Die Deutsche Bundesbank: Zentralbank der Bundesrepublik
Die Deutsche Bundesbank mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland und Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB). Sie ist verantwortlich für die nationale Umsetzung der Geld- und Währungspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und hat das vorrangige Ziel, Preisniveaustabilität zu gewährleisten. Präsident der Bundesbank ist seit Januar des Jahres 2022 Dr. Joachim Nagel. Darüber hinaus ist Nagel unter anderem Mitglied des Rats der EZB, Gouverneur des Internationalen Währungsfonds (IWF) und Mitglied des Verwaltungsrats der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).
Aufgaben der Bundesbank
Eine wichtige Aufgabe der Bundesbank ist die Abwicklung von Hauptrefinanzierungsgeschäften. Dabei tritt die Bundesbank gegenüber den Kreditinstituten als Refinanzierungsquelle und Clearingstelle auf. Die Kreditinstitute können ihren Bedarf an Zentralbankgeld durch sogenannte Refinanzierungsinstrumente decken (Zentralbankliquidität). Der Zinssatz des Hauptrefinanzierungsgeschäfts zählt zusammen mit den Zinssätzen der ständigen Fazilitäten - insbesondere dem für die Finanzmärkte maßgeblichen Einlagesatz - zu den Leitzinsen der EZB. Unter Fazilität versteht man die Möglichkeit, innerhalb festgelegter Grenzen kurzfristig Kredite in Anspruch zu nehmen. Des Weiteren unterstützt die Bundesbank den Zahlungsverkehr zwischen inländischen und ausländischen Geschäftsbanken, beispielsweise den Großbetragszahlungsverkehr über Target2.Die Bundesbank versorgt die deutsche Wirtschaft mit Bargeld, überprüft das von den Banken und Wertdienstleistern eingezahlte Bargeld und stellt Falschgeld sicher. Darüber hinaus hält und verwaltet die Bundesbank die Währungsreserven der Bundesrepublik Deutschland. Die Währungsreserven umfassen die Bestände der Zentralbank an Gold und Devisen (inkl. Sonderziehungsrechte des IWF).

Jahresabschluss
Die Bundesbank hat für das Berichtsjahr 2024 einen Rekordverlust in Höhe von rund 19,2 Milliarden Euro ausgewiesen. Nach Angaben der Zentralbank sind die geldpolitischen Maßnahmen der vergangenen Jahre ursächlich für diese Verluste. Gleichzeitig geht die Bundesbank davon aus, dass der Höhepunkt der jährlichen Negativergebnisse damit überschritten ist. Um die Verluste der Vorjahre auszugleichen, musste die Bundesbank auf ihre Risikovorsorge bzw. ihre Rückstellungen für allgemeine Wagnisse zurückgreifen. Daraufhin konnte in der Gewinn- und Verlustrechnung der Vorjahre ein Ergebnis von null ausgewiesen werden. Der Begriff Risikovorsorge bezeichnet die Rückstellungen liquider Mittel, um erwartete oder potenzielle Zahlungsausfälle auszugleichen. Diese Rückstellungen stehen in Zusammenhang mit den Krisenbekämpfungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank. Wenig überraschend kann für das Berichtsjahr 2024 wie in den Jahren zuvor erneut kein Gewinn an den Bundeshaushalt abgeführt werden.In der Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main sowie in den 31 Filialen arbeiteten zum Ende des Jahres 2024 10.207 Beschäftigte auf Vollzeitbasis.
