Der Anteil der Weltbevölkerung in Megastädten wächst seit Jahrzehnten deutlich und hat sich von 2,5 Prozent im Jahr 1950 auf 15,9 Prozent im Jahr 2020 erhöht. Bis 2050 könnte er laut UN-Projektionen weiter auf 16,3 Prozent steigen. Gleichzeitig verliert das Leben in kleineren Städten an Bedeutung: Der Anteil der Bevölkerung in Städten mit weniger als 0,5 Millionen Einwohnern sank im gleichen Zeitraum von 50,8 Prozent auf 25,5 Prozent.
Diese Entwicklung spiegelt den globalen Urbanisierungstrend wider. Wirtschaftliche Chancen, Infrastruktur und Migration treiben laut das Wachstum großer Metropolen. Die zunehmende Konzentration könnte jedoch Herausforderungen bei Wohnraum, Verkehr und Umwelt verstärken und Städteplaner vor neue Aufgaben stellen.
Eine große Herausforderung ist zum Beispiel der so genannte Wärmeinseleffekt: danach heizen sich Bauwerke und Straßen auf und wirken wie Hitzespeicher. Durch die vielen hohen Häuser und engen Straßenschluchten reduziere sich außerdem die Windgeschwindigkeit und der Abtransport der aufgetauten Wärme dauere länger. Durch diese zusätzliche Wärmebelastung und der beobachteten höheren Luftverunreinigung in Städten potenziere sich die Beeinträchtigung der Gesundheit des Menschen. Dies sei eines der wichtigsten urbanen Umweltprobleme weltweit.
Die UN geht allerdings davon aus, dass sich das Wachstum der größten Städte künftig abschwächen könnte. Ab etwa 2025 dürfte demnach der Anstieg des Anteils der Bevölkerung in Megastädten stagnieren und bis 2050 leicht zurückgehen. Die Entwicklung mittelgroßer Städte mit 5 bis 10 Millionen Einwohnern gewinnt dagegen im selben Zeitraum wieder an Bedeutung, was auf eine breitere Verteilung des urbanen Wachstums hindeuten könnte.









