Statistiken zur Religion in der Schweiz

Konfessionsübergreifend glauben laut einer Umfrage von 2019 40,1 Prozent der Schweizer an Gott. Darüber hinaus glauben 15,1 Prozent der Schweizer zwar nicht an Gott, jedoch an die Existenz einer höheren Macht. Insgesamt würden sich 38,6 Prozent der Schweizer als eine religiöse Person bezeichnen. Der Anteil liegt besonders hoch bei Mitgliedern evangelikaler Gemeinden (82,7 Prozent).
Amtliche Zahlen zur Religionszugehörigkeit in der Schweiz werden im Rahmen der Strukturerhebung ermittelt, die über repräsentative Befragungen einer Bevölkerungsstichprobe die Volkszählungen ergänzt. Nach den letzten Hochrechnungen für das Jahr 2019 ist die römisch-katholische Kirche mit rund 2,45 Millionen Gläubigen und einem Bevölkerungsanteil von 34,4 Prozent die bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Schweiz, gefolgt von den Evangelisch-Reformierten mit circa 1,61 Millionen und 22,5 Prozent der Bevölkerung. Mit einer Anzahl von rund 392.000 Mitgliedern machen Muslime 5,5 Prozent der Bevölkerung aus. Die jüdischen Glaubensgemeinschaften kommen auf gut 17.000 Anhänger und 0,2 Prozent Bevölkerungsanteil; alle übrigen Religionen wurden nicht einzeln erfasst. Als Konfessionslose bezeichneten sich circa 2,1 Millionen Personen; dies entsprach 29,5 Prozent der Bevölkerung. Dabei bestehen für alle Religionen deutliche Unterschiede zwischen den Kantonen.

Römisch-katholische Kirche

Die absolute Zahl der römisch-katholischen Christen in der Schweiz ist seit 2014 leicht rückläufig. Die Anzahl der Austritte aus der römisch-katholischen Kirche lag im Jahr 2019 bei knapp 32.000. Aus diesem Grund, aber auch durch das stärkere Einwohnerwachstums, hat ihr Bevölkerungsanteil in den letzten Jahren abgenommen; von 38,6 Prozent in 2010 auf 34,4 Prozent in 2019. 1970 waren sogar noch 46,7 Prozent der Schweizer katholisch gewesen. Im Hinblick auf die Kantone war ihr Anteil mit 74,8 Prozent in Uri am höchsten und mit 14,9 Prozent in Bern am niedrigsten.

Evangelisch-reformierte Kirche

Bei der evangelisch-reformierten Kirche ist die Anhängerzahl deutlich stärker zurückgegangen: Sie verlor allein seit 2010 rund 217.000 Gläubige und kam 2019 noch auf 1,61 Millionen. Der Bevölkerungsanteil sank in diesem Zeitraum von 28 auf 22,5 Prozent; 1970 hatte er noch 48,8 Prozent betragen. Den höchsten Zuspruch haben die Reformierten im Kanton Bern mit 47,5 Prozent, am geringsten ist ihr Anteil im Tessin mit 3,9 Prozent. Die Abnahme hat zum einen demografische Gründe (mehr Sterbefälle als Taufen), verweist jedoch auch auf eine bewusste Abwendung von der Kirche: So traten allein im Jahr 2019 rund 26.000 Personen aus der evangelisch-reformierten Kirche aus.

Islam

Besonders dynamisch hat sich der Islam in der Schweiz entwickelt: Lebten 1970 lediglich rund 11.000 Angehörige islamischer Glaubensgemeinschaften im Land, waren es im Jahr 2010 bereits über 293.000 und 2019 circa 392.000. Der Bevölkerungsanteil der Muslime stieg zwischen 1970 und 2019 von 0,2 auf 5,5 Prozent. Auch hier sind allerdings wieder kantonale Unterschiede zu beachten: Ihr Anteil war 2019 mit 8,3 Prozent in Basel-Stadt am höchsten und mit 1,4 Prozent in Graubünden am niedrigsten. Viele Schweizer stehen dem Islam skeptisch gegenüber: Bei einer Umfrage von Ende 2017 waren 70 Prozent gegen eine weitere Zunahme des Bevölkerungsanteils der Muslime. Auf der anderen Seite gaben in einer Befragung Anfang 2017 30 Prozent der Muslime in der Schweiz an, bereits diskriminiert worden zu sein; weitere 25 Prozent kannten Personen aus ihrem Umfeld, die bereits eine Diskriminierung aufgrund ihrer Religion erfahren hatten.

Judentum

Die jüdische Gemeinschaft in der Schweiz war mit rund 17.300 Anhängern und 0,2 Prozent Bevölkerungsanteil im Jahr 2019 sehr klein. Unter den Kantonen war ihr Anteil in Genf mit 1 Prozent am höchsten. Auch diese Religionsgruppe sieht sich bisweilen Anfeindungen ausgesetzt: Im Jahr 2020 wurden allein in der Deutschschweiz 491 antisemitische Aussagen gemeldet.

