Statistiken zum privaten Konsum in der Schweiz

Der private Konsum ist mit 53,1 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt (2019) eine der wichtigsten Stützen der Schweizer Volkswirtschaft. Im Jahr 2019 betrugen die Konsumausgaben der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck in der Schweiz insgesamt rund 371,5 Milliarden Schweizer Franken. Dies waren preisbereinigt (real) 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr; 2018 hatte das Wachstum nur 1 Prozent betragen. Die größten Ausgabenposten waren 2017 - Konsumdaten nach Bereichen liegen erst mit einiger Verzögerung zu den Gesamtzahlen vor - das Wohnen inkl. Energie (86,1 Milliarden Schweizer Franken), die Gesundheitspflege (57,2 Milliarden Schweizer Franken) sowie Lebensmittel und alkoholfreie Getränke (31,7 Milliarden Schweizer Franken). Diese drei Gruppen machten zusammen circa die Hälfte des privaten Konsums aus.

Mit verschiedenen Indikatoren wird versucht, die Konsumentwicklung im Voraus abzuschätzen. So wird etwa in jedem Quartal eine Erhebung zur Konsumentenstimmung durchgeführt. In diesem Rahmen wird auch nach der Anschaffungsneigung der Haushalte für größere Konsumgüter gefragt. Aufschlussreich ist zudem die monatliche Umsatzveränderung im Detailhandel.

Ein wichtiger Maßstab für die Finanzlage der Privathaushalte ist die Kaufkraft. Die Kaufkraft misst das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten. Insgesamt verfügten die Schweizer Haushalte im Jahr 2019 über eine Kaufkraftsumme von 356,9 Milliarden Euro. Jedem Schweizer standen damit durchschnittlich rund 42.067 Euro zur Verfügung; dies ist fast doppelt so viel wie in den Nachbarländern Deutschland und Österreich. Allerdings bestehen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen: Die kaufkraftstärksten Einwohner haben Zug (60.935 Euro), Schwyz (56.092 Euro) und Nidwalden (52.620 Euro).

Einen Einfluss auf das Konsumverhalten haben schließlich auch noch die Konsumentenpreise. Ihre Veränderung wird anhand eines Warenkorbs errechnet, der eine wirklichkeitsnahe Auswahl der von den privaten Haushalten konsumierten Waren und Dienstleistungen enthält. Auch hier haben die Bereiche Wohnen und Energie, Gesundheit sowie Verkehr das größte Gewicht. Daraus leitet sich die Inflationsrate ab. Im Jahr 2019 stiegen die Konsumentenpreise um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit weniger stark als 2018 mit 0,9 Prozent. Allerdings kann die von den Konsumenten gefühlte Teuerung erheblich von den offiziellen Zahlen abweichen und ebenfalls das Kaufverhalten beeinflussen. Im internationalen Vergleich sind die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sehr hoch: Das Preisniveau lag 2018 um 59,1 Prozent über dem Schnitt der EU-Staaten. Am deutlichsten war der Preisunterschied dabei in den Bereichen Bildung (119 Prozent teurer), Gesundheitspflege (106,8 Prozent) und Wohnung / Energie (72,2 Prozent); am geringsten hingegen bei Verkehr (15,6 Prozent), Nachrichtenübermittlung (17,3 Prozent) sowie Innenausstattung, Ausrüstungsgegenständen und Haushaltsführung (19,2 Prozent).

Interessante Statistiken

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Privater Konsum in der Schweiz

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Konsumindikatoren

Kaufkraft

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