wurde das Eisenbahnnetz erst spät modernisiert. Erneut waren Minderheiten im Staat im Schnitt ärmer als die deutschen oder ungarischen Volksgruppen.

Das k.u.k. Militär und seine Rolle im Ersten Weltkrieg

Österreich-Ungarn verfügte über eines der größten stehenden Heere weltweit. Dieses setzte sich aus den zahlreichen Ethnien des Vielvölkerstaates zusammen, wurde jedoch zumeist von deutschen Offizieren befehligt. Der k.u.k. Verfassung entsprechend unterstand das Militär der Verwaltung der österreichischen Reichshälfte. Diese Tatsache verschärfte nicht nur bereits existierende soziale Spannungen, sondern schränkte auch die Effektivität der internen Kommunikation aufgrund von Sprachbarrieren stark ein. Die Doppelmonarchie verfügte zwar über ein großes Heer an Soldaten, diese waren jedoch nur schlecht ausgebildet und unzureichend mit Nachschub versorgt. Die mangelnde Schwerindustrie im Land führte dazu, dass viele schwere Waffen wie Artilleriegeschütze oder Flugzeuge unter anderem aus dem Deutschen Reich importiert werden mussten. Auch die Logistik stellte die Armee vor große Herausforderungen.

Entsprechend war auch die Kampfkraft im Ersten Weltkrieg stark eingeschränkt. Viele strategische Fehlentscheidungen, kombiniert mit unzureichendem Nachschub und der generell niedrigen Moral führten bereits in den ersten Kriegsmonaten zu schweren Niederlagen der k.u.k. Truppen. Insbesondere in den Karpaten waren die Verluste enorm hoch. Zudem bedeuteten der frühe Verlust Galiziens und wiederholte Niederlagen gegen das im Vergleich kleine Land Serbien einen erheblichen Schaden für die Moral im gesamten Land. Ein glühendes Nationalbewusstsein oder Kriegsbegeisterung, wie es in der Frühphase des Krieges bei vielen anderen Staaten geschah, stellte sich in Österreich-Ungarn nicht ein. Bereits nach kurzer Zeit zeigte sich, wie instabil der Vielvölkerstaat wirklich war und sehr schnell vertieften die mit dem Krieg verbundenen Lasten bereits bestehende Problematiken noch weiter. Zum Ende des Ersten Weltkrieges zeigte Österreich-Ungarn bereits starke Auflösungserscheinungen. Später wurde durch den Sieg der Alliierten mit dem Vertag von Saint-Germain der Vielvölkerstaat aufgelöst.

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