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Statistiken zu Mautsystemen

Mautsysteme sind in vielen Ländern ein maßgebliches Instrument zur Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur. Die konkrete Ausgestaltung der Maut unterscheidet sich weltweit stark. In Deutschland gibt es im Straßenverkehr lediglich eine Lkw-Maut. Versuche des Verkehrsministeriums, eine Pkw-Maut zu etablieren, sind am Europäischen Gerichtshof gescheitert.

Wer ist in Deutschland mautpflichtig?

Am 1. Januar 2005 wurde in der Bundesrepublik Deutschland eine streckenbezogene Straßennutzungsgebühr eingeführt. Diese sogenannte Lkw-Maut betrifft sämtliche Fahrzeuge, deren zulässiges Gesamtgewicht mindestens 7,5 Tonnen beträgt und umfasst die rund 13.000 Streckenkilometer der Bundesautobahnen sowie stark frequentierte Bundesstraßen. Am 1. Juli 2018 trat eine Ausweitung der Lkw-Maut in Kraft. Seitdem ist die Nutzung aller Bundesstraßen für betroffene Fahrzeuge mautpflichtig. Nachdem die Einnahmen aus der Mautgebühr von 2005 bis 2009 um fast 50 Prozent gesteigert werden konnten, stagnierten sie bis 2017 um einen Mittelwert von rund 4,5 Milliarden Euro pro Jahr. Dadurch, dass seit 2018 alle Bundesstraßen von der Maut betroffen sind, stiegen die Einnahmen in diesem Jahr erstmals wieder an. 2019 führte eine Mauterhöhung zu abermals neuen Rekordeinnahmen in der Höhe von 7,5 Milliarden Euro. Die Lkw-Maut stellt damit den größten Einnahmeposten für das Bundesverkehrsministerium dar. Die zu leistenden Gebühren richten sich einerseits nach der gefahrenen Strecke, dem Fahrzeuggewicht, der Anzahl der Achsen sowie der Emissionsklasse.

Was passiert mit den Einnahmen aus der Maut?

Im Jahr 2020 wurde rund 60 Prozent der mautpflichtigen Fahrleistungen von Inländern erbracht. Polen war 2020 mit 6,6 Milliarden Kilometern mautpflichtiger Fahrleistung größter ausländischer Zahler. Rund 9,2 Milliarden Euro aus den durch die Lkw-Maut eingenommenen Mitteln wurden 2018 in den Bau und Erhalt der Verkehrswege investiert. Das System zur Erfassung und Abrechnung der Mautgebühren wird vom deutschen Unternehmen Toll Collect durchgeführt, welches im Geschäftsjahr 2019/2020 einen Umsatz von rund 400 Millionen Euro erzielen konnte. Seit dem 1. September 2018 gehört die Gesellschaft Toll Collect zu einhundert Prozent der Bundesrepublik Deutschland.

Warum gibt es in Deutschland keine Pkw-Maut?

Im Jahr 2015 wurde gemeinsam von Bundestag und Bundesrat das “Gesetz zur Einführung einer Infrastrukturabgabe für die Benutzung von Bundesfernstraßen (InfrAG)" beschlossen. Wenige Tage später eröffnete die EU jedoch bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland. Grund der Klage: Das von der CDU/CSU geplante Mautsystem benachteiligt EU-Ausländer, da die Kosten auf diese abgewälzt werden sollten. In der Folge änderte das Verkehrsministerium unter dem damaligen Minister Alexander Dobrindt das Infrastrukturgesetz leicht ab, woraufhin die Europäische Kommission das Vertragsverletzungsverfahren einstellte. Das Land Österreich klagte Ende 2017 jedoch erneut vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die deutsche Pkw-Maut und bekam im Juni 2019 schließlich recht – die deutsche Pkw-Maut ist rechtswidrig. Da jedoch bereits Verträge mit den geplanten Betreibern unterzeichnet wurden, erhoben diese Schadenersatzforderungen im dreistelligen Millionenbereich.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Mautsysteme" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Kennzahlen

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Mautsysteme

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Statistiken zu Mautsystemen

Mautsysteme sind in vielen Ländern ein maßgebliches Instrument zur Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur. Die konkrete Ausgestaltung der Maut unterscheidet sich weltweit stark. In Deutschland gibt es im Straßenverkehr lediglich eine Lkw-Maut. Versuche des Verkehrsministeriums, eine Pkw-Maut zu etablieren, sind am Europäischen Gerichtshof gescheitert.

