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Kokain: Daten und Fakten zur Droge der Leistungsgesellschaft

Der Kokastrauch gedeiht nur in den südamerikanischen Ländern Kolumbien, Peru, Bolivien und Ecuador. Das Kauen dieser Blätter hat eine schmerzlindernde und aktivierende Wirkung und ist seit Jahrhunderten in der Andenregion gesellschaftlich verankert. Vermutlich gelang die chemische Isolation der aktiven Komponenten (Alkaloid) – dem reinen Kokain – erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts. Spätestens in den 1970er Jahren erlebte die Droge Kokain in den USA ihre erste große Boomphase und erschloss sich in den folgenden Jahrzehnten weitere globale Absatzmärkte. Mittlerweile zählt das weiße Pulver zu den meistkonsumierten Drogen weltweit. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) schätzt, dass allein in Europa im Jahr 2021 insgesamt rund 3,5 Millionen Menschen Kokain konsumiert haben. Die Zahl der konsumierenden jungen Erwachsenen lag laut EMCDDA-Bericht bei 2,2 Milllionen

Vom Arzneimittel zur Partydroge und zur perfekten Stimulanz der Leistungsgesellschaft?

Bevor sich Kokain als Rauschmittel einen großen Namen machte und seine Rückstände im Abwasser europäischer Großstädte gemessen wurden, wurde es zunächst als Lokalanästhetikum bei medizinischen Eingriffen genutzt. Gleichzeitig war Kokain wohl bis 1903 Inhaltsstoff in einem Cola-Getränk einer berühmten Getränkemarke. Anschließend waren nur noch nicht-alkaloide Extrakte der Kokablätter Zutat des Geheimrezeptes. Spuren des Kokain - und Drogenkonsums finden sich sowohl in beiden Weltkriegen als auch in den Goldenen Zwanzigern. Soldaten wurden für Leistungsfähigkeit und Abstumpfung im Krieg Kokain und Medikamente wie Amphetamin oder Methamphetamin verabreicht. Selbst Persönlichkeiten wie Siegmund Freud oder Thomas Edison sollen die Einnahme von Kokain sehr geschätzt haben. In den 1970er Jahren war Kokain in den USA zunächst als elitäre Partydroge der Reichen und Schönen etabliert, bevor sich der Konsum auch im Alltag weiterer Gesellschaftsschichten und Weltregionen immer mehr ausbreitete - mit immensen Folgen. Auch wenn beispielsweise die Anzahl der Drogentoten aufgrund von Kokain in Deutschland auf den ersten Blick relativ niedrig erscheint, könnte die Dunkelziffer dagegen um so höher liegen. Experten machen die notorische Einnahme der Droge für schwere Langzeitschäden des Immunsystems oder Schädigungen der Blutgefäße und verschiedener Organe wie Leber, Herz und Nieren verantwortlich. Dabei kommen auch Mischtoxikationen in Verbindung mit Kokain vor und stellen einen Behandlungsgrund dar.

Kokain und Kapitalismus: Bewahrte Drogengeld die Weltwirtschaft vor dem Zusammenbruch?

Bislang haben die gesundheitlichen Schäden der Konsumierenden dem weltweit wachsenden Hunger nach Kokain keinen Abbruch getan. Im Gegenteil, der Drogenhandel ist zu einem der lukrativsten Felder der globalen Schattenwirtschaft und organisierten Kriminalität geworden. Einige Stimmen glauben sogar, dass in der Weltwirtschaftskrise Drogengeld zu den wenigen liquiden Reserven der Banken und Finanzwirtschaft zählte. Der Drogenhandel hat sich in den vergangenen Jahren stark internationalisiert und zu den globalen Handelsnetzwerken zählen südamerikanische und mexikanische Gruppen oder Kartelle genauso wie europäische Mafiagruppierungen aller Couleur. Sie alle versuchen, am steigenden Handelsvolumen von Kokain teilzuhaben und Profite zu generieren. Die wichtigsten Länder für den Anbau von Kokain bleiben Kolumbien, Peru und Bolivien. Das Office of National Drug Control Policy (ONDCP) schätzt, dass 2020 in den Hauptanbauländern insgesamt rund 2.132 Tonnen reines Kokain produziert und in Umlauf gebracht wurden. Diese Menge wurde in den genannten Herkunftsländern auf einer Fläche von schätzungsweise rund 234.200 Hektar angebaut (Stand: 2020). Ein Ende dieses Wachstums scheint bislang nicht in Sicht.

Stabile Preisentwicklung trotz immer größerer Rekordfunde von Kokain

Das bleibt auch hierzulande nicht ohne Folgen: 2020 gab es nach Angaben des Bundeskriminalamtes in Deutschland insgesamt rund 4.900 Handelsdelikte in Verbindung mit Kokain, bei zuletzt wieder steigender Tendenz. Immer größer wurden in den vergangenen Jahren zudem die Funde von Kokain in den europäischen Häfen. Anfang 2021 wurden im Hamburger Hafen 16 Tonnen Kokain sichergestellt. In Europa ist seit vielen Jahren ein jährlicher Zuwachs der beschlagnahmten Menge an Kokain festzuhalten. Dabei zählt der Hafen von Antwerpen (Belgien) zu den wichtigsten Umschlagplätzen für Kokain in Europa. 2020 wurde in dem Hafen in Nordbelgien etwa 69 Tonnen der Droge beschlagnahmt. Trotz der sich häufenden großen Sicherstellungen seitens der Behörden blieb der Straßenpreis für ein Gramm Kokain in den vergangenen Jahren relativ stabil und lag 2020 in Deutschland bei knapp 73 Euro - und das bei einem stabil hohen Reinheitsgehalt der Droge. Aus diesen Gründen gehen Experten hierzulande von einer hohen Verfügbarkeit der Droge aus und warnen vor den Folgen der Kokain-Schwemme.

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