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Statistiken zum Einwandererland USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika gelten als das Einwanderungsland schlechthin. Geschätzt haben sie seit ihrer Gründung 1776 über 50 Millionen Menschen aufgenommen – mehr als jedes andere Land der Erde. Die vielen Zuwanderer haben die Geschichte der USA tiefgreifend geprägt. Der Aufstieg zur Weltmacht beruhte zu einem großen Teil auf dem schier endlosen Strom an Immigranten, der eine Besiedelung des riesiges Territoriums überhaupt erst möglich machte und die USA mit einem gigantischen Reservoir an Konsumenten und günstigen Arbeitskräften versorgte.

Die Einwanderung beeinflusste aber nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch maßgeblich die Kultur und das Selbstverständnis der Vereinigten Staaten. Das ist bis heute so geblieben. Noch immer sind die USA ein attraktives Land für Immigranten: Im Jahr 2010 waren 12,9 Prozent der US-Bevölkerung im Ausland geboren. Die US-amerikanische Statistikbehörde geht davon aus, dass sich diese Zahl in den nächsten Jahrzehnten erhöhen wird. Für das Jahr 2060 prognostiziert sie für die Gruppe der Immigranten einen Bevölkerungsanteil von 17,1 Prozent.

Seit den 1980er Jahren kommen die meisten Immigranten nicht mehr aus Europa, sondern aus asiatischen und hispanischen Ländern. Die ethnische Zusammensetzung der USA hat sich dadurch in den letzten Jahrzehnten verändert. Auch geändert hat sich die Beschreibung der amerikanischen Gesellschaft: Lange wurde hier die Metapher des "melting-pot" oder Schmelztiegel benutzt. Diese basiert auf der Idee einer homogenen nationalen Kultur, die durch die Assimilation aller Zugezogenen entsteht. Das Bild des "melting-pot" gilt inzwischen als überholt und hat dem Konzept von Multikulturalität Platz gemacht. Danach gleicht die amerikanische Gesellschaft eher einer Salatschüssel ("salad-bowl"), in der die verschiedenen ethnischen Gruppen ihrer Merkmale zumindest teilweise beibehalten.

Geschichte der Einwanderung bis 1880

Bis etwa 1880 waren es hauptsächlich Menschen aus West- und Nordeuropa, die in die USA einwanderten. Weite Teile Europas waren im 19. Jahrhundert klassische Regionen der Abwanderung. Push-Faktoren wie Missernten, Überbevölkerung, politische Umwälzungen oder Pogrome führten dazu, dass Millionen von Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben die Heimat verließen. In den USA empfing sie eine Politik der offenen Tür: Für die Migration nach Amerika gab es keine politischen oder gesetzlichen Restriktionen.

Im Gegenteil wurde sie beispielsweise durch den Homestead Act gefördert. Dieses Gesetzt lockte Neuankömmlinge mit der Aussicht auf kostenloses Land in den Westen. Die gesamte Westexpansion der USA war eng verknüpft mit der europäischen Emigration nach Übersee. Dies machte die fast vollständige Vernichtung der indigenen Bevölkerung zu einem der dunkelsten Kapitel der US-amerikanischen Migrationsgeschichte. Während die Einwohnerzahlen der USA immer weiter stiegen, sank die Zahl der amerikanischen Ureinwohner auf 350.000 Menschen im Jahr 1920.

Die Zahl der Einwanderer war bis 1880 noch vergleichsweise niedrig. Betrachtet man allerdings die Größe der Gesamtbevölkerung, zeigt sich ein anderes Bild. Relativ gesehen erlebten die USA in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine enorme Einwanderungswelle. Dies machte sich auch in Konflikten und Mobgewalt gegenüber Immigranten bemerkbar. Insbesondere die Ankunft von hunderttausenden katholischen Iren und Deutschen verlieh der Ausländerfeindlichkeit Aufschwung. Die meisten Siedler waren bis zu diesem Zeitpunkt Protestanten gewesen. Nun grassierten Verschwörungstheorien gegenüber Katholiken und eine frisch gegründete Partei (die so genannte Know-Nothing-Party) forderte einen Einwanderungsstop für Menschen aus nicht-protestantischen Ländern.

Eine weitere Form der "Einwanderung", welche die Geschichte der USA stark prägen sollte, bildete der transatlantische Sklavenhandel. Schätzungen gehen davon aus, dass vor der amerikanischen Unabhängigkeit mindestens 300.000 afrikanische Sklaven in die englischen Kolonien verschleppt wurden. Bis zum Amerikanischen Bürgerkrieg folgten etwa 100.000 weitere. In den Südstaaten, wo das Wirtschaftssystem unmittelbar auf der Sklaverei beruhte, stieg die Zahl der Sklaven in den 1860er Jahren auf nahezu vier Millionen.

Geschichte der Einwanderung bis 1914

Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg erlebten die USA ihre industrielle Blütezeit und wurden zu einem der begehrtesten Einwanderungsziele weltweit. Zahlreiche Einwanderungswellen aus Deutschland, Irland, Südeuropa und den osteuropäischen Staaten fanden in der Zeit zwischen 1880 und dem Ersten Weltkrieg statt. In manchen Jahren wurden mehr als eine Million neue Immigranten gezählt, wobei immer mehr Menschen aus Ländern wie Italien, Polen oder Russland kamen. Gleichzeitig setzte eine Zuwanderung aus Mexiko und Japan ein. Im Jahr 1890 erreichte der Anteil der im Ausland geborenen Einwohner der USA den historischen Höchststand von 14,8 Prozent.

Ähnlich wie im frühen 19. Jahrhundert rief die Einwanderung in dieser Zeit Abwehrreaktionen hervor. Die Neuankömmlinge wurden als Bedrohung aufgefasst. Rassistische Theorien und eugenische Ideen hatten damals in den USA Konjunktur: Wissenschaftler untermauerten die Feindseligkeit gegenüber der neuen Immigranten mit Theorien, nach denen Menschen aus Süd- oder Osteuropa Angehörige minderwertiger "Rassen" seien. Diese Vorurteile führten schließlich zu einer Reihe von rassistischen Zuwanderungsgesetzen, die über mehrere Jahrzehnte bestand haben sollten.

Gesetzgebung seit 1917

Gesetze aus den Jahren 1917, 1921 und 1924 beendeten nicht nur die massenhafte Zuwanderung in die USA, sondern beschränkten insbesondere die Immigration aus bestimmten Regionen. In der Zeit zwischen 1910 und 1970 vergrößerte sich die Gruppe der Immigranten in der US-Bevölkerung kaum, zeitweise wurde sie sogar kleiner. Insbesondere in den 1930er Jahren nahm die Zahl der Immigranten um rund 2,6 Millionen ab. Einwanderer mussten sich Lese- und Rechtschreibprüfung unterziehen und die Zuwanderung aus Asien, Südeuropa und Osteuropa wurde durch Quoten stark reglementiert.

Im Jahr 1965 wurden die nationalen Quotenregeln zugunsten eines Präferenzsystems wieder abgeschafft. Seitdem werden Einwanderer bevorzugt, die bereits Verwandte in den USA haben oder die bestimmte berufliche Qualifikationen aufwiesen – unabhängig von ihrem Herkunftsland. Mit den neuen Regeln nahm die Zahl der Einwanderer wieder stark zu. Nachdem zwischen 1930 und 1970 die Gruppe der Immigranten in den USA geschrumpft war, wuchs sie in den 1970er Jahren um rund vier Millionen. Die Einwanderung seit den 1990er Jahren übertrifft in absoluten Zahlen sogar die Masseneinwanderung des 19. Jahrhunderts. Allerdings lag der relative Anteil der im Ausland geborenen Einwohner damals noch höher als heute. Gegenwärtig erhalten jährlich etwa eine Millionen Immigranten eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis ("Green Card") für die USA.

Durch das neue Einwanderungssystem änderte sich auch die ethnische Zusammensetzung der Einwandernden. Heute stammen sie vor allem aus Lateinamerika, Asien und der Karibik. In der Dekade 2000 bis 2009 kamen zum Beispiel nur etwa 13 Prozent der Immigranten aus Europa, 43 Prozent dagegen aus den Amerikas und knapp 34 Prozent aus Asien. Die so genannten Hispanics stellen heute die größte ethnische Minderheit der USA.

Obwohl sich die USA nach wie vor als Einwanderungsland begreifen, führte das Thema Immigration in den letzten Jahren immer wieder zu politischen Kontroversen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Sicherheit des Landes stark mit dem Thema der Zuwanderung verknüpft wird. Im Januar 2017 erklärte Präsident Donald Trump einen 90-tägigen Einreisestop ("muslim ban") für Bürger aus sieben muslimischen Ländern. Der Einreisestop wurde vor Gericht gekippt, worauf Trump zwei weitere Versionen erließ. Zudem setzte Trump die Aufnahme von Flüchtlingen für 120 Tage aus. Im Juli 2017 wurde außerdem die Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen auf 50.000 herabgesetzt. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten bestätigte im Juni 2018 die dritte Version des Einreiseverbots als rechtens.

Irreguläre Zuwanderung

In den USA gibt es geschätzt mehr als zehn Millionen Menschen, die sich unerlaubt im Land aufhalten. Viele von ihnen leben bereits seit Jahrzehnten dort, sprechen Englisch, haben Familien gegründet, arbeiten und zahlen Steuern. Während sie generell etwa fünf Prozent aller Erwerbstätigen stellen, sind die so genannten "undocumented" für manche Wirtschaftszweige unabdingbar. In der kalifornischen Landwirtschaft sind zum Beispiel vermutlich mehr als die Hälfte der Arbeitskräfte illegale Immigranten. Obwohl sie wichtig für die lokale Ökonomie sind, besitzen sie keine Rechte und sind permanent von Abschiebung bedroht.

Die "Versicherheitlichung" der Migrationspolitik betrifft vor allem auch den Umgang mit den Illegalen. Mit der Präsidentschaft Donald Trumps hat sich deren Situation deutlich verschlechtert. Abschiebungsmaßnahmen wurden ausgeweitet, wodurch sich die Rechtsunsicherheit der "undocumented" weiter vergrößerte. Im Februar 2017 gab es in den USA als Protest gegen den verschärften Kurs gegenüber illegal eingewanderten Menschen einen "Tag ohne Einwanderer". Dennoch wurde im September 2017 das Ende des DACA-Programms angekündigt, das bisher Kinder illegaler Einwanderer vor Abschiebungen geschützt hatte.

Um illegale Einwanderer in Zukunft erst gar nicht mehr ins Land zu lassen, setzt sich Trump für den Bau einer Mauer entlang der Südgrenze der USA ein. Ob die Mauer tatsächlich fertig gestellt wird, ist bisher ungewiss, da sie von der Opposition hart bekämpft wird. Die Grenze zu Mexiko ist auch so schon heute stark überwacht und dazu eine der gefährlichsten der Welt: Jedes Jahr kommen hier beim Versuch, die USA zu erreichen, hunderte Menschen zu Tode.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "USA: Geschichte der Immigration" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Einwanderung im 18. Jahrhundert

Einwanderung im 19. Jahrhundert

Einwanderung im 20. Jahrhundert

Deutsch-Amerikaner

Migration heute weltweit

Einwanderung in die USA heute

Irreguläre Zuwanderung

Situation ethnischer Minderheiten

Weitere interessante Statistiken

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Die Vereinigten Staaten von Amerika gelten als das Einwanderungsland schlechthin. Geschätzt haben sie seit ihrer Gründung 1776 über 50 Millionen Menschen aufgenommen – mehr als jedes andere Land der Erde. Die vielen Zuwanderer haben die Geschichte der USA tiefgreifend geprägt. Der Aufstieg zur Weltmacht beruhte zu einem großen Teil auf dem schier endlosen Strom an Immigranten, der eine Besiedelung des riesiges Territoriums überhaupt erst möglich machte und die USA mit einem gigantischen Reservoir an Konsumenten und günstigen Arbeitskräften versorgte.

Die Einwanderung beeinflusste aber nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch maßgeblich die Kultur und das Selbstverständnis der Vereinigten Staaten. Das ist bis heute so geblieben. Noch immer sind die USA ein attraktives Land für Immigranten: Im Jahr 2010 waren 12,9 Prozent der US-Bevölkerung im Ausland geboren. Die US-amerikanische Statistikbehörde geht davon aus, dass sich diese Zahl in den nächsten Jahrzehnten erhöhen wird. Für das Jahr 2060 prognostiziert sie für die Gruppe der Immigranten einen Bevölkerungsanteil von 17,1 Prozent.

Seit den 1980er Jahren kommen die meisten Immigranten nicht mehr aus Europa, sondern aus asiatischen und hispanischen Ländern. Die ethnische Zusammensetzung der USA hat sich dadurch in den letzten Jahrzehnten verändert. Auch geändert hat sich die Beschreibung der amerikanischen Gesellschaft: Lange wurde hier die Metapher des "melting-pot" oder Schmelztiegel benutzt. Diese basiert auf der Idee einer homogenen nationalen Kultur, die durch die Assimilation aller Zugezogenen entsteht. Das Bild des "melting-pot" gilt inzwischen als überholt und hat dem Konzept von Multikulturalität Platz gemacht. Danach gleicht die amerikanische Gesellschaft eher einer Salatschüssel ("salad-bowl"), in der die verschiedenen ethnischen Gruppen ihrer Merkmale zumindest teilweise beibehalten.

Geschichte der Einwanderung bis 1880

Bis etwa 1880 waren es hauptsächlich Menschen aus West- und Nordeuropa, die in die USA einwanderten. Weite Teile Europas waren im 19. Jahrhundert klassische Regionen der Abwanderung. Push-Faktoren wie Missernten, Überbevölkerung, politische Umwälzungen oder Pogrome führten dazu, dass Millionen von Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben die Heimat verließen. In den USA empfing sie eine Politik der offenen Tür: Für die Migration nach Amerika gab es keine politischen oder gesetzlichen Restriktionen.

Im Gegenteil wurde sie beispielsweise durch den Homestead Act gefördert. Dieses Gesetzt lockte Neuankömmlinge mit der Aussicht auf kostenloses Land in den Westen. Die gesamte Westexpansion der USA war eng verknüpft mit der europäischen Emigration nach Übersee. Dies machte die fast vollständige Vernichtung der indigenen Bevölkerung zu einem der dunkelsten Kapitel der US-amerikanischen Migrationsgeschichte. Während die Einwohnerzahlen der USA immer weiter stiegen, sank die Zahl der amerikanischen Ureinwohner auf 350.000 Menschen im Jahr 1920.

Die Zahl der Einwanderer war bis 1880 noch vergleichsweise niedrig. Betrachtet man allerdings die Größe der Gesamtbevölkerung, zeigt sich ein anderes Bild. Relativ gesehen erlebten die USA in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine enorme Einwanderungswelle. Dies machte sich auch in Konflikten und Mobgewalt gegenüber Immigranten bemerkbar. Insbesondere die Ankunft von hunderttausenden katholischen Iren und Deutschen verlieh der Ausländerfeindlichkeit Aufschwung. Die meisten Siedler waren bis zu diesem Zeitpunkt Protestanten gewesen. Nun grassierten Verschwörungstheorien gegenüber Katholiken und eine frisch gegründete Partei (die so genannte Know-Nothing-Party) forderte einen Einwanderungsstop für Menschen aus nicht-protestantischen Ländern.

Eine weitere Form der "Einwanderung", welche die Geschichte der USA stark prägen sollte, bildete der transatlantische Sklavenhandel. Schätzungen gehen davon aus, dass vor der amerikanischen Unabhängigkeit mindestens 300.000 afrikanische Sklaven in die englischen Kolonien verschleppt wurden. Bis zum Amerikanischen Bürgerkrieg folgten etwa 100.000 weitere. In den Südstaaten, wo das Wirtschaftssystem unmittelbar auf der Sklaverei beruhte, stieg die Zahl der Sklaven in den 1860er Jahren auf nahezu vier Millionen.

Geschichte der Einwanderung bis 1914

Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg erlebten die USA ihre industrielle Blütezeit und wurden zu einem der begehrtesten Einwanderungsziele weltweit. Zahlreiche Einwanderungswellen aus Deutschland, Irland, Südeuropa und den osteuropäischen Staaten fanden in der Zeit zwischen 1880 und dem Ersten Weltkrieg statt. In manchen Jahren wurden mehr als eine Million neue Immigranten gezählt, wobei immer mehr Menschen aus Ländern wie Italien, Polen oder Russland kamen. Gleichzeitig setzte eine Zuwanderung aus Mexiko und Japan ein. Im Jahr 1890 erreichte der Anteil der im Ausland geborenen Einwohner der USA den historischen Höchststand von 14,8 Prozent.

Ähnlich wie im frühen 19. Jahrhundert rief die Einwanderung in dieser Zeit Abwehrreaktionen hervor. Die Neuankömmlinge wurden als Bedrohung aufgefasst. Rassistische Theorien und eugenische Ideen hatten damals in den USA Konjunktur: Wissenschaftler untermauerten die Feindseligkeit gegenüber der neuen Immigranten mit Theorien, nach denen Menschen aus Süd- oder Osteuropa Angehörige minderwertiger "Rassen" seien. Diese Vorurteile führten schließlich zu einer Reihe von rassistischen Zuwanderungsgesetzen, die über mehrere Jahrzehnte bestand haben sollten.

Gesetzgebung seit 1917

Gesetze aus den Jahren 1917, 1921 und 1924 beendeten nicht nur die massenhafte Zuwanderung in die USA, sondern beschränkten insbesondere die Immigration aus bestimmten Regionen. In der Zeit zwischen 1910 und 1970 vergrößerte sich die Gruppe der Immigranten in der US-Bevölkerung kaum, zeitweise wurde sie sogar kleiner. Insbesondere in den 1930er Jahren nahm die Zahl der Immigranten um rund 2,6 Millionen ab. Einwanderer mussten sich Lese- und Rechtschreibprüfung unterziehen und die Zuwanderung aus Asien, Südeuropa und Osteuropa wurde durch Quoten stark reglementiert.

Im Jahr 1965 wurden die nationalen Quotenregeln zugunsten eines Präferenzsystems wieder abgeschafft. Seitdem werden Einwanderer bevorzugt, die bereits Verwandte in den USA haben oder die bestimmte berufliche Qualifikationen aufwiesen – unabhängig von ihrem Herkunftsland. Mit den neuen Regeln nahm die Zahl der Einwanderer wieder stark zu. Nachdem zwischen 1930 und 1970 die Gruppe der Immigranten in den USA geschrumpft war, wuchs sie in den 1970er Jahren um rund vier Millionen. Die Einwanderung seit den 1990er Jahren übertrifft in absoluten Zahlen sogar die Masseneinwanderung des 19. Jahrhunderts. Allerdings lag der relative Anteil der im Ausland geborenen Einwohner damals noch höher als heute. Gegenwärtig erhalten jährlich etwa eine Millionen Immigranten eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis ("Green Card") für die USA.

Durch das neue Einwanderungssystem änderte sich auch die ethnische Zusammensetzung der Einwandernden. Heute stammen sie vor allem aus Lateinamerika, Asien und der Karibik. In der Dekade 2000 bis 2009 kamen zum Beispiel nur etwa 13 Prozent der Immigranten aus Europa, 43 Prozent dagegen aus den Amerikas und knapp 34 Prozent aus Asien. Die so genannten Hispanics stellen heute die größte ethnische Minderheit der USA.

Obwohl sich die USA nach wie vor als Einwanderungsland begreifen, führte das Thema Immigration in den letzten Jahren immer wieder zu politischen Kontroversen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Sicherheit des Landes stark mit dem Thema der Zuwanderung verknüpft wird. Im Januar 2017 erklärte Präsident Donald Trump einen 90-tägigen Einreisestop ("muslim ban") für Bürger aus sieben muslimischen Ländern. Der Einreisestop wurde vor Gericht gekippt, worauf Trump zwei weitere Versionen erließ. Zudem setzte Trump die Aufnahme von Flüchtlingen für 120 Tage aus. Im Juli 2017 wurde außerdem die Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen auf 50.000 herabgesetzt. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten bestätigte im Juni 2018 die dritte Version des Einreiseverbots als rechtens.

Irreguläre Zuwanderung

In den USA gibt es geschätzt mehr als zehn Millionen Menschen, die sich unerlaubt im Land aufhalten. Viele von ihnen leben bereits seit Jahrzehnten dort, sprechen Englisch, haben Familien gegründet, arbeiten und zahlen Steuern. Während sie generell etwa fünf Prozent aller Erwerbstätigen stellen, sind die so genannten "undocumented" für manche Wirtschaftszweige unabdingbar. In der kalifornischen Landwirtschaft sind zum Beispiel vermutlich mehr als die Hälfte der Arbeitskräfte illegale Immigranten. Obwohl sie wichtig für die lokale Ökonomie sind, besitzen sie keine Rechte und sind permanent von Abschiebung bedroht.

Die "Versicherheitlichung" der Migrationspolitik betrifft vor allem auch den Umgang mit den Illegalen. Mit der Präsidentschaft Donald Trumps hat sich deren Situation deutlich verschlechtert. Abschiebungsmaßnahmen wurden ausgeweitet, wodurch sich die Rechtsunsicherheit der "undocumented" weiter vergrößerte. Im Februar 2017 gab es in den USA als Protest gegen den verschärften Kurs gegenüber illegal eingewanderten Menschen einen "Tag ohne Einwanderer". Dennoch wurde im September 2017 das Ende des DACA-Programms angekündigt, das bisher Kinder illegaler Einwanderer vor Abschiebungen geschützt hatte.

Um illegale Einwanderer in Zukunft erst gar nicht mehr ins Land zu lassen, setzt sich Trump für den Bau einer Mauer entlang der Südgrenze der USA ein. Ob die Mauer tatsächlich fertig gestellt wird, ist bisher ungewiss, da sie von der Opposition hart bekämpft wird. Die Grenze zu Mexiko ist auch so schon heute stark überwacht und dazu eine der gefährlichsten der Welt: Jedes Jahr kommen hier beim Versuch, die USA zu erreichen, hunderte Menschen zu Tode.

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