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Statistiken zu Diskriminierung, Ausländerfeindlichkeit und Rassismus in Deutschland und den USA

Nachdem im Mai 2020 in den USA, Minneapolis der Afroamerikaner George Floyd durch die Polizei gewaltsam ums Leben gekommen war, löste sein Tod weltweite Proteste unter dem Motto "Black Lives Matter" gegen Polizeigewalt und strukturellen Rassismus aus. Der Kampf gegen Ungleichheit und für Gerechtigkeit ist dabei nicht neu, er hält schon seit Jahrzehnten an. Doch dieser Vorfall um George Floyd, sowie andere Gewalttaten der Polizei gegen Schwarze, hat die Diskussionen um altbekannte Themen nicht nur in den USA neu entfacht und wieder mehr in den Fokus der breiten Öffentlichkeit gerückt. Diskriminierung und Rassismus sind auch in Deutschland keine unbekannte Themen - auch in der Bundesrepublik erleben People of Color (PoC) Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe. Diese Diskriminierung äußert sich zum Beispiel in subtiler Alltagsdiskriminierung, strukturelle Benachteiligung, Beleidigungen oder auch Gewalt.

Wer und wie wird in Deutschland diskriminiert?

Weitere Merkmale, die zu Ungleichbehandlung führen können, sind unter anderem die Herkunft, die Religionszugehörigkeit, das Geschlecht bzw. die Geschlechtsidentität, die sexuelle Orientierung oder eine Behinderung. Diskriminierung aufgrund des Geschlechts äußert sich zum Beispiel in der Sprache (generisches Maskulinum), in der Bezahlung (Gender-Pay-Gap) oder der Kinderbetreuung. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer Themenseite Gleichstellung von Frauen und Mädchen in Deutschland.

Im Jahr 2019 gingen insgesamt 3.580 Anfragen bei der Beratung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ein, die sich mindestens auf ein innerhalb des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) geschütztes Diskriminierungsmerkmal zurückführen ließen. Die meisten Beratungsanfragen bezogen sich auf das Diskriminierungsmerkmal ethnische Herkunft. Rund 29 Prozent der Anfragen standen im Zusammenhang mit dem Geschlecht und rund 26 Prozent mit einer Behinderung. Die Mehrheit der Personen mit Beeinträchtigung in Deutschland wurden schon einmal diskriminiert. Dabei hat die Diskriminierung viele Gesichter: Im Jahr 2019 berichteten rund 60 Prozent der Menschen, die eine Behinderung, eine chronische Krankheit oder eine Erkrankung der Psyche haben, von Diskriminierungserfahrungen im Alltag, zum Beispiel durch rücksichtsloses Verhalten von Mitmenschen. Von direkter verbaler Belästigung, Beleidigungen oder Beschimpfung berichteten derweil rund 41 Prozent der Befragten. Orte der Diskriminierung sind beispielsweise der öffentliche Raum oder aber auch der Arbeitsplatz.

Wie äußert sich Rassismus in Deutschland?

Diskriminierung von Menschen aus rassistischen Gründen findet ebenfalls überall statt. Die Deutschen glauben, dass insbesondere bei der Wohnungssuche diskriminiert wird. Eine Diskriminierung von Menschen aus rassistischen Gründen vor Gericht können sich derweil deutlich weniger Menschen vorstellen. Auch die sozialen Medien gehören zu den Lebensbereichen, in denen Rassismus vorkommt und ein immer größeres Problem darstellt.

Problematisch ist auch der strukturelle Rassismus in Deutschland. Beim strukturellen (institutionellen) Rassismus geht es nicht um eine Interaktion zwischen zwei Menschen, sondern um rassistische Strukturen und Entscheidungsabläufe. Es handelt sich um Routinen, die so ausgestaltet sind, dass überdurchschnittlich und regelmäßig schwarze Menschen und PoC benachteiligt werden. Ein Beispiel dafür ist "Racial Profiling" - Menschen mit dunkler Haut werden öfter von der Polizei kontrolliert als andere. Über ein Drittel der Deutschen waren im Juni 2020 der Meinung, dass die Polizei in Deutschland ein Problem mit Rassismus hat. Es wurden Forderungen laut durch eine Studie den Rassismus in der Polizei erforschen zu lassen, was in der Bundesregierung schon seit Monaten Streit auslöst. Über die Hälfte der Deutschen spricht sich für eine bundesweite Studie, die den Rassismus bei der Polizei untersuchen soll, aus. Der sich im September 2020 ereignete Polizeiskandal in Nordrhein-Westfalen um Rassismus bei der Polizei macht deutlich, dass Deutschland in Bezug auf diese Themen auch noch einen weiten Weg zu beschreiten hat.

