Statistiken zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Schweiz

Veröffentlicht von Martin Mohr, 19.03.2019
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bezeichnet den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb der Landesgrenzen hergestellt werden und dem Endverbrauch dienen. Es gilt als wichtiger Indikator für die Wirtschaftskraft eines Landes oder einer Region. Im Jahr 2018 betrug das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz nach ersten Berechnungen rund 689,9 Milliarden Schweizer Franken. Umgerechnet in US-Dollar lag die Schweiz damit auf Platz 20 der größten Volkswirtschaften der Welt. Der Kanton mit der stärksten Wirtschaftskraft war 2016 - übergreifende Zahlen zum kantonalen BIP erscheinen erst mit mehr als einem Jahr Verzögerung gegenüber den nationalen Werten - Zürich mit einem BIP von circa 138,5 Milliarden Schweizer Franken; in deutlichem Abstand folgten Bern (77,9 Milliarden Schweizer Franken) und Waadt (56,3 Milliarden Schweizer Franken). Am wenigsten trugen die Kantone Appenzell Innerrhoden (1 Milliarde Schweizer Franken), Uri (1,9 Milliarden Schweizer Franken) und Obwalden (2,5 Milliarden Schweizer Franken) zur Wirtschaftsleistung der Schweiz bei.

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Einen anderen Blickwinkel als die absoluten Werte bietet die Umrechnung der Wirtschaftskraft auf die Einwohnerzahl, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Dieses betrug in der Schweiz 2017 rund 79.100 Schweizer Franken. Weltweit liegt die Schweiz bei diesem Indikator auf Rang 2, nur übertroffen von Luxemburg. Im Vergleich der Kantone erzielte Basel-Stadt im Jahr 2016 mit circa 173.190 Schweizer Franken pro Kopf den höchsten Wert, gefolgt von Zug (153.900 Schweizer Franken) und Genf (98.350 Schweizer Franken). Am unteren Ende der Skala standen Uri (52.830 Schweizer Franken), Wallis (53.280 Schweizer Franken) und Appenzell Ausserrhoden (56.240 Schweizer Franken).

Wenn allgemein von Wirtschaftswachstum die Rede ist, so ist damit in der Regel die Veränderung des realen Bruttoinlandsprodukts gemeint, das auch die Preisentwicklung berücksichtigt. Im Jahr 2018 wuchs die Wirtschaft in der Schweiz nach vorläufigen Schätzungen um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit deutlich stärker als 2017 mit 1,6 Prozent. Dies ist allerdings auch auf den Sondereffekt großer internationaler Sportereignisse zurückzuführen, die aufgrund des Sitzes der entsprechenden Veranstalter (IOC, FIFA) in der Schweiz auch Auswirkungen auf das nationale BIP haben. Erste Prognosen sagen für 2019 ein schwächeres Wachstum um 1,5 Prozent voraus. Auf Kantonsebene war 2016 Waadt mit 7,4 Prozent der wachstumsstärkste Kanton; ebenfalls recht dynamisch wuchsen Schaffhausen (4,2 Prozent) und Obwalden (3,5 Prozent). Rückläufig war die Wirtschaftsleistung dagegen in Neuenburg (-1,1 Prozent), Zürich (-0,6 Prozent) und Jura (-0,1 Prozent).

Eng verwandt mit dem Bruttoinlandsprodukt ist die Bruttowertschöpfung, die als Maß für den Beitrag einzelner Branchen und Sektoren zur Wirtschaftsleistung herangezogen wird. Die Wertschöpfung aller Branchen bzw. aller wirtschaftlichen Sektoren ergibt die Wertschöpfung der gesamten Volkswirtschaft, was nach Berichtigungen dem BIP entspricht. Im langjährigen Vergleich der Wirtschaftsstruktur der Schweiz zeigt sich eine zunehmende Bedeutung des Dienstleistungssektors, der 2017 rund 73,8 Prozent der Bruttowertschöpfung ausmachte. Die größte Bruttowertschöpfung aller Branchen erwirtschafteten im Jahr 2018 das Verarbeitende Gewerbe (126,3 Milliarden Schweizer Franken), die Immobilienwirtschaft nebst weiteren Dienstleistungen (118,3 Milliarden Schweizer Franken) und der Handel (98 Milliarden Schweizer Franken). Diese drei Branchen zusammen machten 51,2 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in der Schweiz aus. Das Branchenwachstum war 2018 im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung mit preisbereinigten 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr am höchsten, gefolgt vom Energie- und Versorgungssektor (10,1 Prozent) und dem Verarbeitenden Gewerbe (5,4 Prozent). Einbußen verzeichneten hingegen der Bergbau (-2,5 Prozent) und der Handel (-0,7 Prozent).

Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Schweiz

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