Statistiken zu Inflation und Preisentwicklung in der Schweiz

Der Begriff Inflation bezeichnet die ansteigende Entwicklung der Preise. Bei fallenden Preisen spricht man dagegen von Deflation. In der Schweiz wird die Inflationsrate über den Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) gemessen. Der Index misst die Preisentwicklung der für die privaten Haushalte bedeutsamen Waren und Dienstleistungen anhand des sogenannten Warenkorbs. Dem sich im Zeitablauf verändernden Konsumverhalten der Haushalte wird durch eine jährliche Anpassung und Neugewichtung des Warenkorbs Rechnung getragen. Die wichtigsten Posten im Warenkorb sind mit Stand 2016 Wohnen und Energie mit 24,8 Prozent, Gesundheitspflege mit 15,6 Prozent und Verkehr mit 10,9 Prozent. Preisveränderungen in diesen Kategorien haben daher tendenziell einen großen Einfluss auf die Inflationsrate.


Im Jahr 2016 sanken die Konsumentenpreise in der Schweiz um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr; damit war der Rückgang weniger stark als 2015 mit -1,1 Prozent. Für 2017 sagen die Prognosen zu Jahresbeginn sogar leicht steigende Preise voraus. Dies wäre dann die erste Inflation seit 2011. Allerdings kann die von den Konsumenten gefühlte Preisentwicklung z.T. deutlich von den offiziellen amtlichen Zahlen abweichen; in der Regel wird dabei eine stärkere Teuerung empfunden.

Zu dieser Einschätzung tragen sicherlich die trotz jahrelang fallender Preise nach wie vor sehr hohen Lebenshaltungskosten bei, die insbesondere im internationalen Vergleich hervorstechen. So lag das Preisniveau der Schweiz 2015 rund 72 Prozent über dem Schnitt der EU-Staaten. Am deutlichsten war der Preisunterschied dabei in den Bereichen Bildung (167 Prozent teurer), Gesundheitspflege (114 Prozent) und Wohnung/Energie (87 Prozent); noch am geringsten bei Verkehr (23 Prozent), Alkohol/Tabak (30 Prozent) und Bekleidung/Schuhe (31 Prozent). Auch im Big-Mac-Index belegt die Schweiz die Spitzenposition weltweit. Die großen Preisunterschiede zu den Nachbarländern befördern auch den Einkaufstourismus: Immerhin 23 Prozent der befragten Schweizer gaben in einer Umfrage Ende 2016 an, aufgrund der höheren Preisdifferenz vermehrt im Ausland einzukaufen; 65 Prozent sahen bei diesem Thema großen politischen Handlungsbedarf.

Neben den Konsumentenpreisen werden in der Schweiz noch weitere Preisindizes erhoben, deren Entwicklung meist die der Verbraucherpreise vorwegnimmt. Der Produzentenpreisindex misst die Preisentwicklung der Inlandproduktion für die erste Vermarktungsstufe eines Gutes, also beim Verkauf ab Produzent (Ab-Werk-Preise). Er sank 2016 um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch stärker war der Rückgang bei den Importpreisen, die sogar um 3 Prozent und damit im sechsten Jahr in Folge fielen. Der Importpreisindex misst die Preisentwicklung der Importprodukte (Ab-Zoll-Preise).

Mehr erfahren

Inflation und Preisentwicklung in der Schweiz - Wichtige Statistiken

Das ganze Thema in einem Dokument

Inflation und Preisentwicklung in der Schweiz
  • Redaktionell aufbereitet
  • Download als PPT/PDF
  • Sofortiger Zugriff
  • Nur 250 €

Das ganze Thema in einem Dokument

Inflation und Preisentwicklung in der Schweiz
  • Redaktionell aufbereitet
  • Download als PPT/PDF
  • Sofortiger Zugriff
  • Nur 250 €

Empfehlungen der Redaktion

Weitere interessante Themen aus der Branche "Konjunktur & Wirtschaft"

Weitere interessante Themen aus der Branche "Konjunktur & Wirtschaft"

Über Statista

Erfahren Sie, wie Statista Ihrem Unternehmen helfen kann.

Webinar vereinbaren

Sie haben noch Fragen?

Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach. Wir helfen Ihnen gern!

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach. Wir helfen Ihnen gern!

Möglichkeiten der Kontaktaufnahme

Nutzen Sie gern unser Kontaktformular oder unsere FAQ.
Alternativ können Sie sich auch direkt an unseren Kundenservice wenden.