Statistiken zur USA nach 1945

Bis zum Ersten Weltkrieg hatten sich die USA bewusst von den europäischen Angelegenheiten ferngehalten. Doch 1945 herrschte ein anderer Wind: Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Europa ökonomisch und moralisch in Trümmern, die USA jedoch waren mächtiger denn je. Amerikanische Politiker träumten von einem Export demokratischer Ideale, das US-Militär strotzte vor Selbstbewusstsein und die boomende Wirtschaft war auf der Suche nach neuen Absatzmärkten. Doch etwas stand der amerikanischen Expansion im Wege: Sozialismus und Kommunismus konkurrierten 1945 in vielen Ländern mit der kapitalistischen Wirtschaftsweise. Der Konflikt zwischen den Systemen sollte die Geschichte der USA und das Weltgeschehen für die nächsten Jahrzehnte prägen.

Kalter Krieg und heiße Kriege – die amerikanische Außenpolitik nach 1945

In den ersten beiden Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den USA und der kommunistischen Sowjetunion. Bereits jetzt war die Rede von einem "eisernen Vorhang", der Europa durchziehe. Die USA fürchteten eine sowjetischen Expansion in die eigene Einflusssphäre. Um diese "einzudämmen", entwickelte Washington die Strategie des "Containment". Vom Kommunismus bedrohte Staaten (z.B. Griechenland und die Türkei) sollten mit Geld und Militärhilfe unterstützt werden. 1949 gründeten die USA die NATO, um die Mitgliedstaaten im Notfall militärisch verteidigen zu können.

Nachdem die Sowjetunion in den Besitz der Atombombe gelangt war, setzte ein Wettrüsten ein, das beiden Seiten die gegenseitige Auslöschung ermöglichte. Das Szenario der vollständigen atomaren Zerstörung führte zu der paradoxen Situation, dass sowohl Moskau als auch Washington einen echten Krieg vermieden.

In anderen Weltgegenden führte der Kalte Krieg dafür immer wieder zu blutigen Stellvertreterkriegen, mit teils katastrophalen Folgen. Im Koreakrieg (1950-53) standen sich zwei Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen gegenüber: die Demokratische Volksrepublik Korea im Norden und die Republik Korea im Süden. Während das kommunistische China die Seite Nordkoreas unterstützte, kämpften die USA auf Seiten Südkoreas. Am Ende ließen etwa 940.000 Soldaten und drei Millionen Zivilisten ihr Leben. Der Versuch der USA, den Norden vom Kommunismus zu "befreien", misslang dennoch. 1953 beendete Präsident Eisenhower den Krieg mit einem Waffenstillstand. Bis heute ist die damalige Frontlinie Staatsgrenze zwischen Nord- und Südkorea, einen Friedensvertrag gibt es bis heute nicht.

Zum kollektiven amerikanischen Albtraum aber wurde Vietnam (Kriegseinstritt der USA 1964). Ähnlich wie Korea war Vietnam ein geteiltes Land. Eine internationale Konferenz (Indochina-Konferenz) hatte 1954 eine Grenze zwischen Nord und Süd gezogen. Seitdem unterstützten die Sowjetunion und die Volksrepublik China das kommunistische Nordvietnam, während Südvietnam Hilfe von den USA erhielt. Die politische Lage im Süden wurde in den 1960er Jahren zunehmend instabil. Um den Vormarsch der Kommunisten zu stoppen, schickte die Regierung in Washington immer mehr eigene Soldaten nach Vietnam – ohne Chance auf einen Sieg. Beim Abzug der US-Truppen 1972 waren 58.000 Amerikaner und schätzungsweise vier Millionen Vietnamesen gestorben. Die letzten Amerikaner in Vietnam mussten 1975 mit dem Hubschrauber vom Dach der Botschaft in Saigon fliehen. Das Versagen und die Brutalität der USA im Vietnamkrieg untergruben das amerikanische Selbstbild und führten zu antiamerikanischen Protesten weltweit.

Deutsch-amerikanische Beziehungen: von der Besatzungs- zur Schutzmacht

Neben militärischen Konflikten und Wettrüsten gab es noch eine andere Seite amerikanischer Außenpolitik, die das Leben unzähliger Menschen nachhaltig verbesserte: Um den Rivalen Sowjetunion in Schach zu halten, investierten die USA nach 1945 in ein stabiles und geeinigtes (West-)Europa. Für den westlichen Teil Deutschlands avancierten die Vereinigten Staaten so innerhalb kurzer Zeit vom Kriegsgegner zur unabdinglichen Schutzmacht. Bereits während der ersten Hungerjahre nach Kriegsende hatte die amerikanische Hilfsorganisation CARE mit ihren Paketen zahlreiche deutsche Familien unterstützt. Etwa zur selben Zeit trieb die US-Regierung mit dem Marshallplan den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas voran. Und als am 24. Juni 1948 Sowjettruppen West-Berlin abriegelten (Berlin-Blockade), hielten die USA und Großbritannien die Stadt mit einer spektakulären Hilfsaktion für 322 Tage am Leben: Während der sogenannten Berliner Luftbrücke wurden rund 2,3 Millionen Tonnen Versorgungsgüter von den "Rosinenbombern" nach West-Berlin geflogen.

Die wirtschaftlichen und militärischen Hilfen kamen in Deutschland gut an, gleichzeitig wurde die amerikanische Alltagskultur in Deutschland immer populärer. Neben Konsumgütern wie Jeans und Cola war vor allem amerikanische Musik beliebt (Beatmusik). Die deutsch-amerikanischen Beziehungen bekamen jedoch zunehmend Risse. Ende der 1960er Jahre gingen auch viele Deutsche gegen den Vietnamkrieg auf die Straße, Anfang der 80er Jahre wurde gegen die Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen in Deutschland protestiert. In jüngerer Zeit haben der amerikanische War on Terror und die Politik Donald Trumps zu einer Verschlechterung des amerikanischen Images geführt.

Die McCarthy-Ära

Der Kalte Krieg prägte nicht nur die Außenbeziehungen, er hatte auch einen enormen Einfluss auf das innere Klima in den USA der Nachkriegszeit. Die Furcht vor einer Unterwanderung der Gesellschaft durch Kommunisten war in den 1940er und 50er Jahren omnipräsent und führte zu einer regelrechten Hexenjagd, die teilweise die Grenzen des Rechtstaates sprengte. Zur Symbolfigur dieses brachialen Antikommunismus wurde der Senator Joseph McCarthy, der dieser Ära seinen Namen aufdrückte ("McCarthyism").

Bereits seit 1938 untersuchte ein Ausschuss des amerikanischen Repräsentantenhaus "unamerikanischer Umtriebe". In den 1940ern sorgte er für Schlagzeilen, als er die (angebliche) kommunistische Unterwanderung Hollywoods anprangerte. Auch Mitarbeiter von Bundesbehörden wurden systematisch durchleuchtet und hunderte Beamte entlassen, weil sie einer als kommunistisch eingestuften Organisation angehörten. Eine wichtige Rolle bei der Abwehr der echten oder vermeintlichen Subversion spielte dabei die US-Bundespolizei FBI unter ihrem legendären Chef J. Edgar Hoover. Sie übernahm während des Kalten Krieges zunehmend die Rolle eines Inlandgeheimdienstes, der linke und liberale Organisationen eng überwachte.

Die Bürgerrechtsbewegung

Obwohl die Sklaverei mit dem Sieg der Nordstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg 1865 abgeschafft war, wurden Afroamerikaner vor allem im Süden Amerikas weiter unterdrückt. Viele US-Bundesstaaten hatten sogenannten "Jim Crow-Gesetze" erlassen, die eine "Rassentrennung" in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen vorschrieben: Afroamerikaner mussten z.B. im Bus, im Restaurant oder im Kino getrennt sitzen. Die Segregation an Schulen wurde 1954 zwar offiziell abgeschafft, doch die Umsetzung dieses Gesetzes erwies sich als lang und schwer.

Doch Mitte der 1950er Jahre regte sich zunehmend Widerstand. Die Bürgerrechtsbewegung kämpfte mit ihrem Wortführer Martin Luther King gewaltfrei für die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung. Dieser Kampf, bei dem auf Methoden des zivilen Ungehorsams zurückgegriffen wurde, führte dazu, dass die Rassentrennung 1964 mit dem Civil Rights Act abgeschafft wurde. Im selben Jahr erhielt Martin Luther Kind den Friedensnobelpreis. Ein Jahr später wurde mit dem Wahlrechtsgesetz (Voting Rights Act) ein weiterer Schritt zur Abschaffung der Diskriminierung gemacht. Zuvor waren viele Afroamerikaner von Wahlen ausgeschlossen worden, weil die Registrierung von Wählern zum Beispiel an Lesetests oder Steuerklassen gebunden war. Nach der Verabschiedung des Voting Rights Act ließen sich hunderttausende von Afroamerikanern für die Wahlen registrieren.

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Wichtige Kennzahlen

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9/11 und der War on Terror

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