Venezuela befindet sich seit Jahren in einer schweren Krise. Die Einwohner des bis kürzlich noch von Präsident Maduro autoritär geführten Landes leiden vor allem unter politischen Repressionen und unter einer schweren Wirtschaftskrise. Letztere hat unter anderem zu Versorgungsengpässen bei Lebensmitteln, steigenden Kriminalitätsraten und zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems geführt. Diese Faktoren haben eine der größten Fluchtbewegungen weltweit ausgelöst.
Wie die Infografik von Statista auf Basis von UNHCR-Daten zeigt, ist die Zahl der Menschen, die aus Venezuela geflüchtet sind, in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Zum Ende des vergangenen Jahres lag die Anzahl der Flüchtlinge, Asylsuchenden und weitere Schutzbedürftigen unter UNHCR-Mandat aus Venezuela einer vorläufigen UNHCR-Schätzung zufolge bei 7,8 Millionen Menschen. Das entspricht 17,4 Prozent der weltweit insgesamt rund 45 Millionen Flüchtlinge, Asylsuchenden und weiteren Schutzbedürftigen unter UNHCR-Mandat.
Als Flüchtlinge sind Personen definiert, die internationalen Schutz benötigen und auf Basis von internationalen Abkommen wie der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 (inkl. ihrer Protokolle) oder regionalen Flüchtlingsdefinitionen als solche anerkannt worden sind. Die UNHCR-Zahlen umfassen auch Menschen in refugee-like situations, also Personen, die faktisch wie Flüchtlinge leben, aber keinen formellen Status haben. Asylsuchende sind Personen, die internationalen Schutz beantragt haben, deren Antrag aber noch nicht entschieden wurde und die auf eine Entscheidung warten. Als Weitere Schutzbedürftige unter UNHCR-Mandat sind Personen definiert, die sich außerhalb ihres Herkunftslandes aufhalten und wahrscheinlich internationalen Schutz benötigen, aber nicht in die Kategorien Flüchtlinge oder Asylsuchende passen. Diese Kategorie ersetzt alte Bezeichnungen wie „Venezuelans displaced abroad“.
Viele Menschen aus Venezuela fallen nicht unter klassische Kategorien Flüchtlinge oder Asylsuchende, weil viele lateinamerikanischen Aufnahmeländer überwiegend temporäre oder humanitäre Schutzregelungen statt formeller Asylverfahren nutzen. Die Geflüchteten sind daher keine anerkannten Flüchtlinge und auch nicht asylsuchend. UNHCR erfasst sie deshalb in dieser gesonderten Kategorie der "Weiteren Schutzbedürftigen", die im Falle Venezuelas zahlenmäßig besonders relevant ist, wie die Statista-Grafik außerdem veranschaulicht.





















