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Woher kommt unser Essen?

Viele unserer Lebensmittel kommen von sehr weit her: Kartoffeln aus Ägypten, Nüsse aus Kalifornien oder Äpfel aus Neuseeland sind typische Produkte, die wir häufig in deutschen Läden finden. Tatsächlich ist Deutschland nach Angaben der Welthandelsorganisation eines der Länder, das weltweit am meisten Agrargüter importiert. Zwar liegt Deutschland auch bei den Agrarexporten ganz weit vorne, trotzdem bleibt Deutschland unter dem Strich ein Nettoimporteur von landwirtschaftlichen Waren.

Wieso werden Lebensmittel importiert?

Die deutschen Agrarimporte beruhen zu einem kleinen Teil auf den Futtermittel-Importen für die deutsche Fleischwirtschaft. Zum Beispiel importiert Deutschland viel Soja aus den USA und Brasilien, um damit Schweine zu füttern (die dann etwa nach China verkauft werden). Vor allem können aber die Verbraucher nicht auf die Importe verzichten: Viele Lebensmittel, die wir täglich ganz selbstverständlich essen, wachsen nicht in unserem Klima oder werden in Deutschland nicht in den notwenigen Mengen produziert. Der Selbstversorgungsgrad bei Nahrungsmitteln lag in Deutschland in den letzten Jahren beständig unter 100 Prozent. Das bedeutet, dass Deutschland grundsätzlich Nahrungsmittel importieren muss, um den eigenen Bedarf zu decken. Manchmal werden aber auch Lebensmittel importiert, die es bei uns eigentlich ausreichend gibt. Diese werden dann im Ausland gekauft, weil sie dort günstiger hergestellt werden können.

Import von Obst

Eine Lebensmittelart mit einem extrem niedrigen Selbstversorgungsgrad ist Obst. Er lag im Berichtsjahr 2018/19 bei 22 Prozent. Das bedeutet, dass etwa 80 Prozent der Früchte, die wir essen, importiert werden müssen. Viele beliebte Obstarten, zum Beispiel Bananen, wachsen überhaupt nicht in unserem Klima. Andere Obstsorten, wie die Erdbeere, wachsen dagegen nur zu bestimmten Jahreszeiten. Äpfel sind auf der anderen Seite zwar praktisch das ganze Jahr über aus deutschem Anbau erhältlich, aber nicht in ausreichenden Mengen. Der größte Teil der importierten Früchte (ohne Südfrüchte) kommt aus Italien, Spanien, Polen und den Niederlanden. Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen stammen meistens aus Spanien und Italien, während Südfrüchte und Exoten hauptsächlich aus Süd- und Mittelamerika importiert werden.

Import von Gemüse

Im Vergleich zu Obst liegt der Selbstversorgungsgrad bei Gemüse mit rund 36 Prozent deutlich höher. Zwischen den einzelnen Gemüsearten gibt es jedoch große Unterschiede. So liegt zum Beispiel der Selbstversorgungsgrad bei Kohlgemüse, bei Möhren oder Spargel relativ hoch. Dagegen werden Tomaten und Paprika fast vollständig importiert. Den Großteil seiner Gemüseimporte bezieht Deutschland aus EU-Ländern, hier sind die Niederlande und Spanien mit Abstand die wichtigsten Handelspartner. Nicht EU-Länder spielen für den deutschen Gemüsemarkt eine eher untergeordnete Rolle.

Import von Honig

Ein weiteres Lebensmittel, bei dem der Selbstversorgungsgrad sehr niedrig ist, ist Honig. Die Deutschen verspeisen pro Jahr etwa zwischen 80 und 90 Tausend Tonnen. Dies ist ein Vielfaches dessen, was heimische Imker produzieren können. Der größte Teil des in Deutschland verkauften Honigs wird daher aus dem Ausland eingeführt, wobei der meiste Honig aus der Ukraine, Argentinien und Mexiko kommt.

Import von Kartoffeln

Ganz anders ist die Situation bei der Kartoffel. Diese ist fast ganzjährig aus heimischem Anbau verfügbar. Deutschland produziert auch genug Kartoffeln, um den Eigenbedarf zu decken. Dennoch werden jährlich viele Tausend Tonnen Kartoffeln importiert (im Jahr 2019 waren es mehr als 700.000 Tonnen), unter anderem auch aus Ägypten, Spanien und Israel. Das ist ökologisch problematisch, denn in diesen Ländern ist Wasser viel knapper als in Deutschland. Gleichzeitig werden große Mengen Wasser verwendet, um landwirtschaftliche Flächen nutzen zu können.

Export von Umweltproblemen

Das Beispiel der Kartoffel zeigt, welche Auswirkungen unsere Art der Nahrungsproduktion hat: Auf der einen Seite profitieren Verbraucher in Deutschland vom globalen Handel mit Agrargütern, weil er uns mit einer Vielfalt an günstigen Nahrungsmitteln versorgt. Die Herstellung von Lebensmitteln hat aber große Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Da für immer mehr Lebensmittel gilt, dass Konsum und Produktion an verschiedenen Orten stattfinden, werden die negativen Folgen unserer Ernährung zunehmend in andere Länder ausgelagert.



Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Herkunft unserer Lebensmittel" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Bananen

Honig

Kaffee

Tomaten

Äpfel

Interessante Statistiken

In den folgenden 11 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 55 Statistiken aus dem Thema "Herkunft unserer Lebensmittel".

