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Statistiken zu den Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU

Die Schweiz ist nicht nur geografisch umgeben von der Europäischen Union, sondern auch wirtschaftlich, politisch und kulturell stark mit der EU und ihren Mitgliedsstaaten verflochten. Sie ist zwar nicht Teil der EU, partizipiert aber am EU-Binnenmarkt. Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU sind in mehreren bilateralen Verträge geregelt.

Schweiz in der EU ökonomisch stark vernetzt

Die EU stellt für die Schweiz einen bedeutenden Handelspartner dar. 2019 belief sich das Warenhandelsvolumen zwischen der Schweiz und der EU auf rund 248 Milliarden Schweizer Franken. Dabei sind vor allem Produkte der chemisch-pharmazeutischen Industrie ein wichtiges Handelsgut. Im Jahr 2018 lag das Handelsvolumen dieser Produktgruppe bei knapp 88 Milliarden Schweizer Franken. Gemessen am Gesamtwert aller exportierten Waren, gingen im Jahr 2019 47,4 Prozent der Schweizer Exporte in Länder der Europäischen Union. In umgekehrter Richtung liegt dieser Anteil noch höher: 64,7 Prozent aller Schweizer Importe stammten 2019 aus einem EU-Staat. Sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen nimmt die Bedeutung der EU als Handelspartner für die Schweiz - gemessen am Warenhandelsvolumen - jedoch seit Jahren nahezu kontinuierlich ab.
Der Kapitalbestand an Direktinvestitionen aus der EU in die Schweiz steigt hingegen mit jedem Jahr und lag 2018 bei einen Rekordwert von 1,09 Billionen Schweizer Franken. Damit stammen knapp 84 Prozent des Gesamtkapitalbestands ausländischer Direktinvestitionen in der Schweiz aus der EU.

Der finanzielle Nutzen, den die Schweiz durch den Zugang auf den EU-Binnenmarkt erfährt, lässt sich nur schwer exakt ermitteln. Gemäß einer Studie der Bertelsmann Stiftung liegen die jährlichen Einkommensgewinne durch die Partizipation am EU-Binnenmarkt je Schweizer bei durchschnittlich 3.038 Euro. Vor allem der Kanton Zürich profitiert mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommensgewinn in Höhe von rund 3.600 Euro durch den EU-Binnenmarkt.

Schweiz beliebt bei EU-Grenzgängern

Alternde Gesellschaften, wie jene der Schweiz, können von Einwanderung auf ihren Arbeitsmarkt profitieren. Im Jahr 2018 wurden knapp 100.000 aus der EU in die Schweiz einwandernde Personen gezählt. Die Zahl der einwandernden Personen bewegte sich innerhalb der vergangenen Jahre zwischen 91.000 und 116.000. Eine eindeutige Entwicklung in eine Richtung lässt sich nicht feststellen. Die Einwanderer stammten in 2018 vor allem aus den Nachbarländern, allen voran aus Deutschland (20.800), Italien (17.000) und Frankreich (14.250). Die größte Einwanderergruppe aus der EU sind jedoch die Schweizer selbst.
Eine steigende Zahl von Personen aus der Schweiz wandert in die EU aus; 2018 wurden über 69.000 solcher Auswanderer gezählt. Der Wanderungssaldo zwischen der Schweiz und der EU hat – aus Sicht der Schweiz – dennoch weiterhin einen positiven Wert (im Jahr 2018 rund 30.000), wenn dieser auch nicht mehr so hoch ist wie etwa im Jahr 2013; in diesem Jahr waren knapp 65.000 mehr Personen in die Schweiz eingewandert als ausgewandert.

