Statistiken zu Venezuela

Veröffentlicht von Bruno Urmersbach, 23.09.2019
Die Gesamtbevölkerung von Venezuela (amtlich Bolivarische Republik Venezuela) beträgt im Jahr 2018 geschätzt rund 29,2 Millionen Einwohner. Wenngleich sich die Fertilitätsrate in den letzten Jahren stetig verringert hat, bleibt sie mit rund 2,3 Kindern pro Frau (2016) über der Durchschnittsrate in Lateinamerika. Die Lebenserwartung in Venezuela belief sich 2016 auf circa 74,55 Jahre.

Venezuela befindet sich derzeit in einer schweren wirtschaftlichen sowie humanitären Krise. Dies zeigt sich auch an der Anzahl der im Ausland lebenden Venezolaner bzw. anhand der Entwicklung dieser Zahlen. In Kolumbien leben im Jahr 2018 rund 870.100 venezolanische Staatsbürger; 2015 waren es noch 48.714 gemeldete Venezolaner. Für die meisten mittel- und südamerikanischen Nachbarländer gilt ein vergleichbarer prozentualer Anstieg der Einwanderungen von Venezolanern. Dies trifft auch auf Spanien zu, das sich in jüngster Vergangenheit mit steigenden Einwanderungszahlen aus Venezuela konfrontiert sieht: Im Jahr 2016 verlagerten 18.507 venezolanische Staatsbürger langfristig ihren Lebensmittelpunkt nach Spanien; 2012 migrierten rund 4.611 Venezolaner langfristig nach Spanien.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Venezuelas wird für 2018 auf circa 96,3 Milliarden US-Dollar geschätzt; 2011 sind es noch 334,1 Milliarden US-Dollar gewesen. Venezuela konnte letztmals 2013 ein Wirtschaftswachstum verzeichnen und befindet sich seit 2014 in einer schweren Rezession. Wirtschaftsprognosen (IWF) sagen einen weiteren Rückgang in den kommenden Jahren voraus. Im Jahr 2018 sinkt das BIP im Vergleich zum Vorjahr geschätzt um rund 18 Prozent: Das ist weltweit der größte Rückgang eines Bruttoinlandsprodukts. Das BIP pro Kopf beläuft sich auf circa 3.168 US-Dollar (2018). Die Arbeitslosenquote in Venezuela befindet sich mit rund 34,3 Prozent im Jahr 2018 auf Rekordhoch; 2015 waren mit 7,4 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung Venezuelas noch vergleichsweise wenig Menschen ohne Erwerbsarbeit.

Venezuela befindet sich im Jahr 2018 in einer Phase der Hyperinflation, laut IWF vergleichbar mit der Situation Deutschlands im Jahr 1923. Die Inflationsrate beläuft sich im Jahr 2018 auf geschätzt rund 1,37 Millionen Prozent: Das ist die mit Abstand höchste Inflationsrate weltweit. Für 2019 wird eine Inflationsrate von zehn Millionen Prozent erwartet - ein Hinweis darauf, dass sich durch den freien Fall des venezolanischen Staatsdefizites derzeit keine validen Aussagen treffen lassen.

Im Jahr 2017 exportierte Venezuela Waren (hierzu zählen auch Rohstoffe) im Wert von rund 31,4 Milliarden US-Dollar und konnte somit den Wert der Exporte im Vergleich zum Vorjahr um knapp 5 Milliarden US-Dollar steigern. 2012 wurde noch ein Exportvolumen von rund 97,3 Milliarden US-Dollar erzielt: Rekordwert für Venezuela. Die Importe beliefen sich 2017 auf circa 10,5 Milliarden US-Dollar. 2012 betrug der Wert der Warenimporte Venezuelas rund 51,3 Milliarden US-Dollar. Insgesamt ergibt sich ein vergleichsweise hoher Handelsbilanzüberschuss von rund 20,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018. Wichtigster Handelspartner sowohl im Export als auch Import waren 2017 die USA.

Das wichtigste Exportgut Venezuelas ist Erdöl. Das Land verfügt über die größten Erdölreserven weltweit. Diese Abhängigkeit von den Rohstoffexporten, einer nicht diversifizierten Wirtschaft, macht das Land und den Staatshaushalt abhängig von der konjunkturellen Weltwirtschaftslage und der damit verbundenen Nachfrage nach Rohstoffen. Die wirtschaftliche Entwicklung Venezuelas steht im direkten Zusammenhang mit der Entwicklung des Ölpreises. Neben der Preisentwicklung sinkt auch die Fördermenge Venezuelas kontinuierlich. Wenngleich Venezuela über die größten Erdölreserven verfügt, nimmt es im Ranking der Länder mit der höchsten Erdölförderung nur den 10. Platz (2016) ein. Die technische Vernachlässigung bestehender Förderstätten und die fehlende Erschließung neuer Rohöllagerstätten sind hier als Gründe kontinuierlich sinkender venezolanischer Fördermengen zu benennen. Venezuela produziert seit 1999 jährlich weniger Öl als im Vorjahr.

Die Staatsverschuldung Venezuelas erreicht im Jahr 2018 den höchsten Wert der jüngeren Geschichte; die Staatsverschuldung beträgt circa 159 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Venezuela besitzt weltweit die vierthöchste Staatsverschuldung in Relation zum Bruttoinlandsprodukt. Auch das Staatsdefizit Venezuelas hat sich in den vergangenen Jahren stark erhöht. Im Jahr 2018 belegt Venezuela mit einem Staatsdefizit von rund 30,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts weltweit Rang eins der Länder mit dem höchsten Staatsdefizit in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

Die jüngere Geschichte der Bolivarischen Republik Venezuela ist stark geprägt durch ihren 62. Staatspräsidenten Hugo Rafael Chávez Frías. Hugo Chávez regierte das Land von 1999 bis zu seinem Tod im März 2013. Als Nachfolger wurde der vorherige Vize-Präsident Nicolás Maduro in umstrittenen Wahlen mit knapp 51 Prozent der Stimmen gewählt. Die Amtszeit Maduros ist von Beginn an durch oppositionelle und internationale Kritik gekennzeichnet. Die Wirtschaft Venezuelas steht vor dem Zusammenbruch, der Staat vor dem Staatsbankrott. Durch die grassierende Hyperinflation sind selbst Grundnahrungsmittel und Artikel des täglichen Bedarfs für einen Großteil der Bevölkerung nicht mehr bezahlbar, Importgüter sind bereits seit Jahren kaum noch erhältlich. Dies führt zu negativen Auswirkungen auf sämtliche Lebensreiche - die humanitäre Lage ist bereits bedrohlich.

Investitionen aus dem Ausland sind praktisch zum Erliegen gekommen. Im Doing Business Ranking belegt Venezuela den 188. Platz unter insgesamt 190 Volkswirtschaften weltweit. Problematisch ist die Situation ebenfalls bezüglich der Korruption im öffentlichen Sektor, im Ranking der Staaten mit dem höchsten sogenannten Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) belegt Venezuela den 12. Platz weltweit. Institutionen und Marktwirtschaft in Venezuela sind laut Bertelsmann Transformationsindex (BTI) auf einem sehr schlechten Niveau und befinden sich derzeit auf dem niedrigsten Entwicklungsstand in Lateinamerika. Mit rund 56,3 Mordfällen pro 100.000 Einwohner war Venezuela im Jahr 2016 das Land mit den drittmeisten Mordfällen je Einwohner weltweit.

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