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Statistiken zu Migration und Integration

Nach dem Ausländerzentralregister (AZR) leben rund 11,4 Millionen Ausländer in Deutschland. Diese Zahl ist seit 2009 kontinuierlich angestiegen. Die meisten Menschen stammen aus der Türkei (rund 1,46 Millionen), aus Polen (rund 867.000) und aus Syrien (rund 818.000). Ausländer/innen sind laut Quelle Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikels 116 Absatz 1 des Grundgesetzes sind. Dazu zählen auch Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit. Ausländer/innen gehören zu den Personen mit Migrationshintergrund. Sie können in Deutschland geboren oder zugewandert sein. Eine Person hat dann einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch die Geburt besitzt. Im Jahr 2019 betrug der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland 24,3 Prozent. Darunter waren etwas mehr als die Hälfte Männer. Ein Großteil der Personen war zwischen 30 bis 34 Jahren alt.

Mehr Zu- als Abwanderungen in Deutschland

Im Jahr 2020 wanderten rund 1,2 Millionen Menschen nach Deutschland ein. Die Zahl der Auswanderer belief sich auf rund 966.000 Personen. Der Wanderungssaldo war entsprechend positiv, es sind ca. 220.000 Personen mehr nach Deutschland zugezogen als fortgezogen. Seit dem Jahr 2010 ist der Wanderungssaldo der Bundesrepublik positiv. Die meisten Menschen wanderten aus Rumänien, Polen und Bulgarien nach Deutschland ein. Diese drei Länder waren zudem auch die Zielländer, in die die meisten Auswanderer aus Deutschland fortzogen.

Ein Großteil der ausländischen Bevölkerung versucht die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen und somit neben dem dauerhaften Bleiberecht weitere bürgerliche Rechte und Pflichten zu erhalten. Im Jahr 2020 erhielten 109.880 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit. In den 90er Jahren wurden noch deutlich mehr Menschen eingebürgert, da bis 1999 auch Spätaussiedler in der Statistik miterfasst wurden. 2020 erhielten rund 11.630 türkische Staatsbürger die deutsche Staatsangehörigkeit. Damit stellten ehemalige türkische Staatsangehörige die größte Bevölkerungsgruppe, die die deutsche Staatsbürgerschaft annahmen.

Migration durch Flucht - Asyl in Deutschland

Hungersnot, Krieg und Vertreibung sind Gründe, die Menschen dazu zwingen ihre Heimat zu verlassen. Sie werden somit zu Geflüchteten und Asylbewerbern in anderen Ländern. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland rund 1,1 Millionen Menschen als Flüchtlinge registriert. Im darauffolgenden Jahr beantragten rund 722.400 Personen Asyl in Deutschland (Erstanträge). Im Jahr 2020 gab es noch rund 102.600 Erstanträge auf Asyl. Die meisten Asylbewerber kamen in diesem Jahr aus Syrien. Die Gesamtschutzquote der Asylbewerber aus Syrien lag bei 90,3 Prozent. Diese berechnet sich aus der Anzahl der Asylanerkennungen, der Flüchtlingsanerkennungen, der Gewährungen von subsidiärem Schutz und der Feststellungen eines Abschiebungsverbotes bezogen auf die Gesamtzahl der Entscheidungen im betreffenden Zeitraum. Die Ablehnungsquote lag im Jahr 2020 bei ca. 57 Prozent: 32,1 Prozent der Prozent der Asylanträge wurden in einer Sachentscheidung abgelehnt und 24,8 Prozent haben sich in einer formellen Entscheidung erledigt.

Um Geflüchteten die Integration in Deutschland zu erleichtern wurden sogenannte Integrationskurse eingeführt, in denen die deutsche Sprache und einige wichtige Themen zu Geschichte, Kultur und Rechtsordnung in Deutschland vermittelt werden sollen. Im Jahr 2020 belief sich die Anzahl der neuen Teilnehmer an Integrationskursen in Deutschland auf 105.964 Personen, davon nahmen rund 49.000 Personen freiwillig teil. Gelingende Integration ist schwer messbar. Indikatoren wie Bildungsstand oder Erwerbsstatus können jedoch einen ersten Ansatz bieten. Zwar lag der Anteil der Erwerbslosen unter den Personen mit Migrationshintergrund mit 3,5 Prozent höher als bei den Personen ohne Migrationshintergrund; dennoch war der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund, die über die Fachhochschul-/Hochschulreife verfügten höher als bei den Personen ohne Migrationshintergrund. Personen mit Migrationshintergrund sind jedoch deutlich stärker von Armut betroffen als Personen ohne Migrationshintergrund. Bei Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland lag die Armutsgefährdungsquote im Jahr 2019 bei 27,8 Prozent, die Armutsgefährdungsquote in Deutschland insgesamt bei 15,9 Prozent.

Mit der zunehmenden Einwanderung stieg seit 2015 auch die Anzahl der rechtsextremistischen Straftaten und Gewalttaten in Deutschland. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 22.357 Straftaten mit rechtsextremistisch motiviertem Hintergrund verübt, darunter waren rund 1.000 Gewalttaten. Im gleichen Jahr wurden 82 Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert, darunter 8 Körperverletzungen. Die rechtsextreme Anhängerschaft in Deutschland belief sich im Jahr 2020 laut dem Verfassungsschutz geschätzt auf insgesamt rund 33.300 Personen.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Migration und Integration" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Ein- und Auswanderung

Einbürgerungen

Flüchtlinge und Asyl

Integration

Ausländerfeindlichkeit und Rassismus

Interessante Statistiken

In den folgenden 6 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 87 Statistiken aus dem Thema "Migration und Integration".