Der Schweizer Arbeitsmarkt ist beliebt bei Grenzgängern, also Personen, die über die eigene Staatsgrenze hinweg zu einer Arbeitsstelle in der Schweiz pendeln. Hierbei machen die 180.311 Franzosen, die im vierten Quartal 2019 zum Arbeiten in die Schweiz gependelt sind, mit 54,8 Prozent den größten Anteil an allen ausländischen Grenzgängern aus, gefolgt von Italienern (76.827 Grenzgängern) und Deutschen (60.642 Grenzgängern). Das verarbeitende Gewerbe profitiert am meisten von den Grenzgängern. 328.850 Grenzgänger waren in der Schweiz im vierten Quartal 2019 in dieser Branche tätig. Aber auch im Handel und in der Instandhaltung und Reparatur von Motorfahrzeugen (79.646) sowie in der Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (45.598). Vor allem die grenznahen Kantone Tessin, Genf und Jura haben einen hohen Anteil an Grenzgängern unter der Gesamtzahl ihrer Erwerbstätigen.

Schweizer skeptisch gegenüber EU

Befragt man die Schweizer nach ihrer Einstellung zur EU, stellen sich 38 Prozent als europafreundlich und 22 Prozent als skeptisch gegenüber der EU heraus. Für die große Mehrheit der Schweizer (76 Prozent) ist ein EU-Beitritt der Schweiz weiterhin ausgeschlossen. Dennoch halten sie stabile Beziehungen mit der EU für wichtig. Eine knappe Mehrheit der Schweizer möchte zudem die Beziehungen mit der EU noch weiter ausbauen.

Von den Bilateralen zum institutionellen Abkommen

Über 120 bilaterale Verträge bilden den rechtlichen Rahmen der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU. In diesen Verträgen, kurz Bilaterale genannt, werden beispielsweise die Personenfreizügigkeit, der Luftverkehr, das Schengen-Assoziierungsabkommen und das Dubliner Assoziierungsabkommen geregelt. Laut einer Umfrage sehen 49 Prozent der Schweizer in den bilateralen Verträgen mehr Vor- als Nachteile für die Schweiz. Für 28 Prozent der Schweizer halten sich die Vor- und Nachteile der bilateralen Verträge die Waage.
Aufgrund vermehrter Probleme, die mit den bilateralen Verträgen einherkommen, wie etwa dem Fehlen eines geregelten Streitschlichtungsverfahrens, forderte die EU in den vergangenen Jahren immer wieder die Verhandlung eines institutionellen Abkommens, das alle bestehenden bilateralen Verträge unter einem Dach vereinen sollte. Infolgedessen wurde ein neues Abkommen zwischen der Schweiz und der EU verhandelt. Seit Ende des Jahres 2018 existiert nun ein Vertragsentwurf. Bislang wurde dieser von Schweizer Seite jedoch nicht unterzeichnet. Diese fordert einige Punkte des Abkommens zu klären, bevor es zu einer Unterzeichnung des Abkommens kommen kann. Eine Einigung konnte bisher nicht erzielt werden. Zu dem neu ausgehandelten Rahmenabkommen, das diese bilateralen Verträge ersetzen soll, liegt die Zustimmung unter den Schweizern bei 64 Prozent.

Bei der kommenden Volksabstimmung am 27. September 2020 wird unter anderem über die Kündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU abgestimmt. Diese von der SVP lancierte Initiative zur Begrenzung der Einwanderung fordert die Kündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU, falls nicht innerhalb eines Jahres eine einvernehmliche Neuregelung gefunden wird. Laut einer Umfrage aus dem Sommer 2020 ist die Mehrheit der Schweizer gegen die Aufkündigung des Abkommens (69 Prozent). 29 Prozent gaben an, eher oder bestimmt für die Kündigung des bestehenden Personenfreizügigkeitsabkommens mit der EU zu stimmen. Sollte am 27. September dennoch eine Mehrheit der Schweizer der Begrenzungsinitiative zustimmen, hätte dies - aufgrund der Guillotineklausel - auch Folgen für alle anderen bestehenden bilateralen Verträge mit der EU, denn laut dieser Klausel treten automatisch alle bilateralen Verträge des ersten Pakets der Bilateralen außer Kraft, falls die Schweiz einen einzelnen Vertrag kündigt.

Interessante Statistiken

In den folgenden 4 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 40 Statistiken aus dem Thema "Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU".

Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU

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