Berufsgruppen mit hohen Fehlzeiten aufgrund von Burn-out-Erkrankungen nach Falldauer
Mit 607,1 Arbeitsunfähigkeitstagen (AU-Tage) je 1.000 Mitglieder entfielen 2023 nicht nur die meisten Burn-out-Krankheitstage auf Aufsichts- und Führungskräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege. Die Betroffenen waren mit einer Burn-out-Diagnose mit 43,9 AU-Tagen je Krankschreibung im Schnitt auch am längsten arbeitsunfähig und bilden zusammen mit anderen sozialen Berufen die burn-out-anfälligsten Berufsfelder.
Was ist Burn-out?
In den letzten Jahren hat das Thema psychische Erkrankungen in der öffentlichen Debatte zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im Zuge steigender Krankheitszahlen – psychische Erkrankungen haben sich zu einer der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit entwickelt – findet auch das Burn-out-Syndrom steigende Beachtung. Vormals als „Modeerkrankung“ verschrien umschreibt Burn-out einen Zustand der totalen körperlichen und geistigen Erschöpfung. Bislang wurde aus Mangel einer eigenen ICD-10 Diagnose Burn-out unter der Diagnosegruppe Z73 „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ kodiert. In der überarbeiteten ICD-11 Version, die ab dem 1. Januar 2022 in Kraft getreten ist, wird Burn-out jedoch eindeutiger als Syndrom aufgrund von "Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann" definiert.
Modeerkrankung Burn-out?
Das vormals als „Modeerkrankung“ verschriene Burn-out-Syndrom umschreibt einen Zustand der totalen körperlichen und geistigen Erschöpfung. Der rapide Anstieg von Diagnosehäufigkeit und AU-Tagen legt jedoch eher eine gesellschaftlich gestiegene Sensibilität für das Thema der psychischen Erkrankungen nahe. Nach Angaben der der AOK hat sich die Krankheitslast aufgrund von Burn-out-Diagnosen in den letzten zehn Jahren mehr als vervierfacht. In der Forschung wird Burn-out immer wieder mit einer hohen Belastung in Arbeit und Privatleben in Verbindung gebracht. Vor allem Berufsgruppen mit hoher sozialer Interaktion sind von Burn-out-Erkrankungen betroffen. So ist es wenig verwunderlich, dass neben dem Dialogmarketing auch Berufe im Verbtrieb und der Altenpflege stark betroffen sind.
Krankheitslast aufgrund von Burn-out
Die AOK zählte 2023 durchschnittlich 174,8 AU-Tage je 1.000 Mitglieder aufgrund einer Burn-out-Diagnose. Damit ist das burn-out-bedingte Arbeitsunfähigkeitsvolumen im letzten Jahrzehnt um deutlich mehr als 70 Prozent angestiegen. Auch die Häufigkeit dieser Diagnosegruppe hat sich rapide erhöht: kam im Jahr 2005 noch im Schnitt ein Fall auf je 1.000 Mitglieder registrierte die AOK 2023 im Schnitt 7,7 Fälle je 1.000 Mitglieder. Hochgerechnet auf alle gesetzlich krankenversicherten Beschäftigten ergeben sich aus diesen Zahlen für 2023 rund 186.000 Burn-out-Betroffene mit kulminierten 4,7 Millionen Krankheitstagen.