Corporate-Lösungen testen?
+49 (40) 284841-968
kundenservice@statista.com

Politische Stimmung und Meinungen der Bevölkerung 2022

Am 26. September 2021 fand die Wahl zum 20. Bundestag statt. Dabei wurde die SPD nach dem amtlichen Ergebnis der Bundestagswahl erstmals seit 2002 wieder stärkste Kraft in Deutschland. Nach den Koalitionsverhandlungen bildete sich die neue Bundesregierung bestehend aus SPD, Grünen und FDP. Die CDU/CSU fuhr das schlechteste Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik ein und landete nach 16 Jahren das erste Mal wieder auf der Oppositionsbank, während die SPD wieder den Kanzler stellt. Am 08. Dezember wurde Olaf Scholz vom Bundestag zum neuen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Eines der wichtigsten Ziele der neuen Regierung ist der Klimaschutz, in Form eines geplanten massiven Ausbaus erneuerbarer Energien, dem Atomkraftausstieg bis Ende 2022, einem vorgezogenen Kohleausstieg und vielen weiteren Maßnahmen. Doch die Amtszeit der neuen Bundesregierung war von Anfang an durch die anhaltende Corona-Krise geprägt und es bedurfte vordergründlich weiterhin eines intensiven Krisenmanagements. Ende Februar erfolgte dann die Eskalation in Osteuropa: Russland startete einen Angriffskrieg auf die Ukraine – die nächste Ausnahmesituation für die Bundesregierung. Dies alles fällt in eine Zeit, in der die Klimakrise die volle Aufmerksamkeit der Bundesregierung nötig hätte.

Sonntagsfrage und Bewertung der Regierung

Monatelang war die SPD in der Sonntagsfrage die stärkste Kraft. Doch mittlerweile hat die Union wieder aufgeschlossen oder ist bei manchen Instituten sogar vorbeigezogen. In der Anfang April erhobenen Sonntagsfrage im Rahmen des ARD-DeutschlandTrends wäre die Union mit 25 Prozent der Stimmen die stärkste Kraft geworden, wenn an dem Sonntag nach der Befragung wirklich Bundestagswahl gewesen wäre. Die SPD wäre auf 24 Prozent gekommen. Auf die Grünen wären 19 Prozent der Stimmen entfallen, auf die FDP neun Prozent und auf die AfD elf Prozent. Die Linke hätte vier Prozent der Stimmen erhalten und wäre somit an der 5-Prozent-Hürde gescheitert. Bei der Bundestagswahl scheiterte die Linke bereits an dieser Hürde, konnte aber aufgrund von drei gewonnenen Direktmandaten trotzdem wieder in Fraktionsstärke in den Bundestag einziehen.

Zufriedenheit mit der Bundesregierung und einzelnen Politikern

In einer im April durchgeführten Umfrage zeigten sich 47 Prozent der Befragten zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit der derzeitigen Bundesregierung bestehend aus SPD, Grünen und FDP. Hierbei waren die befragten Grünen-Anhänger:innen mit 78 Prozent am zufriedensten mit der Bundesregierung. 94 Prozent der befragten AfD-Anhängerschaft waren hingegen weniger oder gar nicht zufrieden. Mit der politischen Arbeit des Bundeskanzlers Olaf Scholz waren im April 51 Prozent der Befragten zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Auch die Außenministerin Annalena Baerbock kommt hier auf hohe Zufriedenheitswerte, die Hälfte der Befragten zeigten sich zufrieden bis sehr zufrieden. Vor dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine waren die befragten Personen noch nicht in dem Maße von Baerbock überzeugt, der Anteil der Zufriedenen lag mehr als zehn Prozentpunkte niedriger. Auch Christian Linder und Robert Habeck kommen in der Umfrage auf hohe Zustimmungswerte.

Russland-Ukraine-Krieg

Die deutsche Politik muss durch den Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, neue politische Wege gehen. Zunächst lehnte Deutschland die Forderung der Ukraine nach Waffenlieferungen mit Bezug auf die historische Verantwortung ab und lieferte zunächst lediglich Helme an die Ukraine. Vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine stieß dies in der Bevölkerung auch auf große Zustimmung. In einer Sondersitzung des Bundestages am 27. Februar, wenige Tage nach der Invasion, verkündete Kanzler Scholz dann die 180-Grad-Wendung, welche nicht weniger als einem Paradigmenwechsel in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik gleichkommt: Als Konsequenz aus den Angriffen auf die Ukraine versprach die Bundesregierung Waffenlieferungen aus den Beständen der Bundeswehr. Bis zum 24. März wurden Lieferungen an die Ukraine in Form von insgesamt 1.000 Panzerabwehrwaffen, 500 Boden-Luft-Raketen, mehreren gepanzerten Fahrzeugen, 2.700 Flugabwehrraketen und 2.000 Panzerfäuste genehmigt. Auch in der Bevölkerung wandelte sich die Meinung zu Waffenlieferungen: Laut einer nach dem Angriff Russlands erhobenen Umfrage vom 01. März 2022 sahen 78 Prozent der Befragten aus Deutschland diese Waffenlieferungen als richtig an. Eine Lieferung von schweren Waffen, wie z.B. Panzern, sahen hingegen auch Anfang März noch 63 Prozent der Befragten als falsch an. Auch die angekündigte Anhebung der deutschen Verteidigungsausgaben wurde von der befragten Bevölkerung, auch getrieben durch durch die Invasion Russlands, mehrheitlich als richtig bewertet. In Deutschland gibt es derweil die Angst vor einer Ausweitung des Krieges. Sollte Russland eines der NATO-Länder angreifen, wäre dies der Bündnisfall und die NATO würde militärisch einzugreifen. Damit stünde die Welt an der Schwelle des dritten Weltkrieges. Für einen Beitritt der Ukraine in die NATO sprachen sich zeitweise trotzdem knapp die Hälfte der Befragten aus.
Als Reaktion auf den Angriffskrieg Russlands beschlossen die westlichen Verbündeten und viele weitere Staaten rund um die Welt vielfältige Sanktionen gegen Russland. Die EU-Länder und weitere Verbündete zeigten sich einig wie selten zuvor und koordinierten sich bei der Verhängung der Sanktionen. Noch im Februar wurden 1.440 Sanktionen gegen Russland erlassen, im März kamen weitere 2.325 Sanktionen hinzu. Viele der Sanktionen ab Februar 2022 wurden von der EU und den USA erlassen, aber auch weitere Länder verhängten Sanktionen. Mittlerweile steht zur Diskussion, ob Deutschland den Import von russischem Erdgas und Öl stoppen sollte. Da Deutschland mehr als ein Drittel seines gesamten Bedarfs an Rohöl aus Russland bezieht, wären die Konsequenzen des Importstopps enorm. Bei einer Umfrage aus Mitte März gaben 44 Prozent der Befragten an, dass sie einen Importstopp unterstützen würden, ein Prozentpunkt mehr würde den Importstopp hingegen nicht unterstützen.

