Statistiken zur Kriminalität in der Schweiz

Kriminalität ist ein Sammelbegriff, unter den alle Straftaten fallen. Statistische Daten zur Kriminalitätsentwicklung beziehen sich zumeist auf angezeigte Delikte, wobei zu beachten ist, dass diese auch durch das Anzeigeverhalten der Bevölkerung beeinflusst werden und stets ein "Dunkelfeld" nicht erfasster Taten bleibt. Die meisten Anzeigen in der Schweiz fallen unter das Strafgesetzbuch: Im Jahr 2019 wurden rund 432.000 derartige Delikte registriert; diese Zahl ist seit dem Höchststand von circa 611.900 im Jahr 2012 konstant rückläufig. Die häufigsten Straftatengruppen waren solche gegen das Vermögen (286.200), die Freiheit (57.700) sowie Leib und Leben (27.000). Viel Beachtung finden vor allem Gewaltstraftaten; hiervon gab es in 2019 etwa 45.500 und damit mehr als im Vorjahr mit knapp 43.800. Die Zahl der Vergewaltigungen ist seit dem Tiefststand von 532 Fällen im Jahr 2015 stetig auf nunmehr 679 angestiegen.

Jugendkriminalität ist ein häufig diskutiertes Phänomen. Im Jahr 2019 wurden in der Schweiz fast 12.700 Minderjährige gerichtlich verurteilt. Davon waren 77,5 Prozent männlich und 35,4 Prozent Ausländer. Meistens werden straffällige Jugendliche als Sanktion zu Arbeitsleistungen verurteilt.

Drogenkriminalität wird in der Schweiz über das Betäubungsmittelgesetz erfasst. Hier kamen 2019 rund 75.760 Straftaten zur Anzeige; 2018 waren es noch circa 76.300 gewesen. Bei der Betrachtung der Kantone entfielen die meisten Delikte mit über 12.900 auf Zürich; die Häufigkeitszahl hingegen lag mit 18,2 Fällen auf 1.000 Einwohner in Basel-Stadt am höchsten.

Auch Unternehmen sehen sich kriminellen Risiken ausgesetzt: Die Schadenssumme durch Wirtschaftskriminalität in der Schweiz betrug 2019 363 Millionen Schweizer Franken. Bei einer Erhebung im Sommer 2017 gaben 39 Prozent der befragten Schweizer Führungskräfte an, ihr Unternehmen habe hierzulande bereits Wirtschaftskriminalität oder Betrug erlebt. Als gefährlichste Form wurde dabei von 41 Prozent Cyberkriminalität genannt. Falschgelddelikte wurden in 2019 rund 5.000 gezählt, ein Jahr zuvor waren es mehr als 7.700. Der Nominalwert der registrierten gefälschten Banknoten und Münzen lag bei 240.645 Schweizer Franken.

Mit der zunehmenden Digitalisierung gewinnt auch Cyberkriminalität an Aufmerksamkeit. 2018 wurden den Behörden in der Schweiz rund 7.200 entsprechende Verdachtsfälle gemeldet und damit deutlich weniger als in den vorangegangenen zwei Jahren. Die häufigste Kategorie war dabei Cyberbetrug mit circa 2.500 Meldungen. Laut einer im Januar 2019 durchgeführten Umfrage fühlen sich die Schweizer im Internet vor allem von Kriminellen und Hackern bedroht, weniger vom Staat oder Unternehmen. Bei einer Befragung von kleinen und mittleren Schweizer Unternehmen im Frühjahr 2020 gaben knapp 20 Prozent der befragten Unternehmen an, bereits Opfer eines Cyberangriffs gewesen zu sein.

Der Polizeibestand in der Schweiz lag Anfang 2020 bei umgerechnet 18.920 Vollzeitkräften. In Relation zur Bevölkerung kam damit durchschnittlich 1 Vollzeit-Polizist auf 454 Einwohner. Laut einer Befragung aus dem Jahr 2018 haben 67 Prozent der Schweizer ein großes Vertrauen in die Polizei. Dabei steigt der Anteil der Personen, die der Polizei vertrauen, mit zunehmendem Alter.

Im Jahr 2019 saßen in der Schweiz rund 6.900 Inhaftierte in den Gefängnissen. Die Gefangenenrate lag damit bei 80 Insassen pro 100.000 Einwohnern; sie ist seit Jahren rückläufig. Die Belegungsquote Schweizer Gefängnisse lag 2020 bei 93,5 Prozent; 2013 hatte es mit 100,4 Prozent noch eine Überbelegung gegeben.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Kriminalität in der Schweiz" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Straftaten

Jugendkriminalität

Drogenkriminalität

Cyberkriminalität

Wirtschaftskriminalität

Polizei

Strafvollzug

Interessante Statistiken

In den folgenden 7 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 61 Statistiken aus dem Thema "Kriminalität in der Schweiz".

