Korruption in Deutschland

Korruption ist laut Bundeskriminalamt (BKA) und kriminologischer Forschung der „Missbrauch eines öffentlichen Amtes, einer Funktion in der Wirtschaft oder eines politischen Mandats“. Häufig wird hierbei eine Vertrauensstellung in einer Funktion in der Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Politik oder auch in nicht-wirtschaftlichen Vereinigungen oder Organisationen ausgenutzt, um einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen, auf den kein rechtlich begründeter Anspruch besteht. Das erfasste Korruptionsvorkommen in Deutschland wird insbesondere im jährlich erscheinenden Bundeslagebild des BKAs abgebildet, das auf den Daten der Landeskriminalämter, des Bundeskriminalamtes selbst, der Bundespolizei und des Zollkriminalamtes basiert. Diesem Bericht zufolge belief sich die Anzahl polizeilich bekannt gewordener Korruptionsstraftaten in Deutschland auf rund 5.400 im Jahr 2019, was einem Anstieg um 42,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Das Korruptionsgeschehen in Deutschland

Korruption trat nach der polizeilich erfassten Statistik im genannten Jahr vor allem in der allgemeinen öffentlichen Verwaltung auf (siehe die Verteilung der Fälle von Korruption in Deutschland nach Zielbereichen). Rund 50 Prozent der vom BKA erfassten Korruptionsfälle ließen sich in diesem Bereich verorten, während etwa 39 Prozent der erfassten Fälle dem Bereich der Wirtschaft zugeschrieben wurde. Dabei konnten bei den im Jahr 2019 erfassten Korruptionsfällen 2.539 Tatverdächtige von Korruptionsstraftaten ermittelt werden. Rund 1.100 Personen standen diesbezüglich im Verdacht, Vorteile angenommen zu haben bzw. bestochenen worden zu sein, während sich etwa 1.400 Personen der Vorteilsgewährung bzw. der Bestechung verdächtig gemacht haben. Die Erfassung der Tatverdächtigen ist auch insofern wichtig, da in der polizeilichen Kriminalstatistik eine Straftat erst dann als aufgeklärt gilt, wenn mindestens ein namentlich bekannter Tatverdächtiger ermittelt wurde. Die Aufklärungsquote bei Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikten lag mit 80,1 Prozent auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der durch die Fälle von Korruption verursachte finanzielle Schaden belief sich im Jahr 2019 auf eine Summe von rund 47 Millionen Euro.

Die Korruptionsstraftaten im Detail

Für die Definition der verschiedenen Strafnormen, die unter die Bezeichnung der Korruption fallen, ist, wie bei vielen anderen Straftatbeständen, vor allem das Strafgesetzbuch (StGB) verantwortlich. So zählen Handlungen wie Vorteilsannahme (§ 331) und Bestechlichkeit (§ 332) bzw. Vorteilsgewährung (§ 333) und Bestechung (§ 334) zu den im Strafgesetzbuch definierten Strafnormen der Korruption in öffentlichen Ämtern. Doch auch Fälle der Korruption im geschäftlichen Verkehr, im Gesundheitswesen oder in der Politik, z.B. bei Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern, werden im Strafgesetzbuch definiert. Die meisten der polizeilich bekannt gewordenen Korruptionsstraftaten, etwa 21 Prozent bzw. 1.120 Fälle, fielen 2019 dabei in den Bereich der besonders schweren Fälle der Bestechung und Bestechlichkeit. Diese liegt vor, wenn nach § 335 StGB in einem öffentlichen Amt eine Vorteilsgewährung bzw. Annahme in besonders großem Ausmaß stattgefunden hat, bei längerfristigen Vorteilsannahmen für entsprechende Gegenleistungen in öffentlichen Ämtern oder bei gewerbsmäßig oder bandenmäßig durchgeführten und längerfristigen Vorteilsgewährungen in entsprechenden öffentlichen Institutionen.

Wichtige Kennzahlen

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Korruptionsgeschehen in Deutschland

Polizeilich erfasste Korruptionsstraftaten im Detail

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Korruption in Deutschland

Korruption ist laut Bundeskriminalamt (BKA) und kriminologischer Forschung der „Missbrauch eines öffentlichen Amtes, einer Funktion in der Wirtschaft oder eines politischen Mandats“. Häufig wird hierbei eine Vertrauensstellung in einer Funktion in der Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Politik oder auch in nicht-wirtschaftlichen Vereinigungen oder Organisationen ausgenutzt, um einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen, auf den kein rechtlich begründeter Anspruch besteht. Das erfasste Korruptionsvorkommen in Deutschland wird insbesondere im jährlich erscheinenden Bundeslagebild des BKAs abgebildet, das auf den Daten der Landeskriminalämter, des Bundeskriminalamtes selbst, der Bundespolizei und des Zollkriminalamtes basiert. Diesem Bericht zufolge belief sich die Anzahl polizeilich bekannt gewordener Korruptionsstraftaten in Deutschland auf rund 5.400 im Jahr 2019, was einem Anstieg um 42,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Das Korruptionsgeschehen in Deutschland

Korruption trat nach der polizeilich erfassten Statistik im genannten Jahr vor allem in der allgemeinen öffentlichen Verwaltung auf (siehe die Verteilung der Fälle von Korruption in Deutschland nach Zielbereichen). Rund 50 Prozent der vom BKA erfassten Korruptionsfälle ließen sich in diesem Bereich verorten, während etwa 39 Prozent der erfassten Fälle dem Bereich der Wirtschaft zugeschrieben wurde. Dabei konnten bei den im Jahr 2019 erfassten Korruptionsfällen 2.539 Tatverdächtige von Korruptionsstraftaten ermittelt werden. Rund 1.100 Personen standen diesbezüglich im Verdacht, Vorteile angenommen zu haben bzw. bestochenen worden zu sein, während sich etwa 1.400 Personen der Vorteilsgewährung bzw. der Bestechung verdächtig gemacht haben. Die Erfassung der Tatverdächtigen ist auch insofern wichtig, da in der polizeilichen Kriminalstatistik eine Straftat erst dann als aufgeklärt gilt, wenn mindestens ein namentlich bekannter Tatverdächtiger ermittelt wurde. Die Aufklärungsquote bei Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikten lag mit 80,1 Prozent auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der durch die Fälle von Korruption verursachte finanzielle Schaden belief sich im Jahr 2019 auf eine Summe von rund 47 Millionen Euro.

Die Korruptionsstraftaten im Detail

Für die Definition der verschiedenen Strafnormen, die unter die Bezeichnung der Korruption fallen, ist, wie bei vielen anderen Straftatbeständen, vor allem das Strafgesetzbuch (StGB) verantwortlich. So zählen Handlungen wie Vorteilsannahme (§ 331) und Bestechlichkeit (§ 332) bzw. Vorteilsgewährung (§ 333) und Bestechung (§ 334) zu den im Strafgesetzbuch definierten Strafnormen der Korruption in öffentlichen Ämtern. Doch auch Fälle der Korruption im geschäftlichen Verkehr, im Gesundheitswesen oder in der Politik, z.B. bei Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern, werden im Strafgesetzbuch definiert. Die meisten der polizeilich bekannt gewordenen Korruptionsstraftaten, etwa 21 Prozent bzw. 1.120 Fälle, fielen 2019 dabei in den Bereich der besonders schweren Fälle der Bestechung und Bestechlichkeit. Diese liegt vor, wenn nach § 335 StGB in einem öffentlichen Amt eine Vorteilsgewährung bzw. Annahme in besonders großem Ausmaß stattgefunden hat, bei längerfristigen Vorteilsannahmen für entsprechende Gegenleistungen in öffentlichen Ämtern oder bei gewerbsmäßig oder bandenmäßig durchgeführten und längerfristigen Vorteilsgewährungen in entsprechenden öffentlichen Institutionen.

Interessante Statistiken

In den folgenden 2 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 16 Statistiken aus dem Thema "Korruption in Deutschland".

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