Opfer von vorsätzlicher Tötung in der EU nach Geschlecht

Im Jahr 2017 registrierte Litauen insgesamt mit rund 4,53 Opfern vorsätzlicher Tötung je 100.000 Einwohnern die höchste Opferquote innerhalb der Europäischen Union (EU). Wie auch in fast allen anderen EU-Staaten und Beitrittskandidaten zur EU, fielen in Litauen Männer mit 5,64 Todesopfern überproportional häufiger vorsätzlichen Tötungen zum Opfer als Frauen, deren Opferquote im Jahr 2017 mit rund 3,58 Opfern je 100.000 Einwohner beziffert wurde.

Frauen in Frankreich und Österreich häufiger betroffen? - Nein

In Österreich, das insgesamt mit einer Rate von 0,66 vorsätzlichen Tötungsdelikten je 100.000 Einwohnern (2016) eine der niedrigen Tötungsraten der EU aufweist, waren Frauen im Berichtsjahr mit 0,72 Fällen etwas häufiger als Männer mit 0,59 Fällen, von vorsätzlichen Tötungsdelikten betroffen. Einschränkend ist jedoch anzumerken, dass gerade bei einer insgesamt niedrigen absoluten Fallzahl wie bei Österreich, schon wenige Fälle zu statistischen Ausreißern führen. In Betrachtung der vergangenen acht Berichtsjahre sind Frauen in Österreich keineswegs durchgängig häufiger Opfer von Tötungsdelikten gewesen. Dies trifft auch auf Frankreich zu, dass im Berichtsjahr 2017 insgesamt eine Opferquote von 1,41 Fällen je 100.000 Einwohnern registrierte, wobei Frauen mit 1,74 Fällen deutlich häufiger repräsentiert waren als Männer mit 0,97 Fällen. Auch für Frankreich gilt das Jahr 2017 eher als Ausnahme, wenngleich nur für die Jahre 2015 und 2016 Daten mit Aufschlüsselung nach Geschlecht vorliegen. Hinzu kommt für Frankreich der Umstand, dass es häufiges Ziel terroristischer Angriffe mit hohen Opferzahlen ist. Tötungsdelikte mit terroristischen Hintergrund fließen explizit in die Statistik ein.

Einschränkungen

Die vorliegende Statistik zeigt die Anzahl der Opfer von vorsätzlicher Tötung je hunderttausend Einwohner in Mitgliedsstaaten und Beitrittskandidaten der Europäischen Union (EU), aufgeschlüsselt nach Geschlecht im Jahr 2017.
Es handelt sich bei den Daten nur um Straftaten, die von der Polizei registriert wurden, die Dunkelziffer kann gegebenenfalls höher sein. Der Ländervergleich ist daher nur mit Einschränkungen möglich. Eine hohe Opferzahl kann je nach Straftat auch auf eine höhere Anzeigebereitschaft von Zeugen/Opfern oder besser funktionierende/engagiertere Strafverfolgungsbehörden im jeweiligen Land hindeuten. Hinzu kommen