Wer ist in Deutschland mautpflichtig?

Am 1. Januar 2005 wurde in der Bundesrepublik Deutschland eine streckenbezogene Straßennutzungsgebühr eingeführt. Diese sogenannte Lkw-Maut betrifft sämtliche Fahrzeuge, deren zulässiges Gesamtgewicht mindestens 7,5 Tonnen beträgt und umfasst die rund 13.000 Streckenkilometer der Bundesautobahnen sowie stark frequentierte Bundesstraßen. Am 1. Juli 2018 trat eine Ausweitung der Lkw-Maut in Kraft. Seitdem ist die Nutzung aller Bundesstraßen für betroffene Fahrzeuge mautpflichtig. Nachdem die Einnahmen aus der Mautgebühr von 2005 bis 2009 um fast 50 Prozent gesteigert werden konnten, stagnierten sie bis 2017 um einen Mittelwert von rund 4,5 Milliarden Euro pro Jahr. Dadurch, dass seit 2018 alle Bundesstraßen von der Maut betroffen sind, stiegen die Einnahmen in diesem Jahr erstmals wieder an. 2019 führte eine Mauterhöhung zu abermals neuen Rekordeinnahmen in der Höhe von 7,5 Milliarden Euro. Die Lkw-Maut stellt damit den größten Einnahmeposten für das Bundesverkehrsministerium dar. Die zu leistenden Gebühren richten sich einerseits nach der gefahrenen Strecke, dem Fahrzeuggewicht, der Anzahl der Achsen sowie der Emissionsklasse.

Was passiert mit den Einnahmen aus der Maut?

Im Jahr 2020 wurde rund 60 Prozent der mautpflichtigen Fahrleistungen von Inländern erbracht. Polen war 2020 mit 6,6 Milliarden Kilometern mautpflichtiger Fahrleistung größter ausländischer Zahler. Rund 9,2 Milliarden Euro aus den durch die Lkw-Maut eingenommenen Mitteln wurden 2018 in den Bau und Erhalt der Verkehrswege investiert. Das System zur Erfassung und Abrechnung der Mautgebühren wird vom deutschen Unternehmen Toll Collect durchgeführt, welches im Geschäftsjahr 2019/2020 einen Umsatz von rund 400 Millionen Euro erzielen konnte. Seit dem 1. September 2018 gehört die Gesellschaft Toll Collect zu einhundert Prozent der Bundesrepublik Deutschland.

Warum gibt es in Deutschland keine Pkw-Maut?

Im Jahr 2015 wurde gemeinsam von Bundestag und Bundesrat das “Gesetz zur Einführung einer Infrastrukturabgabe für die Benutzung von Bundesfernstraßen (InfrAG)" beschlossen. Wenige Tage später eröffnete die EU jedoch bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland. Grund der Klage: Das von der CDU/CSU geplante Mautsystem benachteiligt EU-Ausländer, da die Kosten auf diese abgewälzt werden sollten. In der Folge änderte das Verkehrsministerium unter dem damaligen Minister Alexander Dobrindt das Infrastrukturgesetz leicht ab, woraufhin die Europäische Kommission das Vertragsverletzungsverfahren einstellte. Das Land Österreich klagte Ende 2017 jedoch erneut vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die deutsche Pkw-Maut und bekam im Juni 2019 schließlich recht – die deutsche Pkw-Maut ist rechtswidrig. Da jedoch bereits Verträge mit den geplanten Betreibern unterzeichnet wurden, erhoben diese Schadenersatzforderungen im dreistelligen Millionenbereich.

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