Statistiken zum privaten Konsum in Österreich

Der private Konsum ist mit 52,7 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt (2016) eine der wichtigsten Stützen der österreichischen Volkswirtschaft. Im Jahr 2016 betrugen die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Österreich insgesamt rund 186,2 Milliarden Euro. Dies waren preisbereinigt (real) 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr, der höchste Zuwachs seit 2011. Die größten Ausgabenposten waren das Wohnen inkl. Energie (41,8 Milliarden Euro), Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (24,8 Milliarden Euro) sowie der Verkehr (22,1 Milliarden Euro). Diese drei Gruppen machten zusammen fast die Hälfte des privaten Konsums aus.

Mit verschiedenen Indikatoren wird versucht, die Konsumentwicklung im Voraus abzuschätzen. So wird etwa in jedem Monat eine Erhebung zum Verbrauchervertrauen durchgeführt. In diesem Rahmen wird auch nach der Anschaffungsneigung der Haushalte für größere Konsumgüter gefragt. Aufschlussreich ist zudem die monatliche Umsatzveränderung im Einzelhandel.

Ein wichtiger Maßstab für die Finanzlage der Privathaushalte ist die Kaufkraft. Die Kaufkraft misst das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten. Insgesamt verfügten die österreichischen Haushalte im Jahr 2017 über eine Kaufkraftsumme von rund 196,6 Milliarden Euro. Jedem Österreicher standen damit durchschnittlich rund 22.600 Euro zur Verfügung; dies ist im Vergleich zu den Nachbarländern etwas mehr als in Deutschland, aber nur circa die Hälfte der Schweiz. Dabei bestehen auch Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern: Die kaufkraftstärksten Einwohner hat Niederösterreich mit rund 23.550 Euro pro Kopf, am Ende der Skala steht Tirol mit circa 21.800 Euro.

Einen Einfluss auf das Konsumverhalten haben schließlich auch noch die Verbraucherpreise. Ihre Veränderung wird anhand eines Warenkorbs errechnet, der eine wirklichkeitsnahe Auswahl der von den privaten Haushalten konsumierten Waren und Dienstleistungen enthält. Hier haben die Bereiche Wohnen und Energie, Verkehr sowie Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke das größte Gewicht. Daraus leitet sich die Inflationsrate ab. Diese war in Österreich in den letzten Jahren recht gering; 2016 stiegen die Verbraucherpreise um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings kann die von den Verbrauchern gefühlte Teuerung erheblich von den offiziellen Zahlen abweichen und ebenfalls das Kaufverhalten beeinflussen. Im internationalen Vergleich sind die Lebenshaltungskosten in Österreich recht hoch: Das Preisniveau lag 2016 rund 10,3 Prozent über dem Schnitt der EU-Staaten. Am deutlichsten war der Preisunterschied dabei in den Bereichen Bildung (60,6 Prozent teurer), Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (23,4 Prozent) sowie Gesundheitspflege (21,6 Prozent). Billiger als im EU-Durchschnitt waren hingegen die Nachrichtenübermittlung (-18,1 Prozent), Alkohol und Tabakwaren (-9,2 Prozent) sowie das Wohnen (-2,2 Prozent).

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