Statistiken zu Migration und Integration

Im Jahr 2018 lebten nach dem Ausländerzentralregister (AZR) rund 10,92 Millionen Ausländer in Deutschland. Diese Zahl ist seit 2009 kontinuierlich angestiegen. Die meisten Menschen stammen aus der Türkei (rund 1,48 Millionen), aus Polen (rund 860.000) und aus Syrien (rund 746.000). Ausländer/innen sind laut Quelle Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikels 116 Absatz 1 des Grundgesetzes sind. Dazu zählen auch Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit. Ausländer/innen gehören zu den Personen mit Migrationshintergrund. Sie können in Deutschland geboren oder zugewandert sein. Eine Person hat dann einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch die Geburt besitzt. Im Jahr 2018 betrug der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland 25,5 Prozent. Darunter waren etwas mehr als die Hälfte Männer. Ein Großteil der Personen war zwischen 25 und 44 Jahren alt.

Im Jahr 2018 wanderten rund 1,59 Millionen Menschen nach Deutschland ein. Die Zahl der Auswanderer belief sich auf 1,19 Millionen. Der Wanderungssaldo war somit positiv, es sind ca. 400.000 Personen mehr nach Deutschland zugezogen als fortgezogen. Die meisten Menschen wanderten aus Rumänien, Polen und Bulgarien nach Deutschland ein. Rumänien und Polen waren zudem auch die Zielländer, in die die meisten Auswanderer aus Deutschland fortzogen.

Im Jahr 2018 erhielten 112.340 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit. In den 90er Jahren wurden noch deutlich mehr Menschen eingebürgert, da bis 1999 auch Spätaussiedler in der Statistik miterfasst wurden. 2018 erhielten rund 16.700 türkische Staatsbürger die deutsche Staatsangehörigkeit.

Hungersnot, Krieg und Vertreibung sind Gründe, die Menschen dazu zwingen ihre Heimat zu verlassen. Sie werden somit zu Geflüchteten und Asylbewerbern in anderen Ländern. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland rund 1,1 Millionen Menschen als Flüchtlinge registriert. Im darauffolgenden Jahr beantragten rund 722.400 Personen Asyl in Deutschland (Erstanträge). Im Jahr 2018 gab es noch rund 162.000 Erstanträge auf Asyl. Die meisten Asylbewerber kamen im Jahr 2018 aus Syrien. Die Gesamtschutzquote der Asylbewerber aus Syrien lag bei 81,9 Prozent. Diese berechnet sich aus der Anzahl der Asylanerkennungen, der Flüchtlingsanerkennungen, der Gewährungen von subsidiärem Schutz und der Feststellungen eines Abschiebungsverbotes bezogen auf die Gesamtzahl der Entscheidungen im betreffenden Zeitraum. Die Ablehnungsquote lag im Jahr 2018 bei 65 Prozent: 34,8 Prozent der Prozent der Asylanträge wurden in einer Sachentscheidung abgelehnt und 30,2 Prozent haben sich in einer formellen Entscheidung erledigt.

Um Geflüchteten die Integration in Deutschland zu erleichtern wurden sogenannte Integrationskurse eingeführt, in denen die deutsche Sprache und einige wichtige Themen zu Geschichte, Kultur und Rechtsordnung in Deutschland vermittelt werden sollen. Im Jahr 2018 belief sich die Anzahl der neuen Teilnehmer an Integrationskursen in Deutschland auf 202.933 Personen, davon nahmen 74.159 Personen freiwillig teil. Gelingende Integration ist schwer messbar. Indikatoren wie Bildungsstand oder Erwerbsstatus können jedoch einen ersten Ansatz bieten. Zwar lag der Anteil der Erwerbslosen unter den Personen mit Migrationshintergrund mit 1,4 Prozent höher als bei den Personen ohne Migrationshintergrund; dennoch war der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund, die über die Fachhochschul-/Hochschulreife verfügten mit 33,4 Prozent höher als bei den Personen ohne Migrationshintergrund (31,5 Prozent). Personen mit Migrationshintergrund sind jedoch deutlich stärker von Armut betroffen als Personen ohne Migrationshintergrund. Bei Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland lag die Armutsgefährdungsquote im Jahr 2018 bei 27,2 Prozent, die Armutsgefährdungsquote in Deutschland insgesamt bei 15,5 Prozent. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2016 waren 43 Prozent der Bevölkerung der Meinung, dass die Integration von Flüchtlingen in Deutschland gelingen wird. Auf den Arbeitsmarkt bezogen, glaubten 38 Prozent an eine gelingende Integration.

Mit der zunehmenden Einwanderung stieg seit 2015 auch die Anzahl der rechtsextremistischen Straftaten und Gewalttaten in Deutschland. Im Jahr 2018 wurden in Deutschland 19.409 Straftaten mit rechtsextremistisch motiviertem Hintergrund verübt, darunter waren 1.088 Gewalttaten. Im gleichen Jahr wurden 161 Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert, darunter 10 Körperverletzungen. Die rechtsextreme Anhängerschaft in Deutschland belief sich im Jahr 2018 laut dem Verfassungsschutz geschätzt auf insgesamt rund 24.100 Personen.

Interessante Statistiken

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