Statistiken zur Religion in der Schweiz

Konfessionsübergreifend glauben laut einer Umfrage von 2017 62 Prozent der Schweizer an Gott. In einer weiteren Erhebung aus dem Frühjahr 2015 bezeichneten sich 53 Prozent als gläubig. Dabei sind Frauen religiöser als Männer und Ältere mehr als Jüngere. Dies zeigt sich auch in der Häufigkeit des Kirchenbesuchs: Laut einer Befragung von Ende 2017 hatten in diesem Jahr insgesamt 52 Prozent der Schweizer nie aus religiösen Gründen eine Glaubensstätte aufgesucht; bei den 18-34-Jährigen gab es mit 56 Prozent die meisten Nicht-Kirchenbesucher und bei den über 64-Jährigen mit 46 Prozent die wenigsten. Amtliche Zahlen zur Religionszugehörigkeit in der Schweiz werden im Rahmen der Strukturerhebung ermittelt, die über repräsentative Befragungen einer Bevölkerungsstichprobe die Volkszählungen ergänzt. Nach den letzten Hochrechnungen für das Jahr 2017 war die römisch-katholische Kirche mit rund 2,52 Millionen Gläubigen und einem Bevölkerungsanteil von 35,9 Prozent die bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Schweiz, gefolgt von den Evangelisch-Reformierten mit circa 1,68 Millionen und 23,8 Prozent der Bevölkerung sowie dem Islam, zu dem sich etwa 380.000 Menschen oder 5,4 Prozent der Bevölkerung bekannten. Die jüdischen Glaubensgemeinschaften kamen auf gut 18.000 Anhänger und 0,3 Prozent Bevölkerungsanteil; alle übrigen Religionen wurden nicht einzeln erfasst. Als Konfessionslose bezeichneten sich circa 1,83 Millionen Personen; dies entsprach 26 Prozent der Bevölkerung. Dabei bestehen für alle Religionen deutliche Unterschiede zwischen den Kantonen.

Die absolute Zahl der römisch-katholischen Christen in der Schweiz ist in den letzten Jahren recht konstant bei 2,5 bis 2,6 Millionen geblieben. Aufgrund des stärkeren Einwohnerwachstums hat ihr Bevölkerungsanteil jedoch leicht abgenommen; von 38,6 Prozent 2010 auf 35,9 Prozent 2017. 1970 waren sogar noch 46,7 Prozent der Schweizer katholisch gewesen. Im Hinblick auf die Kantone war ihr Anteil mit 79,6 Prozent in Uri am höchsten und mit 15,6 Prozent in Bern am niedrigsten.

Bei der evangelisch-reformierten Kirche hingegen ist die Anhängerzahl deutlich stärker zurückgegangen: Sie verlor allein seit 2010 rund 150.000 Gläubige und kam 2017 noch auf 1,68 Millionen. Der Bevölkerungsanteil sank in diesem Zeitraum von 28 auf 23,8 Prozent; 1970 hatte er noch 48,8 Prozent betragen. Den höchsten Zuspruch haben die Reformierten im Kanton Bern mit 50,2 Prozent, am geringsten ist ihr Anteil im Tessin mit 4 Prozent. Die Abnahme hat zum einen demografische Gründe (mehr Sterbefälle als Taufen), verweist jedoch auch auf eine bewusste Abwendung von der Kirche: So traten allein im Jahr 2017 rund 19.840 Personen aus der evangelisch-reformierten Kirche aus.

