Statistiken zur Kriminalität in der Schweiz

Veröffentlicht von Martin Mohr, 12.08.2019
Kriminalität ist ein Sammelbegriff, unter den alle Straftaten fallen. Statistische Daten zur Kriminalitätsentwicklung beziehen sich zumeist auf angezeigte Delikte, wobei zu beachten ist, dass diese auch durch das Anzeigeverhalten der Bevölkerung beeinflusst werden und stets ein "Dunkelfeld" nicht erfasster Taten bleibt. Die meisten Anzeigen in der Schweiz fallen unter das Strafgesetzbuch: Im Jahr 2017 wurden rund 439.000 derartige Delikte registriert; diese Zahl ist seit dem Höchststand von circa 611.900 im Jahr 2012 konstant rückläufig. Die häufigsten Straftatengruppen waren solche gegen das Vermögen (296.330), die Freiheit (59.910) sowie Leib und Leben (24.630). Viel beachtet werden vor allem Gewaltstraftaten; hiervon gab es etwa 41.770 und damit weniger als im Vorjahr mit knapp 42.980. Die Zahl der Vergewaltigungen ist allerdings seit dem Tiefststand von 532 Fällen im Jahr 2015 stetig auf nunmehr 619 angestiegen.

Jugendkriminalität ist ein häufig diskutiertes Phänomen. Im Jahr 2017 wurden in der Schweiz fast 10.980 Minderjährige gerichtlich verurteilt. Davon waren 80,3 Prozent männlich und 35,1 Prozent Ausländer. Meistens werden Jugendliche als Sanktion zu Arbeitsleistungen verurteilt.

Drogenkriminalität wird in der Schweiz über das Betäubungsmittelgesetz erfasst. Hier kamen 2017 rund 80.070 Straftaten zur Anzeige; 2016 waren es noch circa 83.270 gewesen. Bei der Betrachtung der Kantone entfielen die meisten Delikte mit über 12.850 auf Zürich; die Häufigkeitszahl hingegen lag mit 20,6 Fällen auf 1.000 Einwohner in Basel-Stadt am höchsten.

Mit der Digitalisierung gewinnt auch Cyberkriminalität an Aufmerksamkeit. 2017 wurden den Behörden in der Schweiz rund 9.830 entsprechende Verdachtsfälle gemeldet und damit deutlich weniger als im Vorjahr (14.030). Die häufigste Kategorie war dabei Cyberbetrug mit circa 2.610 Meldungen. Laut einer im März 2018 durchgeführten Umfrage fühlen sich die Schweizer im Internet vor allem von Kriminellen und Hackern bedroht, weniger vom Staat oder Unternehmen.

Auch Unternehmen sehen sich kriminellen Risiken ausgesetzt: Die Schadenssumme durch Wirtschaftskriminalität in der Schweiz betrug 2017 426 Millionen Schweizer Franken. Bei einer Erhebung im Sommer 2017 gaben 39 Prozent der befragten Schweizer Führungskräfte an, ihr Unternehmen habe hierzulande bereits Wirtschaftskriminalität oder Betrug erlebt. Als gefährlichste Form wurde dabei von 41 Prozent wiederum Cybercrime genannt.

Der Polizeibestand in der Schweiz lag Anfang 2018 bei umgerechnet 18.700 Vollzeitkräften. In Relation zur Bevölkerung kam damit durchschnittlich 1 Vollzeit-Polizist auf 453 Einwohner. Laut einer Befragung aus dem Jahr 2015 bewerten 61,7 Prozent der Schweizer die Polizei-Präsenz als genügend. Zudem hatten 87,9 Prozent Vertrauen in die Polizei.

Im Jahr 2017 saßen in der Schweiz rund 6.860 Inhaftierte in den Gefängnissen. Die Gefangenenrate lag damit bei 81 Insassen pro 100.000 Einwohnern; sie ist seit Jahren rückläufig. Gleiches gilt für die Belegungsquote: 2017 waren 92,5 Prozent der Haftplätze belegt; 2013 hatte es mit 100,3 Prozent sogar noch eine Überbelegung gegeben.

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