Migration und Integration

Dossier zum Thema

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Statistiken zu Migration und Integration

Nach dem Ausländerzentralregister (AZR) leben rund 11,4 Millionen Ausländer in Deutschland. Diese Zahl ist seit 2009 kontinuierlich angestiegen. Die meisten Menschen stammen aus der Türkei (rund 1,46 Millionen), aus Polen (rund 867.000) und aus Syrien (rund 818.000). Ausländer/innen sind laut Quelle Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikels 116 Absatz 1 des Grundgesetzes sind. Dazu zählen auch Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit. Ausländer/innen gehören zu den Personen mit Migrationshintergrund. Sie können in Deutschland geboren oder zugewandert sein. Eine Person hat dann einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch die Geburt besitzt. Im Jahr 2019 betrug der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland 24,3 Prozent. Darunter waren etwas mehr als die Hälfte Männer. Ein Großteil der Personen war zwischen 30 bis 34 Jahren alt.

Mehr Zu- als Abwanderungen in Deutschland

Im Jahr 2020 wanderten rund 1,2 Millionen Menschen nach Deutschland ein. Die Zahl der Auswanderer belief sich auf rund 966.000 Personen. Der Wanderungssaldo war entsprechend positiv, es sind ca. 220.000 Personen mehr nach Deutschland zugezogen als fortgezogen. Seit dem Jahr 2010 ist der Wanderungssaldo der Bundesrepublik positiv. Die meisten Menschen wanderten aus Rumänien, Polen und Bulgarien nach Deutschland ein. Diese drei Länder waren zudem auch die Zielländer, in die die meisten Auswanderer aus Deutschland fortzogen.

Ein Großteil der ausländischen Bevölkerung versucht die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen und somit neben dem dauerhaften Bleiberecht weitere bürgerliche Rechte und Pflichten zu erhalten. Im Jahr 2020 erhielten 109.880 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit. In den 90er Jahren wurden noch deutlich mehr Menschen eingebürgert, da bis 1999 auch Spätaussiedler in der Statistik miterfasst wurden. 2020 erhielten rund 11.630 türkische Staatsbürger die deutsche Staatsangehörigkeit. Damit stellten ehemalige türkische Staatsangehörige die größte Bevölkerungsgruppe, die die deutsche Staatsbürgerschaft annahmen.

Migration durch Flucht - Asyl in Deutschland

Hungersnot, Krieg und Vertreibung sind Gründe, die Menschen dazu zwingen ihre Heimat zu verlassen. Sie werden somit zu Geflüchteten und Asylbewerbern in anderen Ländern. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland rund 1,1 Millionen Menschen als Flüchtlinge registriert. Im darauffolgenden Jahr beantragten rund 722.400 Personen Asyl in Deutschland (Erstanträge). Im Jahr 2020 gab es noch rund 102.600 Erstanträge auf Asyl. Die meisten Asylbewerber kamen in diesem Jahr aus Syrien. Die Gesamtschutzquote der Asylbewerber aus Syrien lag bei 90,3 Prozent. Diese berechnet sich aus der Anzahl der Asylanerkennungen, der Flüchtlingsanerkennungen, der Gewährungen von subsidiärem Schutz und der Feststellungen eines Abschiebungsverbotes bezogen auf die Gesamtzahl der Entscheidungen im betreffenden Zeitraum. Die Ablehnungsquote lag im Jahr 2020 bei ca. 57 Prozent: 32,1 Prozent der Prozent der Asylanträge wurden in einer Sachentscheidung abgelehnt und 24,8 Prozent haben sich in einer formellen Entscheidung erledigt.

Um Geflüchteten die Integration in Deutschland zu erleichtern wurden sogenannte Integrationskurse eingeführt, in denen die deutsche Sprache und einige wichtige Themen zu Geschichte, Kultur und Rechtsordnung in Deutschland vermittelt werden sollen. Im Jahr 2020 belief sich die Anzahl der neuen Teilnehmer an Integrationskursen in Deutschland auf 105.964 Personen, davon nahmen rund 49.000 Personen freiwillig teil. Gelingende Integration ist schwer messbar. Indikatoren wie Bildungsstand oder Erwerbsstatus können jedoch einen ersten Ansatz bieten. Zwar lag der Anteil der Erwerbslosen unter den Personen mit Migrationshintergrund mit 3,5 Prozent höher als bei den Personen ohne Migrationshintergrund; dennoch war der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund, die über die Fachhochschul-/Hochschulreife verfügten höher als bei den Personen ohne Migrationshintergrund. Personen mit Migrationshintergrund sind jedoch deutlich stärker von Armut betroffen als Personen ohne Migrationshintergrund. Bei Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland lag die Armutsgefährdungsquote im Jahr 2019 bei 27,8 Prozent, die Armutsgefährdungsquote in Deutschland insgesamt bei 15,9 Prozent.

Mit der zunehmenden Einwanderung stieg seit 2015 auch die Anzahl der rechtsextremistischen Straftaten und Gewalttaten in Deutschland. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 22.357 Straftaten mit rechtsextremistisch motiviertem Hintergrund verübt, darunter waren rund 1.000 Gewalttaten. Im gleichen Jahr wurden 82 Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert, darunter 8 Körperverletzungen. Die rechtsextreme Anhängerschaft in Deutschland belief sich im Jahr 2020 laut dem Verfassungsschutz geschätzt auf insgesamt rund 33.300 Personen.

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