Besonders dynamisch hat sich der Islam in der Schweiz entwickelt: Lebten 1970 lediglich noch rund 11.000 Angehörige islamischer Glaubensgemeinschaften im Land, waren es im Jahr 2010 bereits über 293.000 und 2017 circa 380.000. Der Bevölkerungsanteil der Muslime stieg im gleichen Zeitraum von 0,2 auf 5,4 Prozent. Auch hier sind allerdings wieder kantonale Unterschiede zu beachten: Ihr Anteil war 2017 mit 8,2 Prozent in Basel-Stadt am höchsten und mit 1,8 Prozent in Graubünden am niedrigsten. Viele Schweizer stehen dem Islam skeptisch gegenüber: Bei einer Umfrage von Ende 2017 waren 70 Prozent gegen eine weitere Zunahme des Bevölkerungsanteils der Muslime. Hierzu passt, dass im Falle einer Volksabstimmung laut einer ebenso im Dezember 2017 durchgeführten Erhebung 77 Prozent für ein nationales Burkaverbot stimmen würden. Gefragt nach der passendsten Aussage zum Islam, stimmte im Sommer 2016 eine knappe Mehrheit negativen Statements wie dem Islam als Gefahr für die Schweiz oder der Bildung islamischer Parallelgesellschaften zu - diese Antwortoptionen wählten insgesamt 53 Prozent, während eher Islam-freundliche Aussagen wie ein unberechtigter Terror-Verdacht und die gute Integration der Mehrheit der Muslime auf zusammen 47 Prozent kamen. Auf der anderen Seite gaben in einer Befragung Anfang 2017 30 Prozent der Muslime in der Schweiz an, bereits diskriminiert worden zu sein; weitere 25 Prozent kannten Personen aus ihrem Umfeld, denen dies passiert ist.

Die jüdische Gemeinschaft in der Schweiz ist mit knapp 18.100 Anhängern und 0,3 Prozent Bevölkerungsanteil im Jahr 2017 sehr klein. Unter den Kantonen war ihr Anteil in Genf mit 0,9 Prozent am höchsten. Auch diese Religionsgruppe sieht sich bisweilen Anfeindungen ausgesetzt: Im Jahr 2017 wurden allein in der Deutschschweiz 39 antisemitische Vorfälle gemeldet, darunter 4 körperliche Übergriffe.

Neben den etablierten Glaubensgemeinschaften gibt es auch Anhänger von Sekten. Diese Thematik lässt sich annäherungsweise über die Anfragen bei infoSekta, einer Schweizer Beratungsstelle für Sektenfragen, erschließen. Dabei zeigt sich, dass die Anzahl der Anfragen zu Sekten in den letzten Jahren tendenziell zugenommen hat. Die meist thematisierten Gruppen waren im Jahr 2017 die Zeugen Jehovas und Scientology; die Mehrzahl der Kontakte verteilte sich allerdings auf zahlreiche kleinere Vereinigungen. Der weltanschauliche Hintergrund war überwiegend christlich oder esoterisch.

Immer mehr Schweizer schließlich leben außerhalb von Religionsgemeinschaften: 2017 gab es rund 1,83 Millionen Konfessionslose; 2010 waren es noch 1,31 Millionen und 1970 sogar nur 57.000 gewesen. Ihr Bevölkerungsanteil stieg dementsprechend von 1,2 Prozent 1970 auf nunmehr 26 Prozent an und hat damit jenen der Evangelisch-Reformierten übertroffen. Die höchste Verbreitung hat die Konfessionslosigkeit im Kanton Basel-Stadt mit 49,6 Prozent; die geringste in Uri mit 9,4 Prozent. Allerdings ist Konfessionslosigkeit nicht zwangsläufig mit Ungläubigkeit oder Atheismus gleichzusetzen; es kann sich hierbei auch um eine Ablehnung kirchlicher Organisationen, aber nicht unbedingt der Religion an sich handeln.

Interessante Statistiken

In den folgenden 10 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 63 Statistiken aus dem Thema "Religion in der Schweiz".

Religion in der Schweiz

Dossier zum Thema

Alle wichtigen Statistiken redaktionell aufbereitet - direkt downloadbar als PPT & PDF!
TOP SELLER

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Religion in der Schweiz" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Römisch-katholische Kirche

Evangelisch-reformierte Kirche

Islam

Judentum

Sekten

Konfessionslose

Weitere interessante Themen

Verwandte Themen

Sie haben noch Fragen?

Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach.
Wir helfen Ihnen gern!

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach.
Wir helfen Ihnen gern!

Möglichkeiten der Kontaktaufnahme

Nutzen Sie gern unser Kontaktformular oder unsere FAQ.
Alternativ können Sie sich auch direkt an unseren Kundenservice wenden.