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Statistiken zur Nutztierhaltung in Deutschland

Mit der neolithischen Revolution – also dem Übergang von der Jäger- und Sammlerkultur zur Hirten- und Bauernkultur – fand eine zunehmende Domestizierung und Nutzbarmachung von Tieren statt. Zu den typischen Nutztieren zählen dabei Schweine, Rinder, Geflügel, Schafe, Ziegen und Pferde. Bei der Nutztierhaltung handelt es sich um eine Haltung von Tieren aus ökonomischen Motiven. Dadurch unterscheidet sich die Nutztierhaltung auch von der Haus- und Wildtierhaltung. Zu solchen ökonomischen Gründen gehören u.a. die Herstellung von Nahrungsmitteln (z.B. Fleisch) sowie der Gewinnung von weiteren Tierprodukten (z.B. Wolle). Die Nutztierhaltung im Ganzen umfasst im Regelfall die Ernährung, Pflege und Unterbringung der Nutztiere.

Käfighaltung auf dem Rückzug

Die Nutztierhaltung hat sich zu einem wichtigen Bestandteil der deutschen Landwirtschaft entwickelt. Der Bestand an Nutztieren liegt in Deutschland jährlich bei über 200 Millionen Tieren. Geflügel macht hierbei den Großteil des Bestandes aus. Rund 174 Millionen Tiere wurden im Jahr 2019 in der Bundesrepublik gehalten und insgesamt rund 1,6 Millionen Tonnen Geflügel geschlachtet. Mehrheitlich stammt das Fleisch dabei von Jungmasthühnern. Aus Geflügel lässt sich dabei nicht nur Fleisch gewinnen. Auch Eier gelten als begehrtes Erzeugnis. Nahezu 15 Milliarden Eier wurden im Jahr 2019 produziert. Zuletzt dominierte mit einer Anzahl von rund 30,88 Millionen Tieren dabei die Bodenhaltung in der Hennenhaltung. Bis 2008 sahen die Verhältnisse noch anders aus: Dort war die Hennenhaltung mit einem Anteil von 62 Prozent noch von der Käfighaltung geprägt. Mit dem Verbot der konventionellen Käfighaltung (Legebatterien) im Jahr 2009 ist die Käfighaltung auf dem Rückzug. Lediglich Kleingruppenhaltung ist noch erlaubt. Auch bei der Kleingruppenhaltung handelt es sich um eine Haltung in ausgestalteten Käfigen. So wird in der Kleingruppenhaltung einem Tier rund 800 cm2 statt 550 cm2 zugestanden. Ebenso verfügen die ausgestalteten Käfige über Sitzstangen, Nestern und Einstreu auf insgesamt mindestens drei Etagen. Aber auch die ausgestaltete Käfighaltung ist ein Auslaufmodell: Eine Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sieht für das Jahr 2025 ein Ende für diese Haltungsform vor.

Deutschland wichtiger Produzent von Schweinefleisch

Insgesamt wurden weltweit im Jahr 2020 etwa 97,9 Millionen Tonnen Schweinefleisch erzeugt. Allein in Deutschland lag im Jahr 2019 die Produktionsmenge von Schweinefleisch bei über fünf Millionen Tonnen. Damit ist Deutschland das führende Erzeugerland in der Europäischen Union und drittwichtigster Produzent weltweit – nach China und den USA. Dabei geht die Erzeugungsmenge in Deutschland mit einem Selbstversorgungsgrad von 120 Prozent über die Deckung des Eigenbedarfs hinaus. Damit konnte die Bundesrepublik einen Teil der eigenen Produktion ins Ausland exportieren. Im Jahr 2019 war dabei China der bedeutendste Abnehmer deutschen Schweinefleisches. Auch wenn China der führende Produzent ist, so reicht die eigene Produktion nicht für die Deckung des Eigenbedarfs – insbesondere nach Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China im Jahr 2018. So wurden im Jahr 2019 über 325.000 Tonnen Schweinefleisch aus Deutschland nach China exportiert. Im Vorjahr lag die Exportmenge noch bei knapp 180.000 Tonnen.

Effizienzsteigerung in der Nutztierhaltung: Beispiel Milchkuhhaltung

Insgesamt lag der Rinderbestand im Jahr 2019 in Europa bei 87 Millionen Tiere. Davon wurden rund 11,6 Millionen Rinder in Deutschland gehalten. Über 1,1 Millionen Tonnen Rindfleisch wurden zuletzt in Deutschland produziert. Damit war das Land nach Frankreich der zweitwichtigste Erzeuger in Europa. Ein zweites wichtiges Standbein der Rinderhaltung ist die Milchkuhhaltung. So gehört Deutschland zu den führenden Milcherzeugerländern weltweit – nach den USA, Indien und Brasilien. Trotz der steigenden Milchproduktion in Deutschland ist der Milchkuhbestand im Vergleich zu den 1990er Jahren gesunken. Ein Grund für diese Entwicklung mag an der zunehmenden Leistungsfähigkeit der Milchkühe liegen. Die Milchleistung pro Kuh ist in den letzten 100 Jahren deutlich angestiegen. Während um 1950 eine Kuh 2.480 Kilogramm Milch erzeugte, waren es im Jahr 2019 bereits 8.250 Kilogramm pro Kuh. Dies stellt etwas mehr als eine Verdreifachung der Leistungsfähigkeit einer Milchkuh dar.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Nutztierhaltung in Deutschland" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Schweinehaltung

Rinderhaltung

Geflügelhaltung

Interessante Statistiken

In den folgenden 6 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 63 Statistiken aus dem Thema "Nutztierhaltung in Deutschland".

Nutztierhaltung in Deutschland

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Statistiken zur Nutztierhaltung in Deutschland

Mit der neolithischen Revolution – also dem Übergang von der Jäger- und Sammlerkultur zur Hirten- und Bauernkultur – fand eine zunehmende Domestizierung und Nutzbarmachung von Tieren statt. Zu den typischen Nutztieren zählen dabei Schweine, Rinder, Geflügel, Schafe, Ziegen und Pferde. Bei der Nutztierhaltung handelt es sich um eine Haltung von Tieren aus ökonomischen Motiven. Dadurch unterscheidet sich die Nutztierhaltung auch von der Haus- und Wildtierhaltung. Zu solchen ökonomischen Gründen gehören u.a. die Herstellung von Nahrungsmitteln (z.B. Fleisch) sowie der Gewinnung von weiteren Tierprodukten (z.B. Wolle). Die Nutztierhaltung im Ganzen umfasst im Regelfall die Ernährung, Pflege und Unterbringung der Nutztiere.

Käfighaltung auf dem Rückzug

Die Nutztierhaltung hat sich zu einem wichtigen Bestandteil der deutschen Landwirtschaft entwickelt. Der Bestand an Nutztieren liegt in Deutschland jährlich bei über 200 Millionen Tieren. Geflügel macht hierbei den Großteil des Bestandes aus. Rund 174 Millionen Tiere wurden im Jahr 2019 in der Bundesrepublik gehalten und insgesamt rund 1,6 Millionen Tonnen Geflügel geschlachtet. Mehrheitlich stammt das Fleisch dabei von Jungmasthühnern. Aus Geflügel lässt sich dabei nicht nur Fleisch gewinnen. Auch Eier gelten als begehrtes Erzeugnis. Nahezu 15 Milliarden Eier wurden im Jahr 2019 produziert. Zuletzt dominierte mit einer Anzahl von rund 30,88 Millionen Tieren dabei die Bodenhaltung in der Hennenhaltung. Bis 2008 sahen die Verhältnisse noch anders aus: Dort war die Hennenhaltung mit einem Anteil von 62 Prozent noch von der Käfighaltung geprägt. Mit dem Verbot der konventionellen Käfighaltung (Legebatterien) im Jahr 2009 ist die Käfighaltung auf dem Rückzug. Lediglich Kleingruppenhaltung ist noch erlaubt. Auch bei der Kleingruppenhaltung handelt es sich um eine Haltung in ausgestalteten Käfigen. So wird in der Kleingruppenhaltung einem Tier rund 800 cm2 statt 550 cm2 zugestanden. Ebenso verfügen die ausgestalteten Käfige über Sitzstangen, Nestern und Einstreu auf insgesamt mindestens drei Etagen. Aber auch die ausgestaltete Käfighaltung ist ein Auslaufmodell: Eine Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sieht für das Jahr 2025 ein Ende für diese Haltungsform vor.

Deutschland wichtiger Produzent von Schweinefleisch

Insgesamt wurden weltweit im Jahr 2020 etwa 97,9 Millionen Tonnen Schweinefleisch erzeugt. Allein in Deutschland lag im Jahr 2019 die Produktionsmenge von Schweinefleisch bei über fünf Millionen Tonnen. Damit ist Deutschland das führende Erzeugerland in der Europäischen Union und drittwichtigster Produzent weltweit – nach China und den USA. Dabei geht die Erzeugungsmenge in Deutschland mit einem Selbstversorgungsgrad von 120 Prozent über die Deckung des Eigenbedarfs hinaus. Damit konnte die Bundesrepublik einen Teil der eigenen Produktion ins Ausland exportieren. Im Jahr 2019 war dabei China der bedeutendste Abnehmer deutschen Schweinefleisches. Auch wenn China der führende Produzent ist, so reicht die eigene Produktion nicht für die Deckung des Eigenbedarfs – insbesondere nach Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China im Jahr 2018. So wurden im Jahr 2019 über 325.000 Tonnen Schweinefleisch aus Deutschland nach China exportiert. Im Vorjahr lag die Exportmenge noch bei knapp 180.000 Tonnen.

Effizienzsteigerung in der Nutztierhaltung: Beispiel Milchkuhhaltung

Insgesamt lag der Rinderbestand im Jahr 2019 in Europa bei 87 Millionen Tiere. Davon wurden rund 11,6 Millionen Rinder in Deutschland gehalten. Über 1,1 Millionen Tonnen Rindfleisch wurden zuletzt in Deutschland produziert. Damit war das Land nach Frankreich der zweitwichtigste Erzeuger in Europa. Ein zweites wichtiges Standbein der Rinderhaltung ist die Milchkuhhaltung. So gehört Deutschland zu den führenden Milcherzeugerländern weltweit – nach den USA, Indien und Brasilien. Trotz der steigenden Milchproduktion in Deutschland ist der Milchkuhbestand im Vergleich zu den 1990er Jahren gesunken. Ein Grund für diese Entwicklung mag an der zunehmenden Leistungsfähigkeit der Milchkühe liegen. Die Milchleistung pro Kuh ist in den letzten 100 Jahren deutlich angestiegen. Während um 1950 eine Kuh 2.480 Kilogramm Milch erzeugte, waren es im Jahr 2019 bereits 8.250 Kilogramm pro Kuh. Dies stellt etwas mehr als eine Verdreifachung der Leistungsfähigkeit einer Milchkuh dar.

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