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Statistiken zu historischen und aktuellen Weltreichen

Im Lauf der Weltgeschichte kam es zum temporären (oder andauernden) Aufstieg einzelner Staaten zu Weltreichen - zu Mächten, die gewaltige Gebiete beherrschten und durch militärische und/oder diplomatische Stärke weit überregionalen Einfluss nehmen konnten. Die Epochen, in denen Staaten zu imperialer Macht aufstiegen, unterscheiden sich dabei deutlich: Vergleichsweise spät, dafür aber mit globaler Ausdehnung, konnte das Vereinigte Königreich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf ein Weltreich blicken, welches das größte Staatengebilde der Geschichte darstellt: Es reichte von Kanada auf dem nordamerikanischen Kontinent, über zahlreiche afrikanische Kolonien, großen Teilen Südasiens bis hin nach Australien. Das Mongolenreich, das zweitgrößte Reich der Geschichte, wurde hingegen von Dschingis Khan zu Beginn des 13. Jahrhunderts begründet und reichte zeitweise bis weit nach Westeuropa. Unter Führung seines Enkels, Kublai Khan, wurden die letzten Gebiete Chinas erobert und schließlich die Yuan-Dynastie begründet. Das drittgrößte Reich war das Russische Kaiserreich, das nach Begründung durch Peter den Großen im Jahr 1721 gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf seine weiteste Ausdehnung blicken konnte.

Weitere Weltreiche mit Ursprung in Europa

Keine andere europäische Entität kann in Bezug auf die maximale Größe dem britischen Empire nahekommen. Hingegen nur unwesentlich kleiner als das Russische Kaiserreich zu seiner größten Ausdehnungsphase war zu ihren Hochzeiten die Sowjetunion: Nach den Annexionen während des Zweiten Weltkrieges (Westukraine, Belarus, baltische Staaten und Südsachalin) erreichte es mehr als 22 Millionen Quadratkilometer. Von ähnlich globaler Bedeutung wie das Vereinigte Königreich waren zwei weitere Kolonialreiche, die beide in Konkurrenz zu den britischen Ambitionen standen: Spanien und Frankreich, die ihren Zenit jedoch in unterschiedlichen Epochen erreichten; Spanien hatte sich ab dem 17. Jahrhundert ein riesiges Kolonialreich in Südamerika erobert (und dabei durch Krieg und Einschleppung von Krankheiten die bestehenden Reiche der Inka, Maya und Azteken vernichtet). Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Spanien jedoch alle Kolonien in Lateinamerika verloren. Frankreich hatte seine kolonialen Ansprüche in Nordamerika um 1800 aufgeben müssen, eroberte sich jedoch um 1900 ein Kolonialreich in Afrika und Indochina. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur weitreichenden Dekolonisierung und nach dem Rückzug aus Algerien besitzt Frankreich heute nur noch wenige Überseeterritorien.
Alle europäischen Weltreiche setzten auf Kolonien aus Expansionsgründen (im Falle des Russischen Reiches auf Binnenkolonisation). Die Kolonisierung war neben dem Landerwerb dem Streben nach Reichtümern und Absatzmärkten geschuldet und resultierte in Ausbeutung und zum Teil Genozid an der indigenen Bevölkerung. Dabei spielten insbesondere im 19. Jahrhundert auch rassistische Theorien eine Rolle.

Imperienbildung in Asien und Afrika

Die Unterscheidung zwischen dem Mongolenreich und der Mongolenherrschaft der Yuan über China ist nicht trennscharf. Nach dem Tode Dschingis Khans zerfiel zu Beginn des 14. Jahrhunderts das Mongolenreich in die Gebiete der Goldenen Horde in Südrussland, das Tschagatai-Khanat in Zentralasien, das Reich der Ilchane in Persien sowie die Yuan in China.
Mit rund 89 Jahren Herrschaft der Yuan-Dynastie nimmt die Mongolenherrschaft einen vergleichsweise kleinen Zeitraum der chinesischen Geschichte ein. Die vorangegangene Song-Dynastie und die folgenden Dynastien der Ming und der Qing, (die wiederum nicht von Han-Chinesen, sondern vom Volk der Jurchen begründet wurde und auch als Mandschu-Dynastie bekannt wurde,) regierten jeweils rund 300 Jahre. Unter den Mandschu entwickelte China wieder einen neuen Expansionsdrang, so dass um 1790 mit der Eroberung Nepals und Teilen des heutigen Vietnams eine neue Großreichzeit erreicht wurde.
Bereits in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends war es in Vorderasien und in der Folge auch Nordafrika zu einer religiösen Imperiumsbildung gekommen: Ab 622 begann unter Mohammed die islamische Expansion, die von seinen Nachfolgern, den Kalifen, fortgeführt wurde. War das Herrschaftsgebiet um 622 noch auf Medina beschränkt, war im Jahr Mohammeds Tod bereits die gesamte arabische Halbinsel erobert. Das Kalifat wechselte mehrmals die Herrschaftshäuser, so dass ab 661 die Kalifen der Umayyaden von Damaskus aus herrschten. In der Mitte des 8. Jahrhunderts ging die Macht auf die Abbasiden-Kalifen über, während deren Zeit das Kalifat seine größte Ausdehnung erreichte. Ab 787 residierten die Abbasiden in Bagdad, mit dem Verlust von Cordoba war bereits zuvor aber der Niedergang eingeleitet. Im 16. Jahrhundert ging der Titel auf die osmanischen Sultane über, wodurch der Sitz des Kalifats Konstantinopel (das heutige Istanbul) wurde.

Die USA - die einzige Weltmacht?

Einen späten Aufstieg zur Weltmacht vollbrachten die Vereinigten Staaten von Amerika: Einst britische Kolonie, kam es 1776 nach dem Unabhängigkeitskrieg zur Staatenbildung. In der Folge erschlossen die Vereinigten Staaten große Teile Nordamerikas und konnten durch Käufe von Territorien (Louisiana von Frankreich; Alaska von Russland) und Kriege mit Mexiko ihr Staatsgebiet sukzessive erweitern. Der Monroe-Doktrin von 1832 folgend, konzentrierten sich die USA auf die beiden amerikanischen Kontinente und hielten sich aus europäischen Angelegenheiten weitgehend heraus. Dadurch kam es zum Konflikt mit Spanien, wodurch zeitweise die Philippinen US-amerikanisch wurden.
Der Erste Weltkrieg führte zum Bruch mit der Monroe-Doktrin und der Entsendung von Truppen auf die europäischen Kriegsschauplätze. Dies leitete den endgültigen Aufstieg der USA als Weltmacht ein - eine Rolle, die im Zweiten Weltkrieg eindrucksvoll bestätigt wurde. Nach dem Krieg verloren fast alle europäischen Mächte an Bedeutung, während die USA gestärkt aus dem Krieg kam. In Folge prallten jedoch die Ideen der freiheitlichen US-Demokratie auf die kommunistische Ideologie der UdSSR - der Kalte Krieg begann. Mit dessen Ende waren die USA unangefochten: Es etablierte sich durch den politischen Berater Zbigniew Brzeziński der Begriff der "einzigen Weltmacht".
Dennoch haben die USA bis heute diese Rolle nur begrenzt erfüllen können: Die Russische Föderation als Nachfolgestaat der Sowjetunion und neuerdings die Volksrepublik China sind nicht bereit, die Vormachtsrolle der Vereinigten Staaten anzuerkennen. Zudem ist die amerikanische Gesellschaft zunehmend zerrissen und mit gesellschaftlichen Problem konfrontiert.

Verschiebung der Machtverhältnisse von Ost nach West?

Der globale Aufstieg Westeuropas und Nordamerikas setzte verhältnismäßig spät ein: Um 1500 lag der Anteil Asiens am weltweiten Bruttoinlandsprodukts bei rund zwei Dritteln. Um 1900 war der Anteil auf rund 28 Prozent gefallen - weniger als Westeuropa mit 34 Prozent. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war Nordamerika mit mehr als 29 Prozent wichtigste BIP-Region. Zuletzt ließ sich wieder ein Anstieg des asiatischen Anteils und ein Rückgang der Bedeutung Nordamerikas und Westeuropas feststellen.
Dieser (vorübergehende) Bedeutungsverlust Asiens und Afrikas zeigte sich auch an den größten Städten der Welt: Um 1500 lagen die sieben größten Städte außerhalb Europas. Zum Vergleich: Peking hatte rund 672.000 Einwohner, während die größte europäische Stadt, Paris, auf rund 185.000 Einwohner kam. 1895 war jedoch London mit fast sechs Millionen Einwohnern zur größten Stadt geworden, gefolgt von New York und Paris. Tokio als größte asiatische Stadt lag auf dem fünften Platz.
Im Jahr 2018 war hingegen keine europäische oder nordamerikanische Stadt mehr unter den größten Städten der Welt: Die Spitzenplätze wurden von Tokio mit mehr als 37 Millionen Einwohnern, Delhi (rund 28,5 Millionen Einwohner) und Shanghai mit knapp 25,6 Millionen Menschen belegt.

Interessante Statistiken

In den folgenden 4 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 35 Statistiken aus dem Thema "Historische Weltreiche".

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