Politische Stimmung in Deutschland 2018 und Bundestagswahlen bis 2017

Gemäß Sonntagsfrage käme die CDU/CSU auf 31 Prozent der Wählerstimmen, wenn am nächsten Sonntag (17. Juni 2018) Bundestagswahl wäre. Die SPD würde 18 Prozent der Stimmen erhalten, die AfD wäre mit 15 Prozent drittstärkste Kraft in Deutschland. 37 Prozent der in einer Umfrage befragten Personen waren Mitte Juni mit der Arbeit der Bundesregierung sehr zufrieden oder zumindest zufrieden. Nicht bzw. gar nicht zufrieden zeigten sich hingegen 63 Prozent der Befragten. Derzeit bestimmt der unionsinterne Asyl-Streit um Merkel und Seehofer die politischen Schlagzeilen. Fast die Hälfte der Befragten vermuteten in einer am 18. Juni durchgeführten Umfrage, dass es der CSU im Asyl-Streit gar nicht um die Sache, sondern in erster Linie um die Chance bei der bayerischen Landtagswahl im Oktober gehe. Den Kompromiss, nach dem Angela Merkel im Streit über die Zurückweisung von Migranten eine Frist bis Ende Juni für eine europäische Lösung erhält, befürworteten 82 Prozent der befragten Personen. Allerdings waren zwei Drittel der Meinung, dass die Autorität von Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel durch den aktuellen Streit mit Horst Seehofer nachhaltig gelitten hat.
Ein weiteres aktuelles Thema besteht in dem Handelsstreit mit den USA. Hier befürchteten ca. 40 Prozent der befragten Personen, dass die US-Strafzölle Deutschland wirtschaftlich schaden werden. Ebenso ca. 40 Prozent glaubten, dass es durch die Einführung der Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump zu einem weltweiten Handelskrieg kommen werde. Die Reaktion der EU, ebenfalls Zölle auf US-Produkte einzuführen, bewerteten 68 Prozent als richtig.

Am 24. September 2017 fand in Deutschland die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag statt. Die CDU/CSU erreichte nach dem amtlichen Wahlergebnis 32,9 Prozent der Zweitstimmen und wurde somit stärkste Partei. Die SPD erhielt 20,5 Prozent der Wählerstimmen und fuhr damit das schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland ein. Die AfD erreichte 12,6 Prozent der Stimmen und wird erstmals in den Bundestag einziehen. Die FDP erhielt 10,7 Prozent der Zweitstimmen und wird somit wieder in den Bundestag einziehen, nachdem die Partei bei der Wahl im Jahr 2013 erstmals an der 5-Prozent-Hürde scheiterte. Die Grünen erreichten 8,9 Prozent der Wählerstimmen, die Linke 9,2 Prozent.
Betrachtet man die Gewinne und Verluste der Parteien im Vergleich zur Wahl im Jahr 2013, so zeigt sich, dass die Union aus CDU und CSU mit 8,6 Prozentpunkten die größten Verluste hinnehmen musste. Auch die SPD hat mit 5,2 Prozentpunkten viele Stimmen verloren. Insbesondere die AfD mit 7,9 Prozentpunkten und die FDP mit 6 Prozentpunkten konnten im Vergleich zu 2013 deutlich zulegen. Die Linke und die Grünen konnten leichte Zugewinne erreichen.
Die AfD konnte im Vergleich zur Wahl 2013 insbesondere Personen aus dem Lager der Nichtwähler für sich gewinnen. Insgesamt gewann die AfD von allen zukünftig im Bundestag vertretenen Parteien Wählerstimmen hinzu, darunter fast 1 Million Wähler von der CDU/CSU. Die Union verlor mit ca. 1,36 Millionen Wählern die meisten Stimmen an die FDP. Die SPD verlor Wähler an alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien und konnte nur Personen aus der Gruppe der Nichtwähler für sich gewinnen.

Im Bundestag wird die CDU/CSU nach dem amtlichen Ergebnis 246 der insgesamt 709 Sitze einnehmen (siehe die vorläufige Sitzverteilung im neuen Bundestag). Die SPD kündigte nach der Wahl an, in der nächsten Legislaturperiode in die Opposition zu gehen und wird mit 153 Sitzen neuer Oppositionsführer im Bundestag werden.
Die Wahlbeteiligung erhöhte sich bei der Wahl 2017 im Vergleich zur vorherigen Wahl deutlich und lag bei 76,2 Prozent.

Im Statista-Dossier zur politischen Stimmung und zu den Bundestagswahlen in Deutschland sind die Ergebnisse aktueller Umfargen sowie die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 zusammengestellt. Zudem finden sich dort die Ergebnisse der Bundestagswahlen 2013 und 2009 sowie die Ergebnisse früherer Wahlen.


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Politische Stimmung in Deutschland 2018 und Bundestagswahlen bis 2017 - Wichtige Statistiken

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