Statistiken zur G20

Die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer- kurz G20 - formierte sich im Jahr 1999 als Reaktion auf die Finanzkrise in den 1990er Jahren in Asien (Asienkrise). Die G20 stellt eine Erweiterung der Gruppe der sieben wichtigsten Industrienationen - kurz G7 - dar, die sich bereits 1975 gründeten. Die G7 gründete sich im Zuge der weltweiten Öl- und Finanzkrise der 1970er Jahre. Hintergrund war die Erkenntnis, dass sich der Überwindung einer weltweiten Wirtschaftskrise nicht rein auf nationaler Ebene begegnen lässt, sondern nur mittels einer international abgestimmten Strategie.


Während sich bei den G7-Treffen von Beginn an die Staats- und Regierungschefs der beteiligten Staaten zu regelmäßigen Konsultationen zusammenfanden, wurde die G20 zunächst als jährlicher Termin der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer initiiert. Die Wucht der Finanzkrise im Jahr 2008 stellte jedoch eine Zäsur für die G20 in ihrer bisherigen Form dar. Den Gefahren für die Weltwirtschaft, des politischen und sozialen Friedens, die von der Finanzkrise 2008 ausgingen, konnte nicht rein auf finanzpolitischer Ebene begegnet werden. Als Konsequenz wurden die G20-Treffen, beginnend mit dem G20-Gipfel in Washington 2008, ebenfalls auf die Ebene der Staats- und Regierungschefs aufgewertet. Seither stellt die G20 das weltweit wichtigste informelle Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit dar.

Mitglieder der G20 sind die 19 Staaten Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Mexiko, Südkorea, Russland, Saudi- Arabien, Südafrika, Türkei, Großbritannien und die USA. Die Europäische Union (EU) komplettiert die G20 und wird durch die rotierende EU-Ratspräsidentschaft, die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank vertreten.
Neben den ständigen Mitgliedern der G20, werden weitere Staaten (als Gaststaaten) und Vertreter internationaler Organisationen zu den G20-Treffen eingeladen, um sicherzustellen, dass insbesondere auch die Interessen der Entwicklungsländer berücksichtigt werden.

Die Bevölkerung in den G20-Staaten betrug Mitte 2016 rund 5 Milliarden Menschen; das sind (Stand: Mitte 2016) mehr als 63 Prozent der Weltbevölkerung. Obwohl die G20-Staaten die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer der Welt repräsentieren, bestehen im Vergleich zueinander teils enorme Unterschiede im jeweiligen Entwicklungsstand. So beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen in Japan gegenwärtig rund 87 Jahre, während Frauen, die 2016 in Südafrika geboren wurden, nur eine durchschnittliche Lebenserwartung von 64 Jahren zu erwarten haben. Die auffallend hohen Unterschiede in der Lebenserwartung spiegeln sich dementsprechend auch im Durchschnittsalter der Bevölkerungen wider.

Im Jahr 2016 erwirtschafteten die G20 (ohne die EU) zusammen am kaufkraftbereinigten globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) einen Anteil von circa 73 Prozent. Ihr Anteil am weltweiten Außenhandel (Export) wie auch dem Einfuhrhandel (Import) betrug im Jahr 2015 jeweils mehr als 60 Prozent (ohne die EU).

Hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit und des Demokratieverständnisses weisen die G20-Staaten ebenfalls deutliche Unterschiede zueinander auf. Deutschland und Kanada finden sich in den Ranglisten zur Pressefreiheit und Internetfreiheit jeweils auf den vorderen Plätzen wieder, die letzten Plätze unter den G20-Staaten nehmen China, die Türkei und Saudi-Arabien ein.

Das erste G20-Gipfeltreffen mit allen Staats- und Regierungschefs fand im Jahr 2008 im Anschluss der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise in Washington statt. Dabei stand der Austausch zur Beseitigung der Folgen der Krise im Mittelpunkt und ein entsprechender Maßnahmenkatalog wurde erstellt. Der Austragungsort des Treffens richtet sich nach der Nation, die zu diesem Zeitpunkt die rotierende G20-Präsidentschaft innehat.

Deutschland hat die G20-Präsidentschaft am 01. Dezember 2016 übernommen. Gastgeberstadt des am 7. und 8. Juli 2017 stattfindenden G20-Gipfeltreffens wird Hamburg sein. Das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs in Hamburg stellt den Höhepunkt der G20-Präsidentschaft dar, dem eigenständige Fachtagungen von Akteuren der Zivilgesellschaft und der Fachminister der beteiligten Länder vorangehen. Es ist das erste Gipfeltreffen in einem Industrieland nach der Verabschiedung der globalen Nachhaltigkeitsziele im Jahr 2015 durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen. Der G20-Gipfel soll sich in diesem Kontext für eine bessere Gestaltung der Globalisierung einsetzen.

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