Sekten

Neben den etablierten Glaubensgemeinschaften gibt es auch Anhänger von Sekten. Diese Thematik lässt sich annäherungsweise über die Anfragen bei infoSekta, einer Schweizer Beratungsstelle für Sektenfragen, erschließen. Dabei zeigt sich, dass die Anzahl der Anfragen zu Sekten in den letzten Jahren zugenommen hat. Die meist thematisierte Gruppe war im Jahr 2019 die Zeugen Jehovas; die Mehrzahl der Kontakte verteilte sich allerdings auf zahlreiche kleinere Vereinigungen. Der weltanschauliche Hintergrund war überwiegend christlich oder esoterisch.

Konfessionslose

Immer mehr Schweizer leben außerhalb von Religionsgemeinschaften: 2019 gab es rund 2,1 Millionen Konfessionslose; 2010 waren es noch 1,31 Millionen und 1970 sogar nur 57.000 gewesen. Ihr Bevölkerungsanteil stieg dementsprechend von 1,2 Prozent 1970 auf nunmehr 29,5 Prozent an und übertrifft damit jenen der Evangelisch-Reformierten. Die höchste Verbreitung hat die Konfessionslosigkeit im Kanton Basel-Stadt mit 52,8 Prozent; die geringste in Appenzell Innerrhoden mit 10,9 Prozent. Allerdings ist Konfessionslosigkeit nicht zwangsläufig mit Ungläubigkeit oder Atheismus gleichzusetzen; es kann sich hierbei auch um eine Ablehnung kirchlicher Organisationen, aber nicht unbedingt der Religion an sich handeln.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Religion in der Schweiz" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Glaube und Religiosität

Römisch-katholische Kirche

Evangelisch-reformierte Kirche

Islam

Judentum

Sekten

Konfessionslose

Interessante Statistiken

In den folgenden 10 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 72 Statistiken aus dem Thema "Religion in der Schweiz".

Religion in der Schweiz

Dossier zum Thema

Alle wichtigen Statistiken redaktionell aufbereitet - direkt downloadbar als PPT & PDF!
TOP SELLER

Statistiken zur Religion in der Schweiz

Konfessionsübergreifend glauben laut einer Umfrage von 2019 40,1 Prozent der Schweizer an Gott. Darüber hinaus glauben 15,1 Prozent der Schweizer zwar nicht an Gott, jedoch an die Existenz einer höheren Macht. Insgesamt würden sich 38,6 Prozent der Schweizer als eine religiöse Person bezeichnen. Der Anteil liegt besonders hoch bei Mitgliedern evangelikaler Gemeinden (82,7 Prozent).
Amtliche Zahlen zur Religionszugehörigkeit in der Schweiz werden im Rahmen der Strukturerhebung ermittelt, die über repräsentative Befragungen einer Bevölkerungsstichprobe die Volkszählungen ergänzt. Nach den letzten Hochrechnungen für das Jahr 2019 ist die römisch-katholische Kirche mit rund 2,45 Millionen Gläubigen und einem Bevölkerungsanteil von 34,4 Prozent die bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Schweiz, gefolgt von den Evangelisch-Reformierten mit circa 1,61 Millionen und 22,5 Prozent der Bevölkerung. Mit einer Anzahl von rund 392.000 Mitgliedern machen Muslime 5,5 Prozent der Bevölkerung aus. Die jüdischen Glaubensgemeinschaften kommen auf gut 17.000 Anhänger und 0,2 Prozent Bevölkerungsanteil; alle übrigen Religionen wurden nicht einzeln erfasst. Als Konfessionslose bezeichneten sich circa 2,1 Millionen Personen; dies entsprach 29,5 Prozent der Bevölkerung. Dabei bestehen für alle Religionen deutliche Unterschiede zwischen den Kantonen.

Römisch-katholische Kirche

Die absolute Zahl der römisch-katholischen Christen in der Schweiz ist seit 2014 leicht rückläufig. Die Anzahl der Austritte aus der römisch-katholischen Kirche lag im Jahr 2019 bei knapp 32.000. Aus diesem Grund, aber auch durch das stärkere Einwohnerwachstums, hat ihr Bevölkerungsanteil in den letzten Jahren abgenommen; von 38,6 Prozent in 2010 auf 34,4 Prozent in 2019. 1970 waren sogar noch 46,7 Prozent der Schweizer katholisch gewesen. Im Hinblick auf die Kantone war ihr Anteil mit 74,8 Prozent in Uri am höchsten und mit 14,9 Prozent in Bern am niedrigsten.

