Statistiken zu LGBT*

Veröffentlicht von Statista Research Department, 11.01.2019
Im Jahr 2016 haben sich rund 7,4 Prozent der Deutschen als LGBT identifiziert. LGBT* ist eine Abkürzung aus dem Englischen für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender, also Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Das deutsche Gegenstück ist die Abkürzung LSBTTIQ, dabei stehen die einzelnen Buchstaben für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen. LGBT* ist die meistverwendete Zeichenfolge, wobei auch andere Buchstabenreihenfolgen verwendet werden. Je nach Anlass können zudem Buchstaben weggelassen oder hinzugefügt werden. Das angehängte Sternchen (*) wird verwendet, um niemanden auszuschließen.

Lesbisch ist ein Begriff für Frauen, die sich sexuell ausschließlich von Frauen angezogen fühlen. Als schwul bezeichnen sich Männer, die sich sexuell ausschließlich von Männern angezogen fühlen. Schwule und lesbische Personen werden als Homosexuelle zusammengefasst. Bisexuell werden Menschen genannt, die sowohl Männer als auch Frauen sexuell anziehend finden. Welche Personen als Frauen und welche als Männer gelten, richtet sich dabei nach deren eigener Definition.
Als transsexuell bezeichnen sich Menschen, deren körperliche Geschlechtsmerkmale nicht mit dem Geschlecht übereinstimmen, mit dem sie sich identifizieren. Transsexuelle können mittels Operationen oder Hormongaben ihr anatomisches Geschlecht an ihre geschlechtliche Identität anpassen. Transgender steht für Menschen, die sich außerhalb der zweigeschlechtlichen Norm verorten, sich also nicht eindeutig als Mann oder als Frau zuordnen lassen möchten. Intersexuelle Menschen sind anatomisch gesehen weder dem männlichen, noch dem weiblichen Geschlecht eindeutig zuzuordnen, sie verfügen über weibliche und männliche Geschlechtsmerkmale. Als queer bezeichnen sich Menschen, die von der heterosexuellen und/oder zweigeschlechtlichen Norm abweichen. Der Begriff ist bewusst vage, um einen Raum zu schaffen, in dem auf Abgrenzungen und Definitionen weitgehend verzichtet werden kann.
Geht es bei Homosexualität und Bisexualität um das Geschlecht des bevorzugten Partners, so geht es bei Transgender, wozu auch Inter- und Transsexualität gehören kann, um das Empfinden der eigenen Geschlechtsidentität, die unabhängig von der sexuellen Orientierung ist. Beide sind aber Teile der mehrschichtigen sexuellen Identität.

Nur wenige Deutsche finden homosexuelle Zuneigungen in der Öffentlichkeit unangenehm oder stehen dem Thema Homosexualität negativ gegenüber und möchten damit nicht in Berührung kommen. Mehr als 70 Prozent der Deutschen hingegen finden, dass Demonstrationen und Paraden wie der Christopher Street Day eine gute Sache sind. Laut einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sind 80,6 Prozent der Deutschen der Meinung, dass Homosexuelle auch heute noch unter Herabwürdigung und Ungleichbehandlung zu leiden haben. In den letzten Jahren hat sich die Rechtslage der LGBT*-Personen zwar verbessert, jedoch ist eine rechtliche Gleichstellung noch lange nicht erreicht. Es gibt immer noch Bereiche, wie zum Beispiel in Bezug auf das Adoptionsrecht, in denen lesbische und schwule Menschen benachteiligt werden. Erkennbar sind dennoch Fortschritte. In Deutschland dürfen Homosexuelle seit dem 1. Oktober 2017 heiraten, vorher war nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft möglich. Damit hat sich die Regierung der Mehrheit der Bevölkerung angeschlossen, die die Ehe für alle befürworten würden. Neben Deutschland ist die Ehe für alle unter anderem in den Niederlanden, Spanien, Schweden, den USA und Brasilien erlaubt. Zudem hat das Bundesverfassungsgericht im November 2017 in Karlsruhe eine wichtige Entscheidung getroffen: In Zukunft soll neben den Bezeichnungen ‚männlich‘ und ,weiblich‘ ein drittes Geschlecht im Geburtenregister eingetragen werden können.

Gleichzeitig sehen sich Menschen, die sich als LGBT* identifizieren, teilweise sozialer Ausgrenzung, sowie verbaler oder körperlicher Gewalt gegenüber. In vielen Ländern steht Homosexualität unter Strafe – im Iran, Jemen, Sudan, Saudi-Arabien und Mauretanien, sowie in Teilen Nigerias und Somalias ist für gleichgeschlechtliche Liebe sogar die Todesstrafe ausgeschrieben. Jedoch ist die Lage für LGBT*-Personen auch in manchen EU-Länder nach wie vor bedenklich.

Interessante Statistiken

In den folgenden 7 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 49 Statistiken aus dem Thema "LGBT*".

LGBTQ* - Lesbische, schwule, bisexuelle und transsexuelle Menschen

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Wichtige Kennzahlen

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