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Nordsee und Ostsee

Die Nordsee und die Ostsee sind zwei Nebenmeere des Atlantiks. Verbunden sind sie durch das Kattegat, ein Meeresgebiet zwischen Dänemark und Schweden mit 110 bis 150 Kilometern Breite, und dem Nord-Ostsee-Kanal, einer der meistbefahrensten künstlichen Wasserstraßen der Welt. Die beiden Nebenmeere beeinflussen sich gegenseitig stark und haben einige Gemeinsamkeiten. Doch mindestens genauso groß sind die Unterschiede zwischen den beiden Gewässern.

Nebenmeer, Randmeer oder Binnenmeer?

Viele der Besonderheiten von Nord- und Ostsee sind auf den unterschiedlichen Einfluss des Atlantiks zurückzuführen. Die Nordsee ist auf drei Seiten von Festland umgeben, im Nordwesten aber offen zum Atlantik. Damit ist die Nordsee ein Randmeer, also ein dem Festland angelagertes und vom Ozean durch Inseln und Inselketten abgegrenztes Nebenmeer. Die Ostsee (auch Baltisches Meer genannt) hingegen ist ein Binnenmeer, ein weiterer Untertyp des Nebenmeers. Binnenmeere sind vom Ozean weitestgehend abgegrenzt und nur durch eine Meerenge mit dem jeweils größeren Meer verbunden. Die Ostsee ist in allen Himmelsrichtungen von Land umgeben und nur durch das Kattegat mit der Nordsee verbunden. Ob das Kattegat Teil der Nord- oder Ostsee ist, bleibt umstritten. Die Anrainerstaaten betrachten es in der Regel als eigenständiges Meeresgebiet.

Warum gibt es in der Ostsee kein Wattenmeer?

Die Nordsee ist geprägt durch das Wechselspiel der Gezeiten. Alle zwölf Stunden und 25 Minuten wiederholt sich ein Hoch- beziehungsweise Niedrigwasser. Der Höhenunterschied zwischen diesen beiden Wasserständen beträgt in der Nordsee zwischen zwei bis drei Meter. Die gigantischen Wassermassen, die bei Ebbe in den Nordostatlantik strömen und rund sechs Stunden später mit der Flut zurückkommen, ermöglichen ein einzigartiges Ökosystem: Das Wattenmeer der Nordsee ist das größte Wattenmeer der Welt und der größte Nationalpark Deutschlands. In der Ostsee bewegt sich der Meeresspiegel dagegen nur innerhalb von zehn bis 15 Zentimetern. Das Kattegat ist so schmal, dass im Laufe der Gezeiten keine großen Mengen Wasser in die oder aus der Ostsee fließen können. Der Wasseraustausch der Ostsee mit dem Ozean ist entsprechend weitaus geringer, was sich unter anderem am Salzgehalt bemerkbar macht. Während der Salzgehalt der Nordsee mit 3,5 Prozent dem des Atlantischen Ozeans entspricht, liegt er in der Ostsee zwischen 0,3 und 1,8 Prozent. Die höchsten Werte werden am Kattegat gemessen. Im Nordosten der Ostsee ist der Wasseraustausch mit dem Atlantik minimal. Entsprechend ist der Salzgehalt dort sehr niedrig. Da die Ostsee an keiner Stelle die Salzkonzentration der Ozeane erreicht, spricht man auch von einem Brackwassermeer. Die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Welt.

Artenreich und artenarm - Nord- und Ostsee im Kontrast

Die Ostsee ist verhältnismäßig artenarm. Das liegt unter anderem am jungen Alter der Ostsee. Entstanden ist sie vor rund 12.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit (Weichsel-Kaltzeit). Zum Vergleich: Die Nordsee ist rund 180 Millionen Jahre alt. Während der Eiszeit bildeten sich Kilometer dicke Gletscher auf der Fläche der heutigen Ostsee. Als sich diese Gletscher zurückzogen, hinterließen sie einen Schmelzwassersee – die Ostsee. Aufgrund des jungen Alters der Ostsee gibt es nur wenige endemische Tierarten, die sich an die besonderen Bedingungen der Ostsee anpassen konnten. Die meisten Tierarten sind aus der Nordsee zugewandert. Mit sinkendem Salzgehalt Richtung Osten wird das Aufkommen dieser Tiere jedoch immer niedriger. Eine weitere Hürde für Leben in der Ostsee ist der geringe Sauerstoffgehalt insbesondere im bodennahen Wasser. Der Artenreichtum der Nordsee ist dagegen viel ausgeprägter. Zu den größeren Tieren, die hier leben, gehören zum Beispiel Seehunde und Kegelrobben.

Urlaub am Meer

Beiden Meeren ist gemein, dass sie zu den beliebtesten Urlaubsorten Deutschlands gehören. Die Ostsee zeichnet sich allerdings durch ein trockeneres Wetter aus und zieht vielleicht auch deshalb mehr Reisende an als die Nordsee. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte regnet es an der Nordsee deutlich mehr. Insgesamt befinden sich über 20 Prozent aller deutschen Ferienimmobilien an den beiden Meeren.

Klimawandel: Nordsee und Ostsee werden wärmer

Nord- und Ostsee haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erwärmt. Insbesondere in der Ostsee stiegen die mittleren Oberflächentemperaturen zuletzt stark an. Die genauen Temperaturwerte in Nord- und Ostsee variieren allerdings je nach Saison, Ort und Wassertiefe erheblich.
Als sicher gilt, dass die Erwärmung mit gravierenden Folgen einhergeht. An den deutschen Küsten werden die Wasserstände seit über hundert Jahren regelmäßig gemessen (zum Beispiel am Pegel Cuxhaven in der Deutschen Bucht oder am Pegel Warnemünde), so dass sich der ansteigende Meeresspiegel gut dokumentieren lässt. In Cuxhaven hat zum Beispiel der relative Meeresspiegel seit Mitte des 19. Jahrhunderts um etwa 26 Zentimeter zugelegt. Der Klimawandel zeigt sich auch darin, dass sich im Winter weniger Eis auf dem Meer bildet.

Umweltproblem Eutrophierung

Über Flüsse gelangen Nährstoffe aus der Landwirtschaft und aus ungeklärten Abwässern in die Meere. Diese Nährstoffe führen zu einem starken Algenwachstum. Sterben die Algen ab, wird bei der Zersetzung sehr viel Sauerstoff verbraucht – was für am Boden lebende Tiere lebensbedrohlich ist. Dieser Vorgang wird Eutrophierung genannt. Eutrophierung betrifft Küstengewässer überall auf der Erde, aber der Zustand der Ostsee ist besonders dramatisch. Das Ausmaß der Eutrophierung kann unter anderem durch den Chlorophyll a Gehalt gemessen werden.

Plastik in der Nordsee

Über Flüsse gelangen nicht nur Nährstoffe, sondern auch vieles andere in die Meere: zum Beispiel Plastikmüll oder Schwermetalle. Der Plastikmüll in den Weltmeeren hat inzwischen gigantische Ausmaße angenommen und ist weit mehr als nur ein ästhetisches Problem. Für viele Tiere wird Plastik in der Umwelt zur Todesfalle. Eissturmvögel verwechseln zum Beispiel im Wasser treibendes Plastik häufig mit Nahrung. Weil Eissturmvögel in den Küstenbereichen der Nordsee weitverbreitet sind, dokumentieren die Anrainerstaaten die Zahl der Vögel, die mit Plastik im Magen tot aufgefunden werden. In Deutschland ist es seit dem Jahr 2003 nicht gelungen, die Zahl dieser Vögel signifikant zu verringern. Für die Ostsee gibt es keinen vergleichbaren Indikator.

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