Corona-Krise

Trotz wieder steigender Fallzahlen geht die Sorge um die eigene Gesundheit in Deutschland eher zurück. Bund und Länder haben das Auslaufen des Großteils der Corona-Schutzmaßnahmen zum 20. März 2022 beschlossen. Unter Ihnen auch die Maskenpflicht in vielen Teilen des öffentlichen Lebens, beispielweise in Schulen, Restaurants und im Einzelhandel. Bei einer Mitte März erhobenen Umfrage bewerteten 61 Prozent der Befragten das Wegfallen der Maskenpflicht als falsch, insbesondere ältere Befragte sprachen sich gegen das Ende der Maskenpflicht aus. Dieser Meinung waren auch mehrheitlich die Anhänger:innen aller Parteien, lediglich die befragten AfD-Anhänger:innen hielten diese Entscheidung in der Mehrheit für richtig.
Mittlerweile haben ca. 63 Millionen Menschen eine vollständige Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Weil dies laut Bundesgesundheitsminister Lauterbach jedoch nicht ausreicht, um das Infektionsgeschehen ausreichend einzudämmen, werden immer wieder Diskussionen über eine mögliche Impfpflicht geführt. Ende Februar 2022 sprachen sich einer Umfrage 56 Prozent der Befragten für eine solche Impfpflicht aus. Dass diese kommen wird, glaubten hingegen lediglich 21 Prozent der befragten Personen. In den Reihen der SPD ist die Zustimmung für eine allgemeine Impfpflicht für alle Erwachsenen am größten. Am 07. April 2022 ist der Gesetzentwurf zur Einführung einer Corona-Impfpflicht für alle Menschen ab 60 Jahren im Bundestag gescheitert, weil nicht die erforderliche Mehrheit erreicht wurde. Bei der Abstimmung stimmten 378 Abgeordnete gegen den Entwurf, für die Einführung der Impfpflicht ab 60 stimmten 296 Abgeordnete. Zudem enthielten sich neun Mitglieder des Bundestages.
Die Proteste gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen wurden in einer im Januar durchgeführten Umfrage lediglich von den Anhänger:innen der AfD mehrheitlich positiv bewertet, 84 Prozent fanden sie Proteste „gut“. Von den befragten Anhänger:innen der FDP war jede:r Dritte dieser Meinung, der zweithöchste Wert aller Parteien. Noch wird nicht damit gerechnet, dass die Corona-Krise bald vorbei sein wird: Mehr als drei Viertel der befragten Bevölkerung rechnen mit einer neuen Corona-Welle im Herbst.

Interessante Statistiken

In den folgenden 4 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 64 Statistiken aus dem Thema "Politische Stimmung und Meinungen der Bevölkerung".

Kontakt

Sie haben noch Fragen? Wir helfen gerne.
Statista Locations
Kontakt Jens Weitemeyer
Jens Weitemeyer
Customer Relations

Mo - Fr, 9:30 - 17:00 Uhr (CET)

Kontakt Vianny Gutierrez-Cruz
Vianny Gutierrez-Cruz
Sales Manager– Kontakt (Vereinigte Staaten)

Mo - Fr, 9:00 - 18:00 Uhr (EST)

Kontakt Ziyan Zhang
Ziyan Zhang
Customer Relations– Kontakt (Asien)

Mo - Fr, 11:30 - 22:00 Uhr (IST)

Kontakt Kisara Mizuno
Kisara Mizuno
Customer Success Manager– Kontakt (Asien)

Mo - Fr, 9:30 - 17:30 Uhr (JST)

Kontakt Lodovica Biagi
Lodovica Biagi
Director of Operations– Kontakt (Europa)

Mo - Fr, 9:30 - 17:00 Uhr (GMT)

Kontakt Carolina Dulin
Carolina Dulin
Associate Director - LAC– Kontakt (Lateinamerika)

Mo - Fr, 9:00 - 18:00 Uhr (EST)