Cyberkriminalität

Internetkriminalität wird immer raffinierter – und vielfältiger. Neben Datendiebstahl, Kreditkartenbetrügereien und dem Hacken von Amazon- oder Ebay-Konten bereichern sich so Hacker heutzutage bereits mit kleineren Vergehen, wie etwa der Manipulation der nächstbesten Lieferdienst-App, um eine kostenlose Pizza zu erhalten. Hierfür reicht meist eine simple Veränderung des in der Website oder App implementierten Codes. Für größere Vergehen greifen Hacker dagegen oft auf Malwares, sprich, Schadprogramme zurück, die das Computersystem infizieren und dem Hacker so aus der Ferne Zugriff auf das Gerät gewähren. In Deutschland steigt derzeit die Nutzung sogenannter Stalkingwares rapide an. Allein für diese Art von Schadprogramm verzeichneten Experten zuletzt einen Nutzungsanstieg von ca. 77 Prozent. Bei Stalkingwares handelt es sich um Schadprogramme, die, sobald erstmal auf dem Gerät des Opfers installiert, den Zugriff auf alle mit dem PC oder Smartphone verknüpften Informationen freigeben.

Anteil der weltweiten Phishing-Angriffe auf Online-Shops
15,8 %
Polizeilich erfasste Fälle von Cyberkriminalität in Deutschland
108.474 Fälle in 2020
Schäden durch Cyberkriminalität in Deutschland
88 Mio. Euro

Globales Phänomen

Cyberkriminalität ist ein weltweites Phänomen
Anzahl der Opfer von Internetkriminalität in ausgewählten Ländern weltweit im Jahr 2020 (in Millionen)

Internetkriminalität ist ein globales Phänomen, das weder an den Grenzen einzelner Länder noch vor verschlossenen Türen Halt macht. Cyberkriminalität findet überall dort statt, wo Menschen mit Computern, Smartphones und andere IT-Geräte im Netz kommunizieren, einkaufen oder Medien konsumieren – also in Unternehmen, Behörden, Universitäten, zu Hause und unterwegs. So sind weltweit davon auch jedes Jahr viele Menschen betroffen und Opfer von Internetkriminalität geworden.

Verteilung von DDoS-Attacken nach Ländern
Anteil der von Mobile Malware betroffenen Anwender nach Ländern
Anzahl der Beschwerden über Internetkriminalität in den USA

Ransomware

Ransomwares: Datenverlust durch digitale Geiselnahmen
Verteilung der Straftaten mit dem Tatmittel Internet nach Deliktart in Deutschland im Jahr 2020

Eines der häufigsten Cyber-Verbrechen in Deutschland stellt der Computerbetrug dar, bei dem ein Unternehmen oder eine Organisation durch Computer-Manipulationen finanziell geschädigt wird. Dies geschieht meist durch Ransomwares, also, Schadprogramme, die sich im System einnisten und den Zugriff für den eigentlich Nutzer unmöglich machen. Um den Zugriff auf ihre Daten zurückzuerlangen, müssen Betroffene meist hohe Lösegelder (engl.: ransom) zahlen. Andernfalls droht irreparabler Datenverlust.

Anzahl der Fälle von Computerbetrug in Deutschland
Ranking der am häufigsten von mobiler Ransomware angegriffenen Länder
Ausgabenanteil für Cybersicherheit an den IT-Gesamtausgaben in Deutschland

Malware

Malwares als Grundlage der meisten Cybercrimes
Meldungen von Schadprogramm-Infektionen durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in den Jahren 2018 bis 2020 (in Millionen)

Zuletzt wurden in Deutschland rund 7 Millionen Cyberangriffe unter der Verwendung von Schadprogrammen registriert. Bei den hierfür genutzten Anwendungen, den sogenannten Malwares, handelt es sich um schädliche Softwares bzw. Viren, mit denen die betroffenen Computer- oder Handysysteme auf unterschiedlichste Weise infiziert werden können. Besonders verbreitet sind dabei Malwares, die sich durch das Öffnen infizierter Spam-Mails oder Anklicken falscher Reklame im System unbemerkt einnisten.

Durchschnittlich registrierte neue Schadprogramm-Varianten pro Tag
Marktanteile der Anbieter von Anti-Malware-Anwendungen für Windows
Cyber-Straftaten nach Deliktarten in Deutschland

Schadenssummen

Hacker sind der beste Schutz vor Cyberattacken
Durch Cyberkriminalität durchschnittlich verursachte Kosten* weltweit nach Branchen in den Jahren 2019 und 2020 (in 1.000. US-Dollar)

In vielen Fällen hinterlassen Cybercrimes vor allem finanzielle Schäden, deren Ausmaß in jüngster Vergangenheit rapide angestiegen ist. Hatte der Energiesektor im Jahr 2019 weltweit etwa eine Schadenssumme von ca. 10.000 US-Dollar je Vorfall zu beklagen, belief sich dieser Wert ein Jahr später bereits auf rund 337.000 US-Dollar. Angesichts dieser Summen scheint es nicht verwunderlich, dass viele Firmen mittlerweile Hacker dafür beauftragen, ihre Systeme gezielt auf Schwachstellen zu überprüfen.

Weltweite Datenleck-Kosten nach Branchen
Weltweite Datenleck-Ursachen nach Branchen
Kosten durch Cyberattacken in Deutschland

Branchendefinition

Statista fasst unter dem Begriff Cyberkriminalität die beiden Bereiche Computerkriminalität und Internetkriminalität zusammen. Unter dem Begriff Computerkriminalität werden in Deutschland Straftaten eingeordnet, bei denen lediglich ein Computer ohne die Verwendung des Internets genutzt wird. Formen der Computerkriminalität können dabei die Computersabotage, der Computerbetrug, die Computerspionage, die Softwarepiraterie oder der Computermissbrauch sein. Die Bezeichnung Internetkriminalität schließt in der Unterscheidung zur Computerkriminalität Straftaten ein, die mit den Techniken des Internets begangen werden oder auf dem Internet basieren. Da mittlerweile nahezu jede Straftat der Cyberkriminalität im Kontext mit der Verwendung des Internets steht, stellt die Internetkriminalität einen starken Schwerpunkt im Bereich der Cyberkriminalität dar.

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