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Statistiken zum Thema Lebensmittelpreise

Mittlerweile werden in Deutschland nur noch rund 15,5 Prozent der privaten Konsumausgaben für Lebensmittel verwendet. Im Jahr 1900 lag der Anteil noch bei über der Hälfte. Der Großteil der privaten Ausgaben entfällt mittlerweile auf Wohn- und Energiekosten. Auch wenn die Konsumausgaben für Lebensmittel auf lange Sicht anteilmäßig gesunken sind, so stiegen die Lebensmittelpreise in den vergangenen Jahren an. Seit dem Jahr 2015 sind die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 9,7 Prozent gestiegen (Stand: 2020) und seit den 1990er Jahren in vielen Produktkategorien sogar über 30 Prozent. Im gleichen Zeitraum entwickelten sich jedoch auch die Nettoverdienste in Deutschland im Schnitt positiv. Ob und wie stark sich gestiegene Lebensmittelpreise tatsächlich auf die finanzielle Belastung deutscher Privathaushalte auswirken, lässt sich demnach an dem Anteil von Lebensmitteln an den Gesamtausgaben der Haushalte ablesen. Während auf lange Sicht der finanzielle Aufwand für Lebensmittel gesunken sein mag, so sind die anteilmäßigen Konsumausgaben für Lebensmittel seit dem Jahr 2017 jedoch seit längerem wieder gestiegen.
Im Jahr 2020 verzeichneten insbesondere Obst und Fleisch einen deutlichen Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr. So stiegen die Verbraucherpreise für Obst um 7,06 Prozent und für Fleisch um 6,14 Prozent. Die Verbraucherpreise für Gemüse sanken demgegenüber im Jahr 2020. Nach vorläufigen Angaben sollen die Verbraucherpreise für Gemüse im Jahr 2021 jedoch auch wieder ansteigen.

Statistik: Fallzahl des Coronavirus (COVID-19) in Deutschland, Frankreich und Spanien seit Januar 2020 (Stand: 18. März 2020) | Statista



Ursachen für Preisentwicklungen

Die Zusammensetzung der Verbraucherpreise hängt von vielen Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor sind zunächst die Kosten, die bei der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln entstehen, z.B. in einem landwirtschaftlichen Betrieb oder in der Ernährungsindustrie. Hier kommt der sogenannte Erzeugerpreis ins Spiel. Dieser misst die vorherrschenden Verkaufspreise etwa in der Landwirtschaft oder im Verarbeitenden Gewerbe. Hier wirken sich etwa Witterungsbedingungen (z.B. Trockenheit, Hitze, Frost), Transportkosten oder das erforderliche Lohnniveau der Arbeitskräfte (z.B. Mindestlohn) auf das Erzeugerpreisniveau aus. Doch auch die Konkurrenzsituation im Handel und die Marktmacht von Einzelhandelsketten haben einen Einfluss auf die Verbraucherpreise. So werfen Kritiker den großen Einzelhandelsketten immer wieder vor, dass diese die Landwirte dazu drängen würden, ihre Produkte zu Dumpingpreisen zu verkaufen. Ferner löst aber auch das Thema Nahrungsmittelspekulation immer wieder hitzige Debatten über dessen Auswirkungen auf die globalen Lebensmittelpreise aus.

Daneben sind auch politische Faktoren bei der Preiszusammensetzung von Bedeutung. Dazu zählen u.a. die Besteuerung von Produkten (z.B. ermäßigter Mehrwertsteuersatz für Lebensmittel) oder handelspolitische Instrumente (z.B. hohe Zölle, Importquoten). Daneben gewinnen auch Umwelt-, Tierschutz- und Lebensmittelstandards zunehmend an Relevanz. Entsprechende Gesetze können sich dann etwa auf die Erzeugungskosten von Lebensmitteln auswirken. Beispielsweise ist Milch aus ökologischer Erzeugung durchschnittlich ein paar Cent teurer als konventionelle Milch. Zu guter Letzt bestimmt auch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, wie teuer die Verbraucherpreise sind. Eine hohe Nachfrage nach einem Produkt bei einem geringen Angebot etwa trägt zumeist zu einer Verteuerung des jeweiligen Produkts bei.

