Statistiken zu Inflation und Preisentwicklung in Österreich

Der Begriff Inflation bezeichnet die ansteigende Entwicklung der Preise. Bei fallenden Preisen spricht man dagegen von Deflation. In Österreich wird die Inflationsrate über den Verbraucherpreisindex (VPI) gemessen. Der Index misst die Preisentwicklung der für die privaten Haushalte bedeutsamen Waren und Dienstleistungen anhand des sogenannten Warenkorbs. Dem sich im Zeitablauf verändernden Konsumverhalten der Haushalte wird durch eine jährliche Anpassung und Neugewichtung des Warenkorbs Rechnung getragen. Die wichtigsten Posten im Warenkorb sind mit Stand 2018 Wohnen und Energie mit 19,9 Prozent, Verkehr mit 12,6 Prozent sowie Restaurants und Hotels mit 12 Prozent. Preisveränderungen in diesen Kategorien haben daher tendenziell einen großen Einfluss auf die Inflationsrate.

Im Jahr 2017 stiegen die Verbraucherpreise in Österreich um 2,1 Prozent und damit stärker als 2016 mit 0,9 Prozent. Für 2018 sagen Prognosen zur Jahresmitte eine Inflationsrate von circa 2 Prozent voraus. Generell kann die von den Verbrauchern gefühlte Preisentwicklung z.T. deutlich von den offiziellen amtlichen Zahlen abweichen; in der Regel wird dabei eine stärkere Teuerung empfunden.

Zu dieser Einschätzung tragen sicherlich die trotz relativ geringer Preissteigerungen in den letzten Jahren nach wie vor sehr hohen Lebenshaltungskosten bei, die insbesondere im internationalen Vergleich hervorstechen. So lag das Preisniveau in Österreich 2016 rund 10,3 Prozent über dem Schnitt der EU-Staaten. Am deutlichsten war der Preisunterschied dabei in den Bereichen Bildung (60,6 Prozent teurer), Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (23,4 Prozent) sowie Gesundheitspflege (21,6 Prozent). Billiger als im EU-Durchschnitt waren hingegen die Nachrichtenübermittlung (-18,1 Prozent), Alkohol und Tabakwaren (-9,2 Prozent) sowie das Wohnen inkl. Nebenkosten (-2,2 Prozent).

Neben den Verbraucherpreisen werden in Österreich noch weitere Preisindizes erhoben, deren Entwicklung meist die der Verbraucherpreise vorwegnimmt. Der Erzeugerpreisindex misst die Preisentwicklung von verkauften Produkten ab Hersteller. Er stieg 2017 um 1,9 Prozent. Noch deutlicher war die Steigerung bei den Importpreisen, die um 3,1 Prozent anwuchsen. Der Importpreisindex misst den Preis, zu dem die eingeführten Güter an der Einfuhrgrenze nachgewiesen werden. Beide Indizes legten damit erstmals seit 2012 wieder zu. Im Einzelhandel stiegen die Preise um 0,3 Prozent und damit schwächer als die Verbraucherpreise insgesamt; im Großhandel hingegen nahmen sie um 4,6 Prozent zu - auch hier der erste Anstieg seit 2012.

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