Die Produktion der Industrie in Europa ist seit Beginn des russischen Krieges in der Ukraine besonderen Belastungen ausgesetzt. Sprunghaft gestiegene Energiepreise und Störungen in Lieferketten haben zu einem gestiegenen Nachfrage- und Wettbewerbsdruck geführt. In der Folge ist die Industrieproduktion in vielen Ländern gesunken. Das zeigt die Statista-Infografik auf Basis von Eurostat-Daten. Dies trifft im Vergleich der größten europäischen Volkswirtschaften insbesondere auf Italien und Deutschland zu. Der entsprechende Index gab für Italien auf Dreijahres-Sicht um 8,8 Punkte nach, der Index für Deutschland um 11,5 Punkte. Beide Länder liegen damit unter dem Durchschnitt alle 27 EU-Länder (-3,9 Indexpunkte).
Die anhaltende Schwäche in Deutschland und Italien könnte strukturelle Probleme widerspiegeln, etwa hohe Energiekosten oder eine schwächere Industrienachfrage. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte dies die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas insgesamt belasten und die wirtschaftliche Dynamik innerhalb der EU weiter verschieben. Länder mit stabilerer Produktion wie Frankreich oder Spanien könnten relativ an Bedeutung gewinnen – etwa bei Investitionen, Beschäftigung oder industrieller Wertschöpfung.
Für Deutschland wiegt das Schwächeln der Industrie besonders schwer: Im Jahr 2024 hatte der Industriesektor einen Anteil von 25,8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Die Anteile der Industrien der anderen gezeigten Länder an deren jeweiligem Bruttoinlandsprodukt liegen jeweils darunter, der EU-Schnitt liegt bei 22,1 Prozent.
Das Verarbeitende Gewerbe ist in Deutschland ein wichtiger Arbeitgeber: Zuletzt waren hier rund 5,5 Millionen Menschen beschäftigt. Derzeit werden allerdings viele Stellen abgebaut. Besonders betroffen ist dabei die Automobilindustrie. Zum Ende des 3. Quartals 2025 arbeiteten in dieser Branche gut 48.700 weniger Beschäftigte als noch ein Jahr zuvor. Dies entspricht einem Rückgang von 6,3 Prozent – so hoch wie in keiner anderen großen Industriebranche.





