Es existieren, tief verwurzelt viele rassistische Vorurteile in der Gesellschaft, die sich durch alle Altersgruppen, Schichten und Bildungsgruppen ziehen. Laut der Studie "Verlorene Mitte" sind menschenfeindliche Einstellungen nach wie vor verbreitet. Rund 19 Prozent der befragten Personen im Jahr 2018/19 besaßen eine fremdenfeindliche Einstellung und 7 Prozent der Befragten in Deutschland stimmten rassistischen Äußerungen zu. Gleichzeitig befürchten die Deutschen eine Bedrohung der Demokratie durch Rassismus.

Auch in der Sprache ist Rassismus auffindbar: Schon im Dezember 2019 startete eine Petition, welche das Verbot des stark diskriminierenden N-Wortes zum Ziel hatte, gefolgt von bundesweiten Demonstrationen Anfang 2020. Des Weiteren existieren in Deutschland eine Vielzahl an rassistischen Straßenschildern: Straßen und Plätze tragen Namen, die rassistisch vorbelastet sind oder von Personen stammen, die als Mittäter und Mitschuldige der NS-Zeit oder im deutschen Kolonialismus gelten. Immer wieder werden deutschlandweit Forderungen laut, diese Straßen umzubenennen, was in einigen Fällen zu Erfolg geführt hat.

Wie ist die Lage in den USA?

Nach dem Tod von George Floyd fanden in vielen Städten in den USA Proteste statt, wobei es nicht überall friedlich zuging. Vielerorts kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen und Plünderungen, worauf mit Tränengas und weiterer Gewalt seitens der Polizei reagiert wurde. Minnesotas Gouverneur Tim Walz erklärte den Notstand für Minneapolis und umliegende Gebiete und mobilisierte die Nationalgarde. Vor dem Weißen Haus rufen die Protestanten nach Gerechtigkeit und Gleichbehandlung aller Menschen. US-Präsident Trump will die Ausschreitungen in den USA mit allen Mitteln beenden - auch, indem er das Militär gegen das eigene Volk auffahren lässt. Er bezeichnete die Ausschreitungen als "Akte von inländischem Terror". Trump wird vorgeworfen mit seiner aggressiven Rhetorik und seinen Handlungen die Stimmung im Land weiter anzuheizen.

Besonders die USA hat schon lange mit strukturellem Rassismus und systematischer Benachteiligung verschiedener ethnischer Gruppen zu kämpfen. Die Armutsquote der afroamerikanischen bzw. der schwarzen Menschen in den USA lag 2018 bei 22 Prozent, während es bei den weißen Menschen nur 9 Prozent waren. Eine ähnliche Struktur lässt sich unter anderem ebenfalls in Bezug auf das jährliche Haushaltsnettoeinkommen und die Arbeitslosenquote beobachten. Rund 41 Prozent der befragten weißen U.S.-BürgerInnen waren im Juni/Juli 2020 mit der Behandlung von schwarzen Menschen in den USA zufrieden. Unter den schwarzen U.S.-BürgerInnen lag der Anteil der Zufriedenen derweil bei einem Fünftel. Insgesamt ist die Zufriedenheit zurückgegangen: Ihren Höhepunkt erreichte sie in den Jahren 2002 bzw. 2003, während sie in 2020 einen neuen Tiefpunkt erreichte.

Die deutsche Bevölkerung bringt Verständnis für die Proteste auf, solange sie friedlich sind, jedoch findet auch ein Drittel der Deutschen die gewaltsamen Ausschreitungen in den USA berechtigt.

Interessante Statistiken

In den folgenden 5 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 52 Statistiken aus dem Thema "Diskriminierung, Ausländerfeindlichkeit und Rassismus in Deutschland und den USA".

Diskriminierung, Ausländerfeindlichkeit und Rassismus in Deutschland und ein Exkurs zur aktuellen Situation in den USA

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Diskriminierung in Deutschland

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Gewalt und Straftaten als Ausdruck der Menschenfeindlichkeit

Exkurs: Situation in den USA

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