Anzahl Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von Burn-out nach Alter und Geschlecht 2023
Bei Burn-out-Diagnosen zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen mit entsprechender Diagnose sind im Schnitt deutlich länger krankgeschrieben als Männer. Im Jahr 2023 zählte die AOK für Frauen 228,1 Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) je 1.000 Mitglieder, auf Männer entfielen durchschnittlich 131,1 Tage. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern wird am häufigsten zwischen dem 60. und 64. Lebensjahr ein Burn-out diagnostiziert. Generell steigt mit zunehmenden Alter das Risiko eines Burn-outs.
Was ist Burn-out?
In den letzten Jahren hat das Thema psychische Erkrankungen in der öffentlichen Debatte zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im Zuge steigender Krankheitszahlen – psychische Erkrankungen haben sich zu einer der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit entwickelt – findet auch das Burn-out-Syndrom steigende Beachtung. Vormals als „Modeerkrankung“ verschrien umschreibt Burn-out einen Zustand der totalen körperlichen und geistigen Erschöpfung. Bislang wurde aus Mangel einer eigenen ICD-10 Diagnose Burn-out unter der Diagnosegruppe Z73 „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ kodiert. In der überarbeiteten ICD-11 Version, die ab dem 1. Januar 2022 in Kraft getreten ist, wird Burn-out jedoch eindeutiger als Syndrom aufgrund von "Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann" definiert.
Krankheitslast aufgrund von Burn-out
Die AOK zählte 2023 durchschnittlich 174,8 AU-Tage je 1.000 Mitglieder aufgrund einer Burn-out-Diagnose. Damit ist das burn-out-bedingte Arbeitsunfähigkeitsvolumen im letzten Jahrzehnt um mehr als 70 Prozent angestiegen. Auch die Häufigkeit dieser Diagnosegruppe hat sich rapide erhöht: kam im Jahr 2005 noch im Schnitt ein Fall auf je 1.000 Mitglieder registrierte die AOK 2023 im Schnitt 7,7 Fälle je 1.000 Mitglieder. Hochgerechnet auf alle gesetzlich krankenversicherten Beschäftigten ergeben sich aus diesen Zahlen für 2023 rund 186.000 Burn-out-Betroffene mit kulminierten 4,7 Millionen Krankheitstagen.