Statistiken zur Religion in Österreich

Veröffentlicht von Martin Mohr, 21.02.2019
Konfessionsübergreifend glauben laut einer Umfrage von 2018 rund drei Viertel (73 Prozent) der Österreicher an einen Gott. Gemäß der gleichen Erhebung bezeichnen sich 63 Prozent als religiös, 29 Prozent als nicht-religiös und 4 Prozent als überzeugte Atheisten. Die letzten amtlichen Zahlen zur tatsächlichen Religionszugehörigkeit in Österreich stammen aus der Volkszählung im Jahr 2001; in den nachfolgenden Registerzählungen ist dieses Merkmal nicht mehr enthalten. Ein Überblick über die Verbreitung der Konfessionen im Land lässt sich daher nur über die Angaben der einzelnen Religionsgemeinschaften verschaffen. Zwar sind diese von unterschiedlicher Aktualität und Qualität, bieten aber dennoch eine gute Annäherung an die Religionslandschaft in Österreich. Demnach ist die katholische Kirche mit rund 5,1 Millionen Mitgliedern (Ende 2018) die mit Abstand bedeutendste Glaubensgemeinschaft, gefolgt von den circa 775.000 orthodoxen Christen (2018) sowie den geschätzt etwa 700.000 Muslimen (2016). Die evangelischen Kirchen kamen Ende 2018 auf rund 293.000 Mitglieder; alle übrigen Religionen haben deutlich weniger Anhänger.

Obwohl Österreich also sehr katholisch geprägt ist, nimmt die Zahl der Kirchenmitglieder seit Jahren ab. Zwar stellten die Katholiken Ende 2018 mit einem Bevölkerungsanteil von 57 Prozent weiter klar die Mehrheit im Land, vor zehn Jahren betrug ihr Anteil aber noch 66,9 Prozent. Ebenso rückläufig ist der Besuch katholischer Gottesdienste. Die Abnahme hat zum einen demografische Gründe (mehr Sterbefälle als Taufen), verweist jedoch auch auf eine bewusste Abwendung von der Kirche: So traten allein im Jahr 2018 rund 58.380 Personen aus der katholischen Kirche aus; auf dem Höhepunkt der Diskussion über kirchlichen Missbrauch 2010 waren es sogar 85.960 Austritte gewesen. Dennoch ist die katholische Kirche in Österreich sehr finanzstark: Insgesamt nahm sie im Jahr 2017 circa 609,2 Millionen Euro ein und gab 602,2 Millionen Euro aus.

Auch die Mitgliedszahlen der evangelischen Kirche in Österreich sind insgesamt rückläufig; ihr Bevölkerungsanteil lag Ende 2018 bei 3,3 Prozent. Im Jahr 2018 traten rund 4.320 Personen aus der evangelischen Kirche nach Augsburger Bekenntnis (A.B.) aus; dies waren weniger als im Vorjahr mit circa 4.600 Austritten. Dem standen etwa 2.620 Taufen gegenüber; der niedrigste Stand der letzten Jahre.

Die Zahl der Muslime hingegen hat in Österreich in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen; ihr Bevölkerungsanteil stieg dementsprechend von 0,3 Prozent im Jahr 1971 auf 8 Prozent 2016. Dieses Wachstum erklärt sich vor allem durch die Einwanderung aus der Türkei, den muslimischen Gebieten des ehemaligen Jugoslawiens sowie in den letzten Jahren der Flüchtlinge aus dem arabischen und nordafrikanischen Raum. Insgesamt gibt es in Österreich 278 islamische Vereine und Moscheen. Viele Österreicher stehen dem Islam skeptisch gegenüber: Laut einer im August 2017 durchgeführten Befragung bewerten 61 Prozent das Zusammenleben zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in Österreich als schlecht, nur 29 Prozent als gut. Einer Erhebung aus dem Frühjahr 2017 zufolge gehört für 73 Prozent der Befragten der Islam nicht zu Österreich.

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