Statistiken zur Internetkriminalität in Deutschland

Veröffentlicht von L. Rabe, 09.08.2019
Internetkriminalität bezeichnet nach der Definition des Bundeskriminalamtes Straftaten, die im Internet oder auf Basis der Technologien des Internets begangen werden. Sie sind abzugrenzen von Straftaten im Bereich der Computerkriminalität („Cybercrime im engeren Sinne“) bei denen zwar Computer als Tatwaffe, aber nicht das Internet als solches, von Bedeutung sind.

Das Tatmittel Internet spielte im Jahr 2017 bei rund 252.000 polizeilich registrierten Straftaten eine Rolle. Der Schwerpunkt lag hierbei auf dem Bereich des Waren- und Kreditbetrugs, wobei durch die weite Definition des Begriffes „Internetkriminalität“ auch ein großer Anteil „Sonstiger Straftaten“ (32,7 Prozent) zu beobachten ist. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang sogenannte „Phishing-Fälle“, bei denen versucht wird, über gefälschte Webseiten oder E-Mails Zugriff auf Bank- und Identifikationsdaten von Internetnutzern zu erlangen. Im Bereich Online-Banking wurden im Jahr 2017 insgesamt rund 1.400 solcher Phishing-Fälle zur Anzeige gebracht.

Der größte Anteil der Phishing-Angriffe entfällt aktuell auf Banken und globale Internetpportale. Cyberattacken verursachen meist hohe Kosten, die den Unternehmen oder Privatpersonen schwer zusetzen. So beliefen sich die Schäden durch Cyberkriminalität in Deutschland im Jahr 2017 dem Bundeskriminalamt zufolge auf rund 72 Millionen Euro. Betrachtet man die Pro-Kopf-Kosten für Unternehmen aufgrund von Datenpannen im Internet, gehört Deutschland mit Kosten in Höhe von 160 US-Dollar zu den führenden Ländern hinter den USA und Kanada.

In Deutschland hat rund die Hälfte der Internetnutzer schon einmal Erfahrungen mit Internetkriminalität gemacht. Um sich vor Internetkriminalität zu schützen, erachten 83 Prozent der Internetnutzer in Deutschland einen vorsichtigen Umgang mit den persönlichen Daten als erforderlich. Auch die stärkere Verfolgung von Gesetzesverstößen sehen rund drei Vierte der Internetnutzer in Deutschland als erforderlich, um Sicherheitsvorfälle im Internet zu reduzieren.

In Unternehmen wird hauptsächlich auf eine Netzwerkabsicherung als Maßnahmen zum Schutz gegen Cyberangriffe gesetzt. Auch die Nutzung von Cyber-Versicherungen für den Fall des Auftretens von digitaler Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl gewinnt an Bedeutung. Im Rahmen einer Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2018 gaben 14 Prozent der befragten Industrieunternehmen an, bereits eine solche Cyber-Versicherung abgeschlossen zu haben. 13 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, den Abschluss einer solchen Versicherung zu planen.

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