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Statistiken zur Riester-Rente

Die Riester-Rente ist mittlerweile zwanzig Jahre alt. Sie sollte Menschen dabei unterstützen, sich eine private Altersvorsorge zusätzlich zur gesetzlichen Rente aufzubauen. Letztere wird in Zukunft nicht mehr reichen um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Aber nicht nur das: Oft droht sogar ein Abrutschen in die Altersarmut. Der Hauptgrund dafür, dass die gesetzlichen Rentenkassen in Zukunft nicht mehr ausreichend gefüllt sein werden, ist der demografische Wandel hierzulande. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Kamen im Jahr 1965 noch mehr als fünf aktiv versicherte Erwerbspersonen auf eine:n Altersrentner:in, so sind es heute nur noch gut zwei Beitragszahler:innen, die eine:n Rentenempfänger:in finanzieren.



Über die Riester-Rente

Die Riester-Rente wird von Staat in Form von Zulagen und Steuervorteilen gefördert. Die Bezeichnung „Riester-Rente“ geht auf den SPD-Politiker Walter Riester zurück, der von 1998 bis 2002 als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung tätig war und während dieser Amtszeit die Förderung der freiwilligen Altersvorsorge durch eine Altersvorsorgezulage vorgeschlagen hat. Die Bundesregierung hatte zuvor die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland reformiert – eine Absenkung des Rentenniveaus war die Folge. Die Riester-Rente sollte die dadurch entstandene Versorgungslücke ausgleichen.



Welche Riester-Vertragsformen gibt es?

Riester-Verträge gibt es in verschiedenen Varianten und mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

  • Rentenversicherungen
  • Diese bieten eine lebenslange Leibrente mit garantierten Leistungen und sind die nach der Anzahl abgeschlossener Verträge, die mit Abstand beliebteste Riester-Variante hierzulande.

  • Banksparpläne
  • Diese sind im Grunde eine Kombination aus einem Sparkonto und einem Rentenvertrag. Hierbei werden sowohl die Beiträge wie die staatlichen Zuschüsse auf ein Konto eingezahlt und jährlich verzinst. Jedoch ist das Zinsniveau seit Jahren historisch niedrig. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank liegt seit 2016 bei null Prozent und somit ist auch die Verzinsung der Banksparpläne gleich null. Darüberhinaus bieten nur noch wenige Banken diese Form der Riester-Rente überhaupt an.

  • Fondssparpläne
  • Bei dieser Variante investiert der Riester-Anbieter des Geld seine Anleger:innen in Investmentfonds wie zum Beispiel Aktienfonds, Rentenfonds oder Mischfonds. Diese Form der Riester-Rente, die vor allem für risikobereitere Sparer:innen geeignet ist, ist mit mehr als 3 Millionen abgeschlossenen Verträgen die derzeit zweitbeliebteste des Landes.

  • Eigenheimrente ("Wohn-Riester")
  • Wer ein Eigenheim kaufen oder bauen möchte, ist bei dieser Variante richtig. Ziel des Sparers oder der Sparerin ist somit nicht der Erhalt einer Leibrente sondern die Finanzierung eines Immobilienprojekts. Zum Ende des Jahres 2020 lag die Zahl der abgeschlossenen Wohn-Riester-Verträge bei knapp 1,8 Millionen (Wohn-Riester-Bausparverträge und -Darlehensverträge).

  • Betriebliche Altersversorgung (baV)
  • Auch im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung ist eine Riester-Förderung möglich. Allerdings kommen hier nur die Durchführungswege der Direktversicherung, der Pensionskasse oder des Pensionsfonds in Frage.



Wie hoch sind die Beiträge und Zulagen bei der Riester-Rente?

Etwas mehr als die Hälfte der Riester-Sparer:innen erhielt im Beitragsjahr 2017 den vollen Zulageanteil. Demgegenüber erhielt jedoch rund ein Fünftel der Zulageempfänger:innen im genannten Jahr weniger als 50 Prozent der maximal möglichen staatlichen Zulagen. Um im Riester-System eine staatliche Förderung zu erhalten, muss zuvor eine Sparleistung erbracht werden. Dieser Sparbeitrag liegt bei mindestens 60 Euro im Jahr. Für die vollen staatlichen Zulagen muss der Gesamtsparbeitrag 4 Prozent des Vorjahres-Bruttoeinkommens betragen, maximal sind jedoch nur 2.100 Euro zulässig. Im Jahr 2017 belief sich die Summe der geleisteten Eigenbeiträge der Riester-Sparer:innen hierzulande auf rund 8.926 Millionen Euro. Erbringt der Riester-Kunde bzw. die Riester-Kundin diese jährliche Mindestsparleistung so erhält er oder sie eine Grundzulage von 175 Euro (pro Beitragsjahr). Die Kinderzulage beträgt 300 Euro pro Kind und Jahr (für vor dem 1. Januar 2008 geborene Kinder 185 Euro pro Jahr). Für unter 25-Jährige gibt es eine einmalige Zulage in Höhe von 200 Euro (Berufseinsteiger-Bonus). Das zuletzt vom Bundesministerium der Finanzen ausgewiesene Fördervolumen lag bei rund 3,95 Milliarden Euro.



