Statistiken zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Schweiz

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bezeichnet den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die im betreffenden Jahr innerhalb der Landesgrenzen hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Es gilt als wichtiger Indikator für die Wirtschaftskraft eines Landes oder einer Region. Im Jahr 2016 betrug das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz nach ersten Berechnungen rund 650,1 Milliarden Schweizer Franken. Umgerechnet in US-Dollar lag die Schweiz im Jahr 2015 auf Platz 19 der größten Volkswirtschaften der Welt. Der Kanton mit der stärksten Wirtschaftskraft war 2014 - übergreifende Zahlen zum kantonalen BIP erscheinen erst mit mehr als einem Jahr Verzögerung gegenüber den nationalen Werten - Zürich mit einem BIP von circa 138,4 Milliarden Schweizer Franken; in deutlichem Abstand folgten Bern (76,7 Milliarden Schweizer Franken) und Waadt (51,4 Milliarden Schweizer Franken). Am wenigsten trugen die Kantone Appenzell Innerrhoden (1 Milliarde Schweizer Franken), Uri (1,9 Milliarden Schweizer Franken) und Obwalden (2,4 Milliarden Schweizer Franken) zur Wirtschaftsleistung der Schweiz bei.


Einen anderen Blickwinkel als die absoluten Werte bietet die Umrechnung der Wirtschaftskraft auf die Einwohnerzahl, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Dieses betrug in der Schweiz 2015 rund 77.940 Schweizer Franken. Im weltweiten Vergleich liegt die Schweiz bei diesem Indikator auf Rang 2, noch vor Katar und nur übertroffen von Luxemburg. Im Vergleich der Kantone erzielte Basel-Stadt im Jahr 2014 mit circa 163.630 Schweizer Franken pro Kopf den höchsten Wert, gefolgt von Zug (150.610 Schweizer Franken) und Genf (102.110 Schweizer Franken). Am unteren Ende der Skala standen Uri (51.330 Schweizer Franken), Wallis (52.530 Schweizer Franken) und Appenzell Ausserrhoden (56.660 Schweizer Franken).

Wenn allgemein von Wirtschaftswachstum die Rede ist, so ist damit in der Regel die Veränderung des realen Bruttoinlandsprodukts gemeint, das auch die Preisentwicklung berücksichtigt. Im Jahr 2016 wuchs die Wirtschaft in der Schweiz nach vorläufigen Schätzungen um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit stärker als 2015 (0,8 Prozent), das noch deutlicher von der Aufwertung des Frankens ("Franken-Schock") geprägt war. Auf Kantonsebene war 2014 Appenzell Innerrhoden mit 3,7 Prozent der wachstumsstärkste Kanton, ebenfalls recht dynamisch wuchsen Jura (3,4 Prozent) und Basel-Landschaft (3,3 Prozent). Dagegen ging die Wirtschaftsleistung in Uri sogar um -0,9 Prozent zurück, und in Obwalden und Schaffhausen betrug das Wachstum vergleichsweise geringe 0,5 Prozent.

Eng verwandt mit dem Bruttoinlandsprodukt ist die Bruttowertschöpfung, die als Maß für den Beitrag einzelner Branchen und Sektoren zur Wirtschaftsleistung herangezogen wird. Die Wertschöpfung aller Branchen bzw. aller wirtschaftlichen Sektoren ergibt die Wertschöpfung der gesamten Volkswirtschaft, was nach Berichtigungen dem BIP entspricht. Die größte Bruttowertschöpfung aller Branchen erwirtschafteten in der Schweiz im Jahr 2016 das Verarbeitende Gewerbe (114 Milliarden Schweizer Franken), der Handel (89,1 Milliarden Schweizer Franken) und die Immobilienwirtschaft nebst weiteren Dienstleistungen (70,1 Milliarden Schweizer Franken). Diese drei Branchen zusammen machten rund 43,3 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in der Schweiz aus. Das Branchenwachstum war 2016 in der Energie- und Wasserversorgung mit preisbereinigten 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr am höchsten, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (4,8 Prozent) und dem Bergbau (4,7 Prozent). Die größten Einbußen verzeichneten hingegen die Bereiche Kunst, Unterhaltung und Kultur (-2,3 Prozent), Erziehung und Unterricht (-0,7 Prozent) sowie Finanzdienstleistungen (-0,5 Prozent).

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