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Statistiken zur Energiekrise in Deutschland

Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine, der im Februar 2022 begann, hat weitreichende Folgen für die Energieversorgung Europas. Vor allem durch das wiederholte Drosseln und Stoppen der Gaslieferungen durch Nordstream 1 nach Deutschland, ist die Bundesregierung gezwungen, alternative Wege zu finden, um die Energiesicherheit in Deutschland ohne Erdgas aus Russland zu gewährleisten.

Neben langfristigen Anpassungen, wie dem Ausbau von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz in Gebäudebau und Industrie, werden auch verschiedene kurzfristige Maßnahmen diskutiert. Dazu gehören eine Laufzeitverlängerung der drei verbleibenden Atomkraft- und Kohlekraftwerke, die eigentlich jeweils im Jahr 2022 und 2030 ihren Betrieb einstellen sollten, diverse Energiesparmaßnahmen und der Aufbau von alternativen Lieferinfrastrukturen zum Beispiel für Flüssiggas.
Eine differenzierte Übersicht zur Situation der Gas- und Energieversorgung Deutschlands gibt diese Themenseite mithilfe ausgewählter Statistiken. Die gedrosselten Gaslieferungen aus Russland und die drastisch ansteigenden Gaspreise sind daher der Ausgangspunkt der aktuellen Energiekrise.

Strommix

Der Strommix beschreibt, aus welchen Energieträgern Elektrizität gewonnen wird. Langfristiges Ziel der Bundesregierung unter den Pariser Klimazielen ist Energie- und Stromerzeugung vom Verbrennen fossiler Energieträger wie Gas und Kohle zu trennen. Gleichzeitig steigt die Stromnachfrage auf Grund der zunehmenden Elektrifizierung bis auf einen leichten Rückgang in den ersten zwei Jahren der Covid-19-Pandemie stetig an. Es wird sich zeigen inwiefern die Drosselung der Erdgaslieferungen durch Russland zu einer Verlängerung von Kohle- und Atomkraftnutzung, zu einer Verschiebung hin zu Gaslieferungen in Form von Flüssiggas (LNG) oder einem intensiveren Ausbau der erneuerbaren Energien führen wird.

Energiepreise


Statistik: Fallzahl des Coronavirus (COVID-19) in Deutschland, Frankreich und Spanien seit Januar 2020 (Stand: 18. März 2020) | Statista

Gas

Ursächlich für die Energiekrise ist die verknappte Verfügbarkeit von Gas in Europa, was neben Herausforderungen für die Energieversorgung auch einen dramatischen Anstieg der Energiepreise -allen voran der Gaspreise- verursacht. Seitdem die russischen Regierung wiederholt die Gaslieferungen gedrosselt und zeitweise gestoppt hat, sind die Spotmarktpreise für Erdgas enorm gestiegen. Die ursprünglich geplante Gasumlage, die die Kosten auf Unternehmen und Verbraucher:innen verteilen sollte, soll nun durch eine Gaspreisbremse ersetzt werden. Die dafür notwendigen 200 Milliarden Euro sind kreditfinanziert und sollen die Energiekosten für Verbraucher:innen abfedern. Der Energiekonzern Uniper hat auf Grund der hohen Preise Staatshilfen beantragt und soll nun verstaatlicht werden. (Stand 28.9.2022)

 

Statistik:  Strombörse - Preisentwicklung am EPEX-Spotmarkt bis Juli 2022 | Statista

Strom

Ca. 16 Prozent der Elektrizität wurden im Jahr 2021 in Deutschland aus Erdgas gewonnen. Die gestiegenen Erdgaspreise haben daher auch eine direkte Auswirkung auf die Strompreise hierzulande. Entsprechend dem merit-order-Modell bestimmt der teuerste Energieträger den einheitlichen Strompreis. Es wird also für normalerweise günstigen Strom aus erneuerbaren Energien der selbe Preis bezahlt wie für Strom aus ungleich teurerem Erdgas.

 

Statistik: Durchschnittlicher Benzinpreis in Deutschland bis Juli 2022 | Statista

Benzin

Durch die gesteigerte Nachfrage nach alternativen Energieträgern zu Erdgas ist auch der Preis für Erdöl und damit für Benzin, Diesel und Heizöl angestiegen. Die Regierung verabschiedete dazu eine gesenkte Energiesteuer oder Tankrabatt, die die Benzinpreise von Juni bis August um 35,2 Cent pro Liter gesenkt hat. Mit dem Ende des Tankrabatts stiegen der Benzinpreise wieder sprunghaft an, liegt aber mittlerweile wieder unter zwei Euro. (Stand 22.09.2022)

 

Statistik:  Füllstand der Gasspeicher in Deutschland auf Tagesbasis bis 2022 | Statista

Gasspeicher

Die Gasspeicher sichern die Versorgung zur Wärme- und Stromerzeugung für Verbraucher und Industrie. Für die Verbraucher sind die Speicher vor allem im Winter wichtig, wenn die Nachfrage nach Wärmeenergie durch den vergleichbar hohen Anteil von Gas an der Wärmeerzeugung steigt.

 

Statistik: Anteil der Verbrauchergruppen am Erdgasabsatz in Deutschland in den Jahren 2011 und 2021 | Statista

Nutzung von Gas nach Sektor

Erdgas wird derzeit größtenteils durch die Industrie und Haushalte verbraucht. In der Industrie sind dies vor allem die Stahl- und Chemieindustrie die eine hohe Nachfrage generieren, während Erdgas in Haushalten vor allem zur Wärmeerzeugung verwendet wird. Beide Sektoren sollen im Rahmen der Energiewende dekarbonisiert werden, zum Beispiel durch den Einsatz von Wasserstoff in der Industrie oder durch den Wechsel zu Wärmepumpen, um Elektrizität zur Wärmegewinnung in Haushalten nutzen zu können.

 

Statistik: Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung pro Monat in Deutschland von Juni 2021 bis Juni 2022 | Statista

Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung

Auf erneuerbaren Energien liegen große Hoffnungen im Hinblick auf Klimaneutralität, Energieversorgung und Energieunabhängigkeit. In den vergangen Monaten haben die erneuerbaren Energien knapp die Hälfte des Strombedarfs gedeckt. Allerdings muss der Ausbau deutlich weitergehen um die Elektrifizierung weiterer Sektoren wie Verkehr und Bau stemmen zu können.

 

Statistik: Russischer Gasexport nach Deutschland auf Tagesbasis vom 01.03.2022 bis zum 29.08.2022 | Statista

Gasimport (aus Russland)

Bis Anfang 2022 wurde etwa die Hälfte des deutschen Kohle- und Erdgasbedarfs aus Russland gedeckt. Seit dem 13.06.2022 sind die russischen Gaslieferungen nach Deutschland signifikant zurückgegangen. Besonders auffällig ist das plötzliche Eintreten der geminderten Gasausfuhren und der erneute Lieferstopp durch Nord Stream 1 seit Anfang September. Gleichbleibende bzw. weitreichendere Exportminderungen könnten in Deutschland zu Problemen der Versorgungssicherheit mit Erdgas führen. Um auf solch eine mögliche Krise reagieren zu können, erstellte die Bundesnetzagentur im Jahr 2019 den aktuellen Notfallplan Gas. Durch ein drei-stufiges System an Maßnahmen soll in Krisenzeiten der Umgang mit Gas reglementiert und gesteuert werden.


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