Kritik an der Riester-Rente

Anfangs als wichtiger Schritt der privaten Altersvorsorge gefeiert, so steht die Riester-Rente seit Jahren immer wieder in der Kritik. Verbraucherschützer:innen fordern sogar ihre Abschaffung. Die Verträge gelten als zu teuer, zu wenig rentabel und oftmals auch zu kompliziert. Auch das andauernd niedrige Zinsniveau ist für die Attraktivität des Produkts „Riester-Rente“ nicht gerade zuträglich. Zum 1. Januar 2022 sinkt der Garantiezins für Lebensversicherungen auf 0,25 Prozent. Der Zins gilt bei Abschluss neuer Verträge, Bestandverträge sind nicht betroffen. Die Versicherer befürchten durch die Absenkung des Garantiezines dennoch das Aus der Riester-Rente. Der Abschluss eines Riester-Vertrages würde somit zunehmend unattraktiver. Als Folge könnten sich viele Riester-Anbieter vom Markt zurückziehen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist zudem, dass entegegen der ursprünglichen Zielsetzung in erster Linie Familien und und Geringverdiener dabei zu unterstützen, eine zusätzliche Altersvorsorge aufzubauen, vor allem einkommensstärkere Riester-Sparer:innen von der staatlichen Förderung profitieren. Statistiken belegen dies zumindest zum Teil: Im Jahr 2017 verdiente fast ein Fünftel der riestergeförderten Personen 50.000 Euro oder mehr. Gleichzeitig verdiente jedoch mehr als die Hälfte der riestergeförderten Personen 30.000 Euro oder weniger. Dennoch lässt sich seit Einführung der Riester-Rente ein klare Verschiebung der staatlichen Föderung hin zu den einkommensstärkeren Personen erkennen.



Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Riester-Rente" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Riestergeförderte Personen

Förderung und Zulagen

Interessante Statistiken

In den folgenden 4 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 27 Statistiken aus dem Thema "Riester-Rente".

Riester-Rente

Dossier zum Thema

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Statistiken zur Riester-Rente

Die Riester-Rente ist mittlerweile zwanzig Jahre alt. Sie sollte Menschen dabei unterstützen, sich eine private Altersvorsorge zusätzlich zur gesetzlichen Rente aufzubauen. Letztere wird in Zukunft nicht mehr reichen um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Aber nicht nur das: Oft droht sogar ein Abrutschen in die Altersarmut. Der Hauptgrund dafür, dass die gesetzlichen Rentenkassen in Zukunft nicht mehr ausreichend gefüllt sein werden, ist der demografische Wandel hierzulande. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Kamen im Jahr 1965 noch mehr als fünf aktiv versicherte Erwerbspersonen auf eine:n Altersrentner:in, so sind es heute nur noch gut zwei Beitragszahler:innen, die eine:n Rentenempfänger:in finanzieren.



Über die Riester-Rente

Die Riester-Rente wird von Staat in Form von Zulagen und Steuervorteilen gefördert. Die Bezeichnung „Riester-Rente“ geht auf den SPD-Politiker Walter Riester zurück, der von 1998 bis 2002 als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung tätig war und während dieser Amtszeit die Förderung der freiwilligen Altersvorsorge durch eine Altersvorsorgezulage vorgeschlagen hat. Die Bundesregierung hatte zuvor die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland reformiert – eine Absenkung des Rentenniveaus war die Folge. Die Riester-Rente sollte die dadurch entstandene Versorgungslücke ausgleichen.



Welche Riester-Vertragsformen gibt es?

Riester-Verträge gibt es in verschiedenen Varianten und mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

  • Rentenversicherungen
  • Diese bieten eine lebenslange Leibrente mit garantierten Leistungen und sind die nach der Anzahl abgeschlossener Verträge, die mit Abstand beliebteste Riester-Variante hierzulande.

  • Banksparpläne
  • Diese sind im Grunde eine Kombination aus einem Sparkonto und einem Rentenvertrag. Hierbei werden sowohl die Beiträge wie die staatlichen Zuschüsse auf ein Konto eingezahlt und jährlich verzinst. Jedoch ist das Zinsniveau seit Jahren historisch niedrig. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank liegt seit 2016 bei null Prozent und somit ist auch die Verzinsung der Banksparpläne gleich null. Darüberhinaus bieten nur noch wenige Banken diese Form der Riester-Rente überhaupt an.

  • Fondssparpläne
  • Bei dieser Variante investiert der Riester-Anbieter des Geld seine Anleger:innen in Investmentfonds wie zum Beispiel Aktienfonds, Rentenfonds oder Mischfonds. Diese Form der Riester-Rente, die vor allem für risikobereitere Sparer:innen geeignet ist, ist mit mehr als 3 Millionen abgeschlossenen Verträgen die derzeit zweitbeliebteste des Landes.

  • Eigenheimrente ("Wohn-Riester")
  • Wer ein Eigenheim kaufen oder bauen möchte, ist bei dieser Variante richtig. Ziel des Sparers oder der Sparerin ist somit nicht der Erhalt einer Leibrente sondern die Finanzierung eines Immobilienprojekts. Zum Ende des Jahres 2020 lag die Zahl der abgeschlossenen Wohn-Riester-Verträge bei knapp 1,8 Millionen (Wohn-Riester-Bausparverträge und -Darlehensverträge).

  • Betriebliche Altersversorgung (baV)
  • Auch im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung ist eine Riester-Förderung möglich. Allerdings kommen hier nur die Durchführungswege der Direktversicherung, der Pensionskasse oder des Pensionsfonds in Frage.



Wie hoch sind die Beiträge und Zulagen bei der Riester-Rente?

Etwas mehr als die Hälfte der Riester-Sparer:innen erhielt im Beitragsjahr 2017 den vollen Zulageanteil. Demgegenüber erhielt jedoch rund ein Fünftel der Zulageempfänger:innen im genannten Jahr weniger als 50 Prozent der maximal möglichen staatlichen Zulagen. Um im Riester-System eine staatliche Förderung zu erhalten, muss zuvor eine Sparleistung erbracht werden. Dieser Sparbeitrag liegt bei mindestens 60 Euro im Jahr. Für die vollen staatlichen Zulagen muss der Gesamtsparbeitrag 4 Prozent des Vorjahres-Bruttoeinkommens betragen, maximal sind jedoch nur 2.100 Euro zulässig. Im Jahr 2017 belief sich die Summe der geleisteten Eigenbeiträge der Riester-Sparer:innen hierzulande auf rund 8.926 Millionen Euro. Erbringt der Riester-Kunde bzw. die Riester-Kundin diese jährliche Mindestsparleistung so erhält er oder sie eine Grundzulage von 175 Euro (pro Beitragsjahr). Die Kinderzulage beträgt 300 Euro pro Kind und Jahr (für vor dem 1. Januar 2008 geborene Kinder 185 Euro pro Jahr). Für unter 25-Jährige gibt es eine einmalige Zulage in Höhe von 200 Euro (Berufseinsteiger-Bonus). Das zuletzt vom Bundesministerium der Finanzen ausgewiesene Fördervolumen lag bei rund 3,95 Milliarden Euro.



Kritik an der Riester-Rente

Anfangs als wichtiger Schritt der privaten Altersvorsorge gefeiert, so steht die Riester-Rente seit Jahren immer wieder in der Kritik. Verbraucherschützer:innen fordern sogar ihre Abschaffung. Die Verträge gelten als zu teuer, zu wenig rentabel und oftmals auch zu kompliziert. Auch das andauernd niedrige Zinsniveau ist für die Attraktivität des Produkts „Riester-Rente“ nicht gerade zuträglich. Zum 1. Januar 2022 sinkt der Garantiezins für Lebensversicherungen auf 0,25 Prozent. Der Zins gilt bei Abschluss neuer Verträge, Bestandverträge sind nicht betroffen. Die Versicherer befürchten durch die Absenkung des Garantiezines dennoch das Aus der Riester-Rente. Der Abschluss eines Riester-Vertrages würde somit zunehmend unattraktiver. Als Folge könnten sich viele Riester-Anbieter vom Markt zurückziehen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist zudem, dass entegegen der ursprünglichen Zielsetzung in erster Linie Familien und und Geringverdiener dabei zu unterstützen, eine zusätzliche Altersvorsorge aufzubauen, vor allem einkommensstärkere Riester-Sparer:innen von der staatlichen Förderung profitieren. Statistiken belegen dies zumindest zum Teil: Im Jahr 2017 verdiente fast ein Fünftel der riestergeförderten Personen 50.000 Euro oder mehr. Gleichzeitig verdiente jedoch mehr als die Hälfte der riestergeförderten Personen 30.000 Euro oder weniger. Dennoch lässt sich seit Einführung der Riester-Rente ein klare Verschiebung der staatlichen Föderung hin zu den einkommensstärkeren Personen erkennen.



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