Wasseroberfläche des Aralsees 1911-2018
Die Wasseroberfläche des Aralsees war in den Jahren zwischen 1911 und 1960 relativ stabil und lag 1960 bei etwa 69.000 km². Nach 1960 nahm die Fläche des Aralsees rapide ab. 2018 betrug die Gesamtfläche (der Aralsee besteht auf Grund der Schrumpfung inzwischen aus mehreren kleineren Seen) nur noch knapp 7.000 km².
Der Aralsee
Der in Zentralasien an der usbekisch-kasachischen Grenze gelegene Aralsee war einmal der viertgrößte Binnensee der Welt. Der enorme Wasserverlust nach 1960 geht auf eine rücksichtslose landwirtschaftliche Nutzung zurück und gilt als eine der größten Umweltkatastrophen der Welt. Große Teile der Aralseeregion sind heute Salzwüsten und die gesamte Flora und Fauna des Sees ist zerstört. Eine natürliche Regeneration halten Wissenschaftler für fast unmöglich.
Das Aralsee-Syndrom
Die Zerstörung des Aralsees ist ein besonders drastisches Beispiel für einen menschengemachten Verwüstungsprozess. Ähnliche, wenn auch weniger drastische Vorgänge spielen sich allerdings an vielen Orten ab. Experten benutzen heute den Begriff "Aralsee-Syndrom", um Fälle von Umweltdegradation zu beschreiben, die durch großräumige Eingriffe in den Wasserhaushalt hervorgerufen werden. Dies kann zum Beispiel durch den Bau von Staudämmen geschehen. Die ökologischen Probleme, die durch den Bau des Drei-Schluchten-Staudamms am Jangtse oder des Assuan-Staudamms am Nil entstanden, werden ebenfalls mit dem Begriff des Aralsee-Syndroms beschrieben.