Preisentwicklungen in ausgewählten Produktkategorien

  • Äpfel: Auch historische Ereignisse, wie etwa die Corona-Krise, können die Lebensmittelpreise beeinflussen. Beispielsweise verzeichneten Äpfel im Jahr 2020 einen Preisanstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben der Witterung waren die Corona-Auflagen eine große Herausforderung für die Apfelbauern im Corona-Jahr. So fielen für die Unterbringung der Erntehelfer sowie weiterer Hygieneauflagen zumeist zusätzliche Kosten an.
  • Kaffee: Seit dem Jahr 2018 waren die Verbraucherpreise für Kaffee im Durchschnitt eher rückläufig. Jedoch wird gerade für das Jahr 2021 ein Preisanstieg für Bohnenkaffee erwartet. Grund sind steigende Preise für Rohkaffee. Insbesondere aufgrund einer Dürre prognostizieren Experten für das Hauptanbauland Brasilien eine schlechte Ernte. Hinzu treten steigende Transportkosten und politische Unruhen in Kolumbien.
  • Eier: Auch Bio-Standards wirken sich auf die Höhe der Verkaufspreise aus. Die Verbraucherpreise für Eier etwa unterscheiden sich je nach Haltungsform, aus dem das Ei stammt. Zehn Eier aus Bodenhaltung kosteten im Jahr 2020 etwa 1,46 Euro. Zum Vergleich: Für die gleiche Menge Eier aus ökologischer Erzeugung musste ein Kunde 3,33 Euro zahlen. Gründe sind u.a. die höhere Kostenintensivität, höhere Anforderungen (z.B. mehr Platz, Futter aus ökologischer Erzeugung) sowie die geringere Produktivität der ökologischen Erzeugung.
  • Fisch: Seit den 1990er Jahren haben gerade die Verbraucherpreise für Fischwaren stark angezogen. So waren die Verbraucherpreise für Fischprodukte im Jahr 1991 rund 44,1 Prozent niedriger als im Jahr 2015. Eine wichtige Ursache für diese Entwicklung ist hierbei die Verknappung des Fischangebots in den Meeren durch Überfischung.


Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Lebensmittelpreise" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Tierische Erzeugnisse

Pflanzliche Erzeugnisse

Getränke

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In den folgenden 8 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 72 Statistiken aus dem Thema "Lebensmittelpreise".

Lebensmittelpreise

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Statistiken zum Thema Lebensmittelpreise

Mittlerweile werden in Deutschland nur noch rund 15,5 Prozent der privaten Konsumausgaben für Lebensmittel verwendet. Im Jahr 1900 lag der Anteil noch bei über der Hälfte. Der Großteil der privaten Ausgaben entfällt mittlerweile auf Wohn- und Energiekosten. Auch wenn die Konsumausgaben für Lebensmittel auf lange Sicht anteilmäßig gesunken sind, so stiegen die Lebensmittelpreise in den vergangenen Jahren an. Seit dem Jahr 2015 sind die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 9,7 Prozent gestiegen (Stand: 2020) und seit den 1990er Jahren in vielen Produktkategorien sogar über 30 Prozent. Im gleichen Zeitraum entwickelten sich jedoch auch die Nettoverdienste in Deutschland im Schnitt positiv. Ob und wie stark sich gestiegene Lebensmittelpreise tatsächlich auf die finanzielle Belastung deutscher Privathaushalte auswirken, lässt sich demnach an dem Anteil von Lebensmitteln an den Gesamtausgaben der Haushalte ablesen. Während auf lange Sicht der finanzielle Aufwand für Lebensmittel gesunken sein mag, so sind die anteilmäßigen Konsumausgaben für Lebensmittel seit dem Jahr 2017 jedoch seit längerem wieder gestiegen.
Im Jahr 2020 verzeichneten insbesondere Obst und Fleisch einen deutlichen Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr. So stiegen die Verbraucherpreise für Obst um 7,06 Prozent und für Fleisch um 6,14 Prozent. Die Verbraucherpreise für Gemüse sanken demgegenüber im Jahr 2020. Nach vorläufigen Angaben sollen die Verbraucherpreise für Gemüse im Jahr 2021 jedoch auch wieder ansteigen.