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Woher kommt unser Essen?

Viele unserer Lebensmittel kommen von sehr weit her: Kartoffeln aus Ägypten, Nüsse aus Kalifornien oder Äpfel aus Neuseeland sind typische Produkte, die wir häufig in deutschen Läden finden. Tatsächlich ist Deutschland nach Angaben der Welthandelsorganisation eines der Länder, das weltweit am meisten Agrargüter importiert. Zwar liegt Deutschland auch bei den Agrarexporten ganz weit vorne, trotzdem bleibt Deutschland unter dem Strich ein Nettoimporteur von landwirtschaftlichen Waren.

Wieso werden Lebensmittel importiert?

Die deutschen Agrarimporte beruhen zu einem kleinen Teil auf den Futtermittel-Importen für die deutsche Fleischwirtschaft. Zum Beispiel importiert Deutschland viel Soja aus den USA und Brasilien, um damit Schweine zu füttern (die dann etwa nach China verkauft werden). Vor allem können aber die Verbraucher nicht auf die Importe verzichten: Viele Lebensmittel, die wir täglich ganz selbstverständlich essen, wachsen nicht in unserem Klima oder werden in Deutschland nicht in den notwenigen Mengen produziert. Der Selbstversorgungsgrad bei Nahrungsmitteln lag in Deutschland in den letzten Jahren beständig unter 100 Prozent. Das bedeutet, dass Deutschland grundsätzlich Nahrungsmittel importieren muss, um den eigenen Bedarf zu decken. Manchmal werden aber auch Lebensmittel importiert, die es bei uns eigentlich ausreichend gibt. Diese werden dann im Ausland gekauft, weil sie dort günstiger hergestellt werden können.

Import von Obst

Eine Lebensmittelart mit einem extrem niedrigen Selbstversorgungsgrad ist Obst. Er lag im Berichtsjahr 2018/19 bei 22 Prozent. Das bedeutet, dass etwa 80 Prozent der Früchte, die wir essen, importiert werden müssen. Viele beliebte Obstarten, zum Beispiel Bananen, wachsen überhaupt nicht in unserem Klima. Andere Obstsorten, wie die Erdbeere, wachsen dagegen nur zu bestimmten Jahreszeiten. Äpfel sind auf der anderen Seite zwar praktisch das ganze Jahr über aus deutschem Anbau erhältlich, aber nicht in ausreichenden Mengen. Der größte Teil der importierten Früchte (ohne Südfrüchte) kommt aus Italien, Spanien, Polen und den Niederlanden. Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen stammen meistens aus Spanien und Italien, während Südfrüchte und Exoten hauptsächlich aus Süd- und Mittelamerika importiert werden.

Import von Gemüse

Im Vergleich zu Obst liegt der Selbstversorgungsgrad bei Gemüse mit rund 36 Prozent deutlich höher. Zwischen den einzelnen Gemüsearten gibt es jedoch große Unterschiede. So liegt zum Beispiel der Selbstversorgungsgrad bei Kohlgemüse, bei Möhren oder Spargel relativ hoch. Dagegen werden Tomaten und Paprika fast vollständig importiert. Den Großteil seiner Gemüseimporte bezieht Deutschland aus EU-Ländern, hier sind die Niederlande und Spanien mit Abstand die wichtigsten Handelspartner. Nicht EU-Länder spielen für den deutschen Gemüsemarkt eine eher untergeordnete Rolle.

Import von Honig

Ein weiteres Lebensmittel, bei dem der Selbstversorgungsgrad sehr niedrig ist, ist Honig. Die Deutschen verspeisen pro Jahr etwa zwischen 80 und 90 Tausend Tonnen. Dies ist ein Vielfaches dessen, was heimische Imker produzieren können. Der größte Teil des in Deutschland verkauften Honigs wird daher aus dem Ausland eingeführt, wobei der meiste Honig aus der Ukraine, Argentinien und Mexiko kommt.

Import von Kartoffeln

Ganz anders ist die Situation bei der Kartoffel. Diese ist fast ganzjährig aus heimischem Anbau verfügbar. Deutschland produziert auch genug Kartoffeln, um den Eigenbedarf zu decken. Dennoch werden jährlich viele Tausend Tonnen Kartoffeln importiert (im Jahr 2019 waren es mehr als 700.000 Tonnen), unter anderem auch aus Ägypten, Spanien und Israel. Das ist ökologisch problematisch, denn in diesen Ländern ist Wasser viel knapper als in Deutschland. Gleichzeitig werden große Mengen Wasser verwendet, um landwirtschaftliche Flächen nutzen zu können.

Export von Umweltproblemen

Das Beispiel der Kartoffel zeigt, welche Auswirkungen unsere Art der Nahrungsproduktion hat: Auf der einen Seite profitieren Verbraucher in Deutschland vom globalen Handel mit Agrargütern, weil er uns mit einer Vielfalt an günstigen Nahrungsmitteln versorgt. Die Herstellung von Lebensmitteln hat aber große Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Da für immer mehr Lebensmittel gilt, dass Konsum und Produktion an verschiedenen Orten stattfinden, werden die negativen Folgen unserer Ernährung zunehmend in andere Länder ausgelagert.



Interessante Statistiken

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