Bundestagswahl 2025 - Umfragen und Statistiken zu den vorgezogenen Neuwahlen
AfD mobilisiert zahlreiche Nichtwähler
Die AfD konnte gegenüber der Wahl 2021 deutlich Stimmen hinzugewinnen, nach Berechnungen von Infratest dimap gewann die Partei aus dem Lager der Nichtwähler:innen hinzu: Rund 1,8 Millionen Wahlberechtigte stimmten für die AfD, die bei der Bundestagswahl 2021 nicht abgestimmt haben. Auch von den anderen Parteien wanderten Stimmen zur AfD, lediglich an das BSW verlor die rechtspopulistische Partei Stimmen. Die CDU/CSU konnte über 1,7 Millionen Stimmen von der SPD gewinnen, auch von der FDP wanderten über eine Million Stimmen zur Union, jedoch verloren die Christdemokraten auch rund eine Million Stimmen an die AfD. Das BSW scheiterte zwar knapp an der 5-Prozent-Hürde, konnte aber zahlreiche Stimmen aus dem Lager der Nichtwählenden mobilisieren. Den größten Stimmenzuwachs erhielt das Bündnis Sahra Wagenknecht jedoch von der SPD - rund 440.000 Stimmen wanderten von den Sozialdemokraten zum BSW, von der AfD wanderten lediglich 60.000 Stimmen zum neuen Bündnis.Während in Westdeutschland die Union stärkste politische Kraft ist, punktete die AfD vor allem in den neuen Bundesländern. Die höchsten Stimmanteile erzielte die AfD mit 38,6 Prozent der Zweistimmen in Thüringen. Insgesamt gewann die AfD 46 Wahlkreise, alle liegen in den neuen Bundesländern. Die geringsten Zweitstimmen erreichte die rechtspopulistische Partei in Hamburg. Die höchsten Stimmanteile der Union erzielte die CSU in Bayern, dort wählten rund 37,2 Prozent die konservative Partei. Die geringsten Stimmanteile verzeichnete die Union in Mecklenburg-Vorpommern, lediglich 17,8 Prozent entschieden sich dort für die CDU.
Die Linke punktet bei jungen Wählenden, die AfD bei Arbeiter:innen und Arbeitslosen
Wie stimmten die einzelnen Bevölkerungsgruppen bei der Bundestagswahl ab? Nach einer Wahlanalyse von Infratest dimap ergab die Nachwahlbefragung, dass die Linke einen hohen Stimmenanteil unter jungen Wähler:innen erreichen konnte. In der Altersgruppe zwischen 18 bis 24 Jahren erreichte Die Linke einen Stimmenanteil von 25 Prozent. Die AfD lag in der Mobilisierung dieser Altersgruppe lange vorne, bei der Bundestagswahl 2025 lag der Stimmenanteil der AfD in der jüngsten Altersgruppe bei rund 21 Prozent. In den älteren Generationen wächst hingegen der Stimmenanteil der "Volksparteien" CDU/CSU und SPD - rund die Hälfte der Generation 70+ stimmte für die Union, 25 Prozent stimmten in dieser Altersgruppe für die SPD.Bei der Befragung der Wahlentscheidung nach beruflicher Tätigkeit erzielte die Union einen hohen Stimmenanteil unter den Selbstständigen, auch bei den Angestellten lag die Union mit rund 26 Prozent der Stimmanteile vorne. Unter den befragten Arbeiter:innen erzielte die AfD mit rund 38 Prozent die höchsten Zustimmungswerte. Unter den befragten Arbeitslosen lag die AfD mit rund 34 Prozent ebenfalls vorne.
Die Union wurde sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen stärkste politische Kraft, dabei lag der weibliche Anteil der Union-Wählenden nur leicht unter dem männlichen Anteil. Die AfD konnte indes wesentlich stärker bei Männern punkten, SPD, Grüne und Linke verweisen auf einen höheren Anteil unter den befragten Frauen.