Statistiken zu Migration und Integration

Im Jahr 2017 lebten nach dem Ausländerzentralregister (AZR) rund 10,62 Millionen Ausländer in Deutschland. Diese Zahl ist seit 2004 kontinuierlich angestiegen. Die meisten Menschen kamen im Jahr 2017 aus der Türkei (rund 1,48 Millionen), aus Polen (rund 867.000) und aus Syrien (rund 699.000). Ausländer/innen sind laut Quelle Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikels 116 Absatz 1 des Grundgesetzes sind. Dazu zählen auch Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit. Ausländer/innen gehören zu den Personen mit Migrationshintergrund. Sie können in Deutschland geboren oder zugewandert sein. Eine Person hat dann einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch die Geburt besitzt. Im Jahr 2016 betrug der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland 22,54 Prozent. Darunter waren rund die Hälfte Männer. Ein Großteil der Personen war zwischen 25 und 44 Jahren alt.

Im Jahr 2016 wanderten rund 1,87 Millionen Menschen nach Deutschland ein. Die Zahl der Auswanderer belief sich auf 1,37 Millionen. Der Wanderungssaldo war somit positiv, es sind ca. 500.000 Personen mehr nach Deutschland zugezogen als fortgezogen. Die meisten Menschen wanderten aus Rumänien, Polen und Syrien nach Deutschland ein. Rumänien und Polen waren zudem auch die Zielländer, in die die meisten Auswanderer aus Deutschland fortzogen.

Im Jahr 2017 erhielten 112.211 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit. In den 90er Jahren wurden noch deutlich mehr Menschen eingebürgert, da bis 1999 auch Spätaussiedler in der Statistik miterfasst wurden. 2017 erhielten rund 15.000 türkische Staatsbürger die deutsche Staatsangehörigkeit.

Hungersnot, Krieg und Vertreibung sind Gründe, die Menschen dazu zwingen ihre Heimat zu verlassen. Sie werden somit zu Geflüchteten und Asylbewerbern in anderen Ländern. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland rund 1,1 Millionen Menschen als Flüchtlinge registriert. Im darauffolgenden Jahr beantragten rund 722.400 Personen Asyl in Deutschland (Erstanträge). Im Jahr 2017 gab es nur noch rund 198.000 Erstanträge auf Asyl. Die meisten Asylbewerber kamen im Jahr 2018 aus Syrien. Die Gesamtschutzquote der Asylbewerber aus Syrien lag bei 77,9 Prozent. Diese berechnet sich aus der Anzahl der Asylanerkennungen, der Flüchtlingsanerkennungen, der Gewährungen von subsidiärem Schutz und der Feststellungen eines Abschiebungsverbotes bezogen auf die Gesamtzahl der Entscheidungen im betreffenden Zeitraum. Die Ablehnungsquote lag im Jahr 2017 bei 56,6 Prozent: 38,5 Prozent der Prozent der Asylanträge wurden in einer Sachentscheidung abgelehnt und 18,1 Prozent haben sich in einer formellen Entscheidung erledigt.

Um Geflüchteten die Integration in Deutschland zu erleichtern wurden sogenannte Integrationskurse eingeführt, in denen die deutsche Sprache und einige wichtige Themen zu Geschichte, Kultur und Rechtsordnung in Deutschland vermittelt werden sollen. Im Jahr 2017 belief sich die Anzahl der neuen Teilnehmer an Integrationskursen in Deutschland auf 291.911 Personen, davon nahmen 98.857 Personen freiwillig teil. Gelingende Integration ist schwer messbar. Indikatoren wie Bildungsstand oder Erwerbsstatus können jedoch einen ersten Ansatz bieten. Zwar lag der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund unter den Erwerbslosen mit 3,4 Prozent höher, als bei den Personen ohne Migrationshintergrund; dennoch war der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund, die über die Fachhochschul-/Hochschulreife verfügten mit 32,1 Prozent höher als bei den Personen ohne Migrationshintergrund (30,4 Prozent). Personen mit Migrationshintergrund sind jedoch deutlich stärker von Armut betroffen als Personen ohne Migrationshintergrund. Bei Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland lag die Armutsgefährdungsquote im Jahr 2016 bei 28,0 Prozent, die Armutsgefährdungsquote in Deutschland insgesamt bei 15,7 Prozent. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2016 waren 43 Prozent der Bevölkerung der Meinung, dass die Integration von Flüchtlingen in Deutschland gelingen wird. Auf den Arbeitsmarkt bezogen, glaubten 38 Prozent an eine gelingende Integration.

Mit der zunehmenden Einwanderung stieg seit 2015 auch die Anzahl der rechtsextremistischen Straftaten und Gewalttaten in Deutschland. Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 19.467 Straftaten mit rechtsextremistisch motiviertem Hintergrund verübt, darunter waren 1.054 Gewalttaten. Im gleichen Jahr wurden 312 Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert, darunter 22 Körperverletzungen. Die rechtsextreme Anhängerschaft in Deutschland belief sich im Jahr 2017 laut dem Verfassungsschutz geschätzt auf insgesamt rund 24.000 Personen.

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