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Statistiken zur Geflügelwirtschaft in Deutschland

Die Geflügelwirtschaft gehört zu den wichtigsten Segmenten der Fleischindustrie in Deutschland. Über 1,6 Millionen Tonnen Geflügelfleisch hat Deutschland im Jahr 2020 erzeugt. Lediglich die Schweinefleischproduktion übertrifft das Produktionsvolumen der Geflügelwirtschaft mit einer Menge von mehr als fünf Millionen Tonnen. Im EU-weiten Vergleich gehört Deutschland auch zu den vier führenden Produktionsländern von Geflügelfleisch. Auf dem ersten Platz rangierte zuletzt Polen. Zu Geflügel gehören neben Hühnern auch Enten, Gänse, Perlhühner, Truthähne und Strauße. Am bedeutendsten ist dabei die Fleischproduktion aus Jungmasthühnern. Neben Fleisch sind auch Eier ein wichtiges Produkt in der Geflügelhaltung.

Insgesamt gibt es in Deutschland knapp 45.000 Betriebe in der Legehennenhaltung sowie 3.330 Betriebe in der Haltung von Mast- und Schlachthühnern (Stand: 2016) – mit einer regionalen Konzentration in Niedersachsen. Wie in anderen Branchen in der Nutztierhaltung zeichnete sich auch in der Geflügelhaltung in den vergangenen Jahrzehnten ein Strukturwandel ab. So ist die Anzahl der Betriebe auf langer Sicht rückläufig. Während im Jahr 1992 noch rund 80.000 Betriebe in der Haltung von Schlacht- und Masthühnern aktiv waren, sank die Zahl im Jahr 2016 auf etwa 3.300 Betriebe. Dabei konnten sich insbesondere Großbetriebe zulasten kleiner Betriebe durchsetzen. Demnach wurden in einem durchschnittlichen Betrieb in der Masthühnerhaltung im Jahr 2016 über 28.000 gehalten. Im Jahr 1992 waren es noch 455 Tiere pro Halter. Umsatzstarke Unternehmen in der Produktion und Verarbeitung von Geflügelfleisch sind die PHW-Gruppe, die Rothkötter- sowie die Sprehe-Gruppe.

Stellenwert von Tierwohl und Nachhaltigkeit in der Geflügelhaltung

Von den insgesamt 49,61 Millionen Hennenhaltungsplätzen in Deutschland entfielen im Jahr 2020 rund 30,95 Millionen auf die Bodenhaltung. Damit waren fast zwei Drittel der Hennenhaltungsplätze für diese Haltungsform vorgesehen. Statistik: Fallzahl des Coronavirus (COVID-19) in Deutschland, Frankreich und Spanien seit Januar 2020 (Stand: 18. März 2020) | StatistaTierwohl- und Nachhaltigkeitsaspekte werden zunehmend relevant in der Nutztierhaltung. So wurde im Jahr 2010 die konventionelle Käfighaltung (sog. Legebatterien) deutschlandweit verboten. Lediglich ausgestaltete Käfige und Kleingruppenhaltung sind seitdem noch zulässig. Dies erklärt auch den Rückgang der Käfighaltung in der Statistik von 14,1 Millionen Plätzen im Jahr 2009 auf 6,7 Millionen Plätze im Jahr 2010. Ab 2025 soll die Käfighaltung sogar komplett abgeschafft werden. Parallel dazu haben sowohl die Freilandhaltung als auch die ökologische Erzeugung einen Bedeutungszuwachs erfahren. Während es im Jahr 2010 etwa 2,3 Millionen ökologische Hennenhaltungsplätze gab, waren es im Jahr 2020 bereits 5,96 Millionen.

Neben der Abschaffung der Käfighaltung ab 2025 gilt seit dem ersten Januar 2022 auch bereits ein Verbot für das Kükentöten. Bei den betroffenen Tieren handelt es sich um die männlichen Küken der klassischen Legerassen, die auf Eierproduktion spezialisiert sind. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und der Qualität des Fleisches eignet sich diese Hühnerrasse bisher weniger für die Fleischproduktion. Klassische Lösungsvorschläge sind u. a. die Geschlechtsbestimmung im Brutei, die Züchtung von Zweinutzungshühnern sowie die Aufzucht der Bruderhähne. Kritiker befürchten, dass die deutschen Eier durch billigere Ware aus dem Ausland substituiert werden könnten, die selbst noch auf das Kükentöten setzen. Bei den Verbrauchern stößt das Verbot des Kükentötens jedoch weitestgehend auf Zustimmung.

Die Verbraucher in Deutschland greifen zunehmend auf Geflügel zurück

Anders als in einigen anderen EU-Staaten, wie Portugal, ist der deutsche Fleischkonsum insbesondere vom Schweinefleisch geprägt. Der Pro-Kopf-Konsum betrug bei Schweinefleisch 32,8 Kilogramm im Jahr 2020. Statistik: Fallzahl des Coronavirus (COVID-19) in Deutschland, Frankreich und Spanien seit Januar 2020 (Stand: 18. März 2020) | Statista Bei Geflügel lag der Verbrauch bei 13,3 Kilogramm pro Person. Doch die Gewohnheiten befinden sich im Wandel: Während die deutschen Verbraucher immer weniger Schweinefleisch essen, greifen diese zunehmend auf alternative Fleischsorten wie Geflügel zurück. Besonders beliebt ist in Deutschland dabei der Verzehr von Hühnerfleisch, gefolgt von Truthühnern, Enten und Gänsen. Während Hühnerfleisch sich ganzjähriger Beliebtheit erfreut, hat beispielsweise der Konsum von Gänsefleisch seinen Höhepunkt in der Zeit von November bis Dezember.
Im Jahr 2021 sind die Preise bei Geflügel überdurchschnittlich stark gestiegen. Während Fleisch und Fleischwaren insgesamt um 2,8 Prozent teurer wurden, verzeichnete Geflügelfleisch einen Anstieg von 5,42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Grund ist der Ausbruch der Geflügelpest, die für Verluste, Sicherheitsmaßnahmen und Unsicherheit bei den Landwirten gesorgt hat. Auch trugen hohe Energie- und Futterpreise sowie die Corona-Krise zu dem Preisanstieg bei.

Auch bei Eiern sind die Verbraucherpreise im Jahr 2021 dementsprechend stark gestiegen – und zwar um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eier sind ein weiteres wichtiges Produkt aus der Geflügelhaltung. Neben dem direkten Verzehr als gekochtes Ei, Rühr- oder Spiegelei, werden Eier auch in weiteren Lebensmitteln verarbeitet, z. B. einigen Teig- und Backwaren, Soßen, Kuchen und Fertiggerichten. In Deutschland nimmt ein durchschnittlicher Verbraucher etwa 239 Eier pro Jahr zu sich. Somit liegt der Eierkonsum in der Bundesrepublik über dem Durchschnitt der Europäischen Union.
Dabei unterscheiden sich die Verbraucherpreise je nach Haltungsform, aus dem das Ei stammt. Zehn Eier aus Bodenhaltung kosteten im Jahr 2020 etwa 1,46 Euro. Zum Vergleich: Für die gleiche Menge Eier aus ökologischer Erzeugung musste ein Kunde 3,33 Euro zahlen. Gründe sind u. a. die höhere Kostenintensivität, höhere Anforderungen (z. B. mehr Platz, Futter aus ökologischer Erzeugung) sowie die geringere Produktivität der ökologischen Erzeugung.

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