Im März angekündigt und Anfang Mai begonnen hat ein Übernahmeangebot der italienischen Bank UniCredit für Aktien der Commerzbank. Die UniCredit bietet noch bis Anfang Juli 0,485 ihrer Aktien für eine Commerzbank-Aktie, gegenwärtig knapp 36 Euro. Der Kurs der Commerzbank-Aktie stieg allerdings über die letzten Monate auf ca. 37 Euro, was unter anderem erklärt, warum das Angebot bis jetzt wenig angenommen wurde. Im März war das Tauschangebot der UniCredit noch mehr Wert gewesen als die Commerzbank-Aktie.
Anlass zur Sorge für die Commerzbank bieten trotzdem die Derivate und Swaps, die UniCredit auf weitere Commerzbank-Aktien hält. Laut der Website der Bank besitzt UniCredit rund 27 Prozent ihrer Aktien. Die italienische Bank hat aber Berichten zufolge die Option, weitere 12 Prozent durch Swaps zu erwerben, 9 Prozent allerdings nur gegen Barmittel. Bundeskanzler Friedrich Merz wurde bisher weder durch die Ankündigung von Maßnahmen gegen eine mögliche Übernahme noch durch eine Aufstockung der Anteile des Bundes tätig, die seit der Finanzkrise bei ungefähr 12 Prozent liegen. Private Investoren halten einen Anteil von ungefähr 17 Prozent an der Bank, während institutionelle Investoren ca. 34 Prozent besitzen.
Die Führung der Commerzbank positionierte sich vehement gegen den Verkauf ihrer Wertpapiere. Auf der Aktionärsversammlung vegangene Woche sagte Vorstandschefin Bettina Orlopp: „Unsere Empfehlung ist eindeutig: Nehmen Sie das Angebot der UniCredit nicht an.“ Orlopp warb darüber hinaus für die wichtige Stellung ihrer Bank für den deutschen Mittelstand sowie die Momentum-2030-Zukunftsstrategie. Viele Mitarbeiter und Aktionäre zeigten auf der Veranstaltung ebenfalls Flagge gegen die feindliche Übernahme aus Italien, die der Bank zur Zeit eher Rückenwind zu geben scheint.
Obwohl Unicredit im März zu Protokoll gab, ihren Anteil an der drittgrößten deutschen Bank lediglich verlässlich auf über 30 Prozent heben und diese nicht übernehmen zu wollen, hegen Beteiligte und auch Experten Zweifel und vermuten im Fall einer Übernahme einen massiven Stellen- und Angebotsabbau. Dabei hatte die Commerzbank – auch als Antwort auf den UniCredit-Vorstoß – erst Anfang Mai selbst 3.000 Stellen gestrichen. Anfang 2025 waren es schon einmal fast 4.000 gewesen.





















