Geschätzte Bevölkerung des Römischen Reiches zur Zeit des Augustus

Schätzungen zur Bevölkerung des Römischen Reiches nach Reichsteilen im Jahr 14 n. Chr. (in Millionen)

von Statista Research Department, zuletzt geändert am 14.06.2008
Geschätzte Bevölkerung des Römischen Reiches zur Zeit des Augustus Neueren Schätzungen zufolge lebten im Römischen Reich im Jahr 14 n. Chr. zwischen knapp 46 Millionen und rund 70 Millionen Menschen. Der Althistoriker Karl-Julius Beloch, dessen Werk (Die Bevölkerung der griechisch-römischen Welt, 1886) noch immer Ausgangspunkt aller Bevölkerungsschätzungen für die Antike ist, schätzte rund 54 Millionen Einwohner, davon rund sechs Millionen im italienischen Kernland. Große Bevölkerungsanteile gab es mit rund 19,5 Millionen Menschen laut Beloch in den asiatischen Provinzen Kleinasien, Syrien sowie Zypern und mit rund 11,5 Millionen Menschen in den nordafrikanischen Provinzen Ägypten, Kyrenaika (östliches Libyen) und Africa (Tunesien, Teile Algeriens und westliches Libyen).

Die Römische Republik

Die Stadt Rom wurde der Legende nach im Jahr 753 v. Chr. gegründet. Nach Ausrufung der Römischen Republik im Jahr 509 v. Chr. konnte der Einflussraum Roms stetig erweitert werden: Nachdem zuerst das italienische Festland unter Kontrolle gebracht worden war, wurden die griechischen Stadtstaaten und schließlich in den Punischen Kriegen Teile Afrikas erobert. Außerdem wurden große Teile der Iberischen Halbinsel, Galliens und Kleinasiens sowie Küstenregionen Nordafrikas eingenommen.

Die Kaiserzeit und Untergang

Zwischen 133 v. Chr. und 30 v. Chr. kam es zu Bürgerkriegen im Reich, die über Reformen und Parteikämpfen entbrannten. Unter Octavian (Ehrenname: Augustus) wurden schließlich die Bürgerkriege beendet und ein Prinzipat errichtet, das zwar alte Institutionen beibehielt, aber eine Monarchie mit dem Kaiser bzw. Imperator an der Spitze war. Zur Kaiserzeit expandierte das Römische Reich bis nach Britannien und Germanien und baute seinen Einfluss an allen Küstenregionen des Mittelmeers aus.
Spätestens mit der Teilung in ein Weströmisches (Rom) und Oströmisches Reich (Byzanz) im Jahr 395 n. Chr. zerfiel das Römische Reich aber zusehends. Dies wurde durch Barbareneinfälle, Völkerwanderungsbewegungen und Verfallserscheinungen ("spätrömische Dekandenz") vorangetrieben. Im Jahr 476 wurde der letzte weströmische Kaiser Romulus Augustulus vom germanischen Heerführer Odoaker abgesetzt. Das oströmische Reich bestand bis zur Eroberung Konstantinopels (Byzanz) durch die Osmanen im Jahr 1453.

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