Evangelisch-reformierte Kirche

Bei der evangelisch-reformierten Kirche ist die Anhängerzahl deutlich stärker zurückgegangen: Sie verlor allein seit 2010 rund 217.000 Gläubige und kam 2019 noch auf 1,61 Millionen. Der Bevölkerungsanteil sank in diesem Zeitraum von 28 auf 22,5 Prozent; 1970 hatte er noch 48,8 Prozent betragen. Den höchsten Zuspruch haben die Reformierten im Kanton Bern mit 47,5 Prozent, am geringsten ist ihr Anteil im Tessin mit 3,9 Prozent. Die Abnahme hat zum einen demografische Gründe (mehr Sterbefälle als Taufen), verweist jedoch auch auf eine bewusste Abwendung von der Kirche: So traten allein im Jahr 2019 rund 26.000 Personen aus der evangelisch-reformierten Kirche aus.

Islam

Besonders dynamisch hat sich der Islam in der Schweiz entwickelt: Lebten 1970 lediglich rund 11.000 Angehörige islamischer Glaubensgemeinschaften im Land, waren es im Jahr 2010 bereits über 293.000 und 2019 circa 392.000. Der Bevölkerungsanteil der Muslime stieg zwischen 1970 und 2019 von 0,2 auf 5,5 Prozent. Auch hier sind allerdings wieder kantonale Unterschiede zu beachten: Ihr Anteil war 2019 mit 8,3 Prozent in Basel-Stadt am höchsten und mit 1,4 Prozent in Graubünden am niedrigsten. Viele Schweizer stehen dem Islam skeptisch gegenüber: Bei einer Umfrage von Ende 2017 waren 70 Prozent gegen eine weitere Zunahme des Bevölkerungsanteils der Muslime. Auf der anderen Seite gaben in einer Befragung Anfang 2017 30 Prozent der Muslime in der Schweiz an, bereits diskriminiert worden zu sein; weitere 25 Prozent kannten Personen aus ihrem Umfeld, die bereits eine Diskriminierung aufgrund ihrer Religion erfahren hatten.

Judentum

Die jüdische Gemeinschaft in der Schweiz war mit rund 17.300 Anhängern und 0,2 Prozent Bevölkerungsanteil im Jahr 2019 sehr klein. Unter den Kantonen war ihr Anteil in Genf mit 1 Prozent am höchsten. Auch diese Religionsgruppe sieht sich bisweilen Anfeindungen ausgesetzt: Im Jahr 2020 wurden allein in der Deutschschweiz 491 antisemitische Aussagen gemeldet.

Sekten

Neben den etablierten Glaubensgemeinschaften gibt es auch Anhänger von Sekten. Diese Thematik lässt sich annäherungsweise über die Anfragen bei infoSekta, einer Schweizer Beratungsstelle für Sektenfragen, erschließen. Dabei zeigt sich, dass die Anzahl der Anfragen zu Sekten in den letzten Jahren zugenommen hat. Die meist thematisierte Gruppe war im Jahr 2019 die Zeugen Jehovas; die Mehrzahl der Kontakte verteilte sich allerdings auf zahlreiche kleinere Vereinigungen. Der weltanschauliche Hintergrund war überwiegend christlich oder esoterisch.

Konfessionslose

Immer mehr Schweizer leben außerhalb von Religionsgemeinschaften: 2019 gab es rund 2,1 Millionen Konfessionslose; 2010 waren es noch 1,31 Millionen und 1970 sogar nur 57.000 gewesen. Ihr Bevölkerungsanteil stieg dementsprechend von 1,2 Prozent 1970 auf nunmehr 29,5 Prozent an und übertrifft damit jenen der Evangelisch-Reformierten. Die höchste Verbreitung hat die Konfessionslosigkeit im Kanton Basel-Stadt mit 52,8 Prozent; die geringste in Appenzell Innerrhoden mit 10,9 Prozent. Allerdings ist Konfessionslosigkeit nicht zwangsläufig mit Ungläubigkeit oder Atheismus gleichzusetzen; es kann sich hierbei auch um eine Ablehnung kirchlicher Organisationen, aber nicht unbedingt der Religion an sich handeln.

Kontakt

Sie haben noch Fragen? Wir helfen gerne.
Statista Locations
Kontakt Jens Weitemeyer
Jens Weitemeyer
Customer Relations

Mo - Fr, 9:30 - 17:00 Uhr (CET)

Kontakt Vianny Gutierrez-Cruz
Vianny Gutierrez-Cruz
Sales Manager– Kontakt (Vereinigte Staaten)

Mo - Fr, 9:00 - 18:00 Uhr (EST)

Kontakt Ziyan Zhang
Ziyan Zhang
Customer Relations– Kontakt (Asien)

Mo - Fr, 11:30 - 22:00 Uhr (IST)

Kontakt Kisara Mizuno
Kisara Mizuno
Customer Success Manager– Kontakt (Asien)

Mon - Fri, 9:30am - 5:30pm (JST)

Kontakt Lodovica Biagi
Lodovica Biagi
Director of Operations– Kontakt (Europa)

Mo - Fr, 9:30 - 17:00 Uhr (GMT)

Kontakt Catalina Rodriguez
Catalina Rodriguez
Key Account Manager - LAC– Kontakt (Lateinamerika)

Mo - Fr, 9:00 - 18:00 Uhr (EST)