Statistik: Fallzahl des Coronavirus (COVID-19) in Deutschland, Frankreich und Spanien seit Januar 2020 (Stand: 18. März 2020) | Statista



Ursachen für Preisentwicklungen

Die Zusammensetzung der Verbraucherpreise hängt von vielen Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor sind zunächst die Kosten, die bei der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln entstehen, z.B. in einem landwirtschaftlichen Betrieb oder in der Ernährungsindustrie. Hier kommt der sogenannte Erzeugerpreis ins Spiel. Dieser misst die vorherrschenden Verkaufspreise etwa in der Landwirtschaft oder im Verarbeitenden Gewerbe. Hier wirken sich etwa Witterungsbedingungen (z.B. Trockenheit, Hitze, Frost), Transportkosten oder das erforderliche Lohnniveau der Arbeitskräfte (z.B. Mindestlohn) auf das Erzeugerpreisniveau aus. Doch auch die Konkurrenzsituation im Handel und die Marktmacht von Einzelhandelsketten haben einen Einfluss auf die Verbraucherpreise. So werfen Kritiker den großen Einzelhandelsketten immer wieder vor, dass diese die Landwirte dazu drängen würden, ihre Produkte zu Dumpingpreisen zu verkaufen. Ferner löst aber auch das Thema Nahrungsmittelspekulation immer wieder hitzige Debatten über dessen Auswirkungen auf die globalen Lebensmittelpreise aus.

Daneben sind auch politische Faktoren bei der Preiszusammensetzung von Bedeutung. Dazu zählen u.a. die Besteuerung von Produkten (z.B. ermäßigter Mehrwertsteuersatz für Lebensmittel) oder handelspolitische Instrumente (z.B. hohe Zölle, Importquoten). Daneben gewinnen auch Umwelt-, Tierschutz- und Lebensmittelstandards zunehmend an Relevanz. Entsprechende Gesetze können sich dann etwa auf die Erzeugungskosten von Lebensmitteln auswirken. Beispielsweise ist Milch aus ökologischer Erzeugung durchschnittlich ein paar Cent teurer als konventionelle Milch. Zu guter Letzt bestimmt auch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, wie teuer die Verbraucherpreise sind. Eine hohe Nachfrage nach einem Produkt bei einem geringen Angebot etwa trägt zumeist zu einer Verteuerung des jeweiligen Produkts bei.

Preisentwicklungen in ausgewählten Produktkategorien

  • Äpfel: Auch historische Ereignisse, wie etwa die Corona-Krise, können die Lebensmittelpreise beeinflussen. Beispielsweise verzeichneten Äpfel im Jahr 2020 einen Preisanstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben der Witterung waren die Corona-Auflagen eine große Herausforderung für die Apfelbauern im Corona-Jahr. So fielen für die Unterbringung der Erntehelfer sowie weiterer Hygieneauflagen zumeist zusätzliche Kosten an.
  • Kaffee: Seit dem Jahr 2018 waren die Verbraucherpreise für Kaffee im Durchschnitt eher rückläufig. Jedoch wird gerade für das Jahr 2021 ein Preisanstieg für Bohnenkaffee erwartet. Grund sind steigende Preise für Rohkaffee. Insbesondere aufgrund einer Dürre prognostizieren Experten für das Hauptanbauland Brasilien eine schlechte Ernte. Hinzu treten steigende Transportkosten und politische Unruhen in Kolumbien.
  • Eier: Auch Bio-Standards wirken sich auf die Höhe der Verkaufspreise aus. Die Verbraucherpreise für Eier etwa unterscheiden sich je nach Haltungsform, aus dem das Ei stammt. Zehn Eier aus Bodenhaltung kosteten im Jahr 2020 etwa 1,46 Euro. Zum Vergleich: Für die gleiche Menge Eier aus ökologischer Erzeugung musste ein Kunde 3,33 Euro zahlen. Gründe sind u.a. die höhere Kostenintensivität, höhere Anforderungen (z.B. mehr Platz, Futter aus ökologischer Erzeugung) sowie die geringere Produktivität der ökologischen Erzeugung.
  • Fisch: Seit den 1990er Jahren haben gerade die Verbraucherpreise für Fischwaren stark angezogen. So waren die Verbraucherpreise für Fischprodukte im Jahr 1991 rund 44,1 Prozent niedriger als im Jahr 2015. Eine wichtige Ursache für diese Entwicklung ist hierbei die Verknappung des Fischangebots in den Meeren durch Überfischung.


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