Statistiken zur Religion in Österreich

Konfessionsübergreifend glauben laut einer Umfrage von 2015 rund zwei Drittel (64 Prozent) der Österreicher an einen Gott; 30 Prozent bezeichneten sich als Nicht-Gläubige. Gemäß einer weiteren Erhebung aus dem Sommer 2016 ist 54 Prozent die Praktizierung ihres Glaubens im Alltag wichtig. Die letzten amtlichen Zahlen zur tatsächlichen Religionszugehörigkeit in Österreich stammen aus der Volkszählung im Jahr 2001; in den nachfolgenden Registerzählungen ist dieses Merkmal nicht mehr enthalten. Ein Überblick über die Verbreitung der Konfessionen im Land lässt sich daher nur über die Angaben der einzelnen Religionsgemeinschaften verschaffen. Zwar sind diese von unterschiedlicher Aktualität und Qualität, bieten aber dennoch eine gute Annäherung an die Religionslandschaft in Österreich. Demnach ist die katholische Kirche mit rund 5,1 Millionen Mitgliedern (Ende 2017) die mit Abstand bedeutendste Glaubensgemeinschaft, gefolgt vom Islam mit geschätzt circa 700.000 Gläubigen (2016) sowie den etwa 500.000 orthodoxen (2014) und rund 298.000 evangelischen Christen (Ende 2017). Alle übrigen Religionen haben deutlich weniger Anhänger.

Obwohl Österreich sehr katholisch geprägt ist, nimmt die Zahl der Kirchenmitglieder seit Jahren ab. Zwar stellten sie Ende 2017 mit einem Bevölkerungsanteil von 57,9 Prozent weiter klar die Mehrheit im Land, vor zehn Jahren hatte ihr Anteil aber noch 67,4 Prozent betragen. Ebenso rückläufig ist der Besuch katholischer Gottesdienste. Die Abnahme hat zum einen demografische Gründe (mehr Sterbefälle als Taufen), verweist jedoch auch auf eine bewusste Abwendung von der Kirche: So traten allein im Jahr 2017 rund 53.510 Personen aus der katholischen Kirche aus; auf dem Höhepunkt der Diskussion über kirchlichen Missbrauch 2010 waren es sogar 85.960 Austritte gewesen. Die katholische Kirche in Österreich ist sehr finanzstark: Insgesamt nahm sie im Jahr 2016 rund 604 Millionen Euro ein und gab 602 Millionen Euro aus.

Auch die Mitgliedszahlen der evangelischen Kirche in Österreich sind insgesamt rückläufig; ihr Bevölkerungsanteil lag Ende 2017 bei 3,4 Prozent. Im Jahr 2017 traten rund 4.600 Personen aus der evangelischen Kirche nach Augsburger Bekenntnis (A.B.) aus, wobei in den letzten Jahren ein stetiger Anstieg der Austritte festzustellen ist. Dem standen circa 2.870 Taufen gegenüber, was immerhin eine leichte Steigerung gegenüber den Vorjahren bedeutete.

Die Zahl der Muslime hingegen hat in Österreich in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen; ihr Bevölkerungsanteil stieg dementsprechend von 0,3 Prozent im Jahr 1971 auf 8 Prozent 2016. Dieses Wachstum erklärt sich vor allem durch die Einwanderung aus der Türkei, den muslimischen Gebieten des ehemaligen Jugoslawiens sowie in den letzten Jahren der Flüchtlinge aus dem arabischen und nordafrikanischen Raum. Insgesamt gibt es in Österreich 409 islamische Vereine und Moscheen, davon allein 158 in Wien. Viele Österreicher stehen dem Islam skeptisch gegenüber: Laut einer im Dezember 2017 durchgeführten Befragung bewerten 61 Prozent das Zusammenleben zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in Österreich als schlecht, nur 29 Prozent als gut. Einer Erhebung aus dem Frühjahr 2017 zufolge gehört für 73 Prozent der Befragten der Islam nicht zu Österreich.

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