Tod, Beerdigung und Sterbehilfe - Statistiken & Fakten
Welches ist die häufigste Todesursache in Deutschland?
Ob schwerwiegende Erkrankung, Unfall, natürlicher Tod oder Suizid – die Todesursachen sind vielfältig. Die mit Abstand häufigste Todesursache in Deutschland sind Erkrankungen des Kreislaufsystems. Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit an einem natürlichen Tod, beispielsweise infolge einer Krankheit, zu sterben, deutlich höher als der unnatürliche Tod. Nachdem die Anzahl der Suizide in Deutschland in den vergangenen Jahren eher rückläufig war und sich seit den 1980er Jahren mehr als halbiert hat, sind die Suizidzahlen in Deutschland zuletzt wieder leicht gestiegen. Mit der Organspende können auch sterbende Personen noch Leben retten. Zuletzt gab es deutschlandweit rund 965 postmortale Organspender:innen. In Deutschland basiert die Organspende auf Freiwilligkeit. Deutsche müssen sich aktiv als Organspender:in eintragen. Dies ist nicht in allen Ländern so und führt dazu, dass Deutschland sich nach Anzahl postmortalen Organspender:innen im Ländervergleich eher im Mittelfeld befindet. Das größte Hindernis bei nicht realisierten Organspenden in Deutschland ist nach wie vor die fehlende Zustimmung der Angehörigen nach der Todesfeststellung.Sterbehilfe bleibt in Deutschland umstritten
Die Legalisierung von aktiver Sterbehilfe wird in Deutschland seit Jahren kontrovers diskutiert, während sie in anderen europäischen Ländern schon längst legal ist. Aktive Sterbehilfe bezeichnet die gezielte Herbeiführung des Todes auf Wunsch. Im Gegensatz zum assistierten Suizid verabreicht jemand anderes ein tödlich wirkendes Mittel. Dies ist in Deutschland bislang als „Tötung auf Verlangen“ strafbar. Unter einem assistierten Suizid wird hingegen die „Beihilfe zur Selbsttötung" verstanden. Der Sterbewillige nimmt selbstständig eine Substanz mit Todesfolgen ein. Im Februar 2020 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass dies in Deutschland straffrei sein soll. Im Gegensatz zur aktiven Sterbehilfe ist die indirekte und passive Sterbehilfe in Deutschland erlaubt und straffrei: Wenn ein:e Patient:in mit dem Ziel der Schmerzlinderung Medikamente bekommt, die einen früheren Tod zur Folge haben, wird dies als indirekte Sterbehilfe bezeichnet. Unter passiver Sterbehilfe versteht man den Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen oder deren Beendigung durch medizinische Gründe oder seitens Ablehnung des Sterbenden.Das Thema Sterben und Tod wird nach wie vor von vielen Deutschen gemieden. Dabei kann eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema Angehörigen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, sodass die eigenen Wünsche beim Ableben berücksichtigt werden.