Kriminalität in der Schweiz

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Statistiken zur Kriminalität in der Schweiz

Kriminalität ist ein Sammelbegriff, unter den alle Straftaten fallen. Statistische Daten zur Kriminalitätsentwicklung beziehen sich zumeist auf angezeigte Delikte, wobei zu beachten ist, dass diese auch durch das Anzeigeverhalten der Bevölkerung beeinflusst werden und stets ein "Dunkelfeld" nicht erfasster Taten bleibt. Die meisten Anzeigen in der Schweiz fallen unter das Strafgesetzbuch: Im Jahr 2019 wurden rund 432.000 derartige Delikte registriert; diese Zahl ist seit dem Höchststand von circa 611.900 im Jahr 2012 konstant rückläufig. Die häufigsten Straftatengruppen waren solche gegen das Vermögen (286.200), die Freiheit (57.700) sowie Leib und Leben (27.000). Viel Beachtung finden vor allem Gewaltstraftaten; hiervon gab es in 2019 etwa 45.500 und damit mehr als im Vorjahr mit knapp 43.800. Die Zahl der Vergewaltigungen ist seit dem Tiefststand von 532 Fällen im Jahr 2015 stetig auf nunmehr 679 angestiegen.

Jugendkriminalität ist ein häufig diskutiertes Phänomen. Im Jahr 2019 wurden in der Schweiz fast 12.700 Minderjährige gerichtlich verurteilt. Davon waren 77,5 Prozent männlich und 35,4 Prozent Ausländer. Meistens werden straffällige Jugendliche als Sanktion zu Arbeitsleistungen verurteilt.

Drogenkriminalität wird in der Schweiz über das Betäubungsmittelgesetz erfasst. Hier kamen 2019 rund 75.760 Straftaten zur Anzeige; 2018 waren es noch circa 76.300 gewesen. Bei der Betrachtung der Kantone entfielen die meisten Delikte mit über 12.900 auf Zürich; die Häufigkeitszahl hingegen lag mit 18,2 Fällen auf 1.000 Einwohner in Basel-Stadt am höchsten.

Auch Unternehmen sehen sich kriminellen Risiken ausgesetzt: Die Schadenssumme durch Wirtschaftskriminalität in der Schweiz betrug 2019 363 Millionen Schweizer Franken. Bei einer Erhebung im Sommer 2017 gaben 39 Prozent der befragten Schweizer Führungskräfte an, ihr Unternehmen habe hierzulande bereits Wirtschaftskriminalität oder Betrug erlebt. Als gefährlichste Form wurde dabei von 41 Prozent Cyberkriminalität genannt. Falschgelddelikte wurden in 2019 rund 5.000 gezählt, ein Jahr zuvor waren es mehr als 7.700. Der Nominalwert der registrierten gefälschten Banknoten und Münzen lag bei 240.645 Schweizer Franken.

Mit der zunehmenden Digitalisierung gewinnt auch Cyberkriminalität an Aufmerksamkeit. 2018 wurden den Behörden in der Schweiz rund 7.200 entsprechende Verdachtsfälle gemeldet und damit deutlich weniger als in den vorangegangenen zwei Jahren. Die häufigste Kategorie war dabei Cyberbetrug mit circa 2.500 Meldungen. Laut einer im Januar 2019 durchgeführten Umfrage fühlen sich die Schweizer im Internet vor allem von Kriminellen und Hackern bedroht, weniger vom Staat oder Unternehmen. Bei einer Befragung von kleinen und mittleren Schweizer Unternehmen im Frühjahr 2020 gaben knapp 20 Prozent der befragten Unternehmen an, bereits Opfer eines Cyberangriffs gewesen zu sein.

Der Polizeibestand in der Schweiz lag Anfang 2020 bei umgerechnet 18.920 Vollzeitkräften. In Relation zur Bevölkerung kam damit durchschnittlich 1 Vollzeit-Polizist auf 454 Einwohner. Laut einer Befragung aus dem Jahr 2018 haben 67 Prozent der Schweizer ein großes Vertrauen in die Polizei. Dabei steigt der Anteil der Personen, die der Polizei vertrauen, mit zunehmendem Alter.

Im Jahr 2019 saßen in der Schweiz rund 6.900 Inhaftierte in den Gefängnissen. Die Gefangenenrate lag damit bei 80 Insassen pro 100.000 Einwohnern; sie ist seit Jahren rückläufig. Die Belegungsquote Schweizer Gefängnisse lag 2020 bei 93,5 Prozent; 2013 hatte es mit 100,4 Prozent noch eine Überbelegung gegeben.

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