Statistiken zum privaten Konsum in der Schweiz

Der private Konsum ist mit 53,9 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt (2016) eine der wichtigsten Stützen der Schweizer Volkswirtschaft. Im Jahr 2016 betrugen die Konsumausgaben der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck in der Schweiz insgesamt rund 350,7 Milliarden Schweizer Franken. Dies waren preisbereinigt (real) 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die größten Ausgabenposten waren 2014 - Konsumdaten nach Bereichen liegen erst mit einiger Verzögerung zu den Gesamtzahlen vor - das Wohnen inkl. Energie (84,5 Milliarden Schweizer Franken), die Gesundheitspflege (49,9 Milliarden Schweizer Franken) und der Verkehr (31,7 Milliarden Schweizer Franken). Diese drei Gruppen machten zusammen fast die Hälfte des privaten Konsums aus.


Mit verschiedenen Indikatoren wird versucht, die Konsumentwicklung im Voraus abzuschätzen. So wird etwa in jedem Quartal eine Erhebung zur Konsumentenstimmung durchgeführt. In diesem Rahmen wird auch nach der Anschaffungsneigung der Haushalte für größere Konsumgüter gefragt. Aufschlussreich ist zudem die monatliche Umsatzveränderung im Detailhandel.

Ein wichtiger Maßstab für die Finanzlage der Privathaushalte ist die Kaufkraft. Die Kaufkraft misst das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten. Insgesamt verfügten die Schweizer Haushalte im Jahr 2017 über eine Kaufkraftsumme von rund 350,9 Milliarden Euro. Jedem Schweizer standen damit durchschnittlich rund 42.140 Euro zur Verfügung; dies ist fast doppelt so viel wie in den Nachbarländern Deutschland und Österreich. Allerdings bestehen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen: Die kaufkraftstärksten Einwohner haben Zug (63.870 Euro), Schwyz (56.240 Euro) und Nidwalden (51.270 Euro).

Einen Einfluss auf das Konsumverhalten haben schließlich auch noch die Konsumentenpreise. Ihre Veränderung wird anhand eines Warenkorbs errechnet, der eine wirklichkeitsnahe Auswahl der von den privaten Haushalten konsumierten Waren und Dienstleistungen enthält. Auch hier haben die Bereiche Wohnen und Energie, Gesundheit sowie Verkehr das größte Gewicht. Daraus leitet sich die Inflationsrate ab. Diese ist in der Schweiz seit Jahren rückläufig (Deflation); 2016 fielen die Konsumentenpreise um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings kann die von den Konsumenten gefühlte Teuerung erheblich von den offiziellen Zahlen abweichen und ebenfalls das Kaufverhalten beeinflussen.

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