Statistiken zu Inflation und Preisentwicklung in der Schweiz

Veröffentlicht von Martin Mohr, 21.03.2019
Der Begriff Inflation bezeichnet die ansteigende Entwicklung der Preise. Bei fallenden Preisen spricht man dagegen von Deflation. In der Schweiz wird die Inflationsrate über den Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) gemessen. Der Index misst die Preisentwicklung der für die privaten Haushalte bedeutsamen Waren und Dienstleistungen anhand des sogenannten Warenkorbs. Dem sich im Zeitablauf verändernden Konsumverhalten der Haushalte wird durch eine jährliche Anpassung und Neugewichtung des Warenkorbs Rechnung getragen. Die wichtigsten Posten im Warenkorb sind mit Stand 2019 Wohnen und Energie mit 25,2 Prozent, Gesundheitspflege mit 15,5 Prozent und Verkehr mit 10,8 Prozent. Preisveränderungen in diesen Kategorien haben daher tendenziell einen großen Einfluss auf die Inflationsrate.

Im Jahr 2018 stiegen die Konsumentenpreise in der Schweiz um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit stärker als 2017 mit 0,5 Prozent. Für 2019 sagen erste Prognosen eine Inflationsrate zwischen 0,5 und 1 Prozent voraus. Allerdings kann die von den Konsumenten gefühlte Preisentwicklung z.T. deutlich von den offiziellen amtlichen Zahlen abweichen; in der Regel wird dabei eine stärkere Teuerung empfunden.

Zu dieser Einschätzung tragen sicherlich die trotz jahrelang fallender Preise nach wie vor sehr hohen Lebenshaltungskosten bei, die insbesondere im internationalen Vergleich hervorstechen. So lag das Preisniveau in der Schweiz 2017 um 65,6 Prozent über dem Schnitt der EU-Staaten. Am deutlichsten war der Preisunterschied dabei in den Bereichen Bildung (126,6 Prozent teurer), Gesundheitspflege (103,7 Prozent) und Wohnung/Energie (81,7 Prozent); noch am geringsten bei Verkehr (19,4 Prozent), Nachrichtenübermittlung (22,9 Prozent) und Alkohol/Tabak (25 Prozent). Auch im Big-Mac-Index belegt die Schweiz die Spitzenposition weltweit. Die großen Preisunterschiede zu den Nachbarländern befördern auch den Einkaufstourismus: Immerhin 25 Prozent der befragten Schweizer gaben in einer Umfrage Anfang 2018 an, aufgrund der höheren Preisdifferenz vermehrt im Ausland einzukaufen; 65 Prozent sahen bei diesem Thema großen politischen Handlungsbedarf.

Neben den Konsumentenpreisen werden in der Schweiz noch weitere Preisindizes erhoben, deren Entwicklung meist die der Verbraucherpreise vorwegnimmt. Der Produzentenpreisindex misst die Preisentwicklung der Inlandproduktion für die erste Vermarktungsstufe eines Gutes, also beim Verkauf ab Produzent (Ab-Werk-Preise). Er stieg 2018 um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Importpreise stiegen sogar um 4,7 Prozent. Der Importpreisindex misst die Preisentwicklung der Importprodukte (Ab-Zoll-Preise). In Kombination beider Indizes stiegen die Gesamtangebotspreise um 2,4 Prozent; die Inlandspreise um 2,9 Prozent.

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Inflation und Preisentwicklung in der Schweiz

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