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Fleischverarbeitung in Deutschland

Die Verarbeitung von Fleisch gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in der deutschen Konsumgüterindustrie. Der Umsatz im Schlachterei- und Fleischverarbeitungsgewerbe in Deutschland lag zuletzt bei rund 40 Milliarden Euro. Der Anteil der Fleischverarbeitung im Schlachterei- und Fleischverarbeitungsgewerbe lag bei rund 21 Milliarden Euro, der Rest entfiel auf das Schlachtgewerbe. In der Fleischverarbeitung gab es im vergangenen Jahr mehr als 1.400 Betriebe in Deutschland. Der umsatzstärkste Fleischverarbeiter war im Jahr 2020 mit deutlichem Abstand Tönnies - der Umsatz summierte sich zuletzt auf rund sieben Milliarden Euro bei einem Schlachtaufkommen von rund 16 Millionen Schweine pro Jahr.

Auf die Produktion und Verarbeitung von Schweinefleisch fällt der größte Anteil der deutschen Fleischindustrie. Über 50 Millionen Schweine werden pro Jahr in Deutschland geschlachtet und verarbeitet. Ein großer Teil der Produktion ist für den Export bestimmt, die Quote der nationalen Selbstversorgung mit Schweinefleisch liegt bei rund 132 Prozent. Dagegen ist der Konsum von Schweinefleisch leicht rückläufig. Der menschliche Pro-Kopf-Konsum von Schweinefleisch beträgt in Deutschland rund 31 Kilogramm. Ein leichter Anstieg ist dafür im Zeitverlauf beim Verzehr von Rindfleisch zu beobachten, pro Kopf werden in Deutschland mittlerweile rund 9,4 Kilogramm Rindfleisch in einem Jahr verzehrt. Die Inlandsproduktion von Rindfleisch bleibt jedoch auf einem konstanten Niveau, etwa 1,1 Millionen Tonnen werden in Deutschland jährlich durch Schlachtungen produziert.

Corona-Ausbruch in Schlachthöfen im Jahr 2020

Im Juni 2020 brach das Corona-Virus bundesweit in mehreren Schlachthöfen aus. Besonders betroffen darunter war der Tönnies-Betrieb in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) mit über 1.400 Corona-Infizierten (Stand: 25. Juni 2020). Aber auch Betriebe anderer Unternehmen sind von dem Corona-Virus betroffen, wie etwa Müller Fleisch, Westfleisch und Vion. Verantwortlich für dieses hohe Aufkommen in Fleischbetrieben seien laut Experten allen voran Klimaanlagen in der Schweinezerlegung, die für die Lebensmittelhygiene erforderlich sind. Über diese Belüftungssysteme lässt sich das Corona-Virus schnell verbreiten. Das hängt damit zusammen, dass die Luft in den Betrieben nicht permanent neu mit Frischluft aufbereitet wird, sondern lediglich zwischen der Klimaanlage und den zu kühlenden Räumlichkeiten zirkuliert. Die Luft, die in der Klimaanlage gekühlt wird, wird unaufbereitet wieder in die Räumlichkeiten zurückgeleitet, die so mögliche Aerosole des Corona-Virus mit sich tragen können.

Darüber hinaus hat der Corona-Ausbruch in den Schlachtbetrieben erneut die Diskussion um die kritischen Arbeitsbedingungen im Fleischereigewerbe entfacht, von denen insbesondere ausländische Werkvertragsarbeiter betroffen sind. Dazu zählen u.a. die schlechte Wohnsituation in den Sammelunterkünften für ausländische Arbeitskräfte, die schlechte Bezahlung und lange Arbeitszeiten. Auch die Politik reagierte auf diese Situation, z.B. durch das Verbot von Werkverträgen in Schlachtbetrieben ab Januar 2021 und der Einschränkung der Leiharbeit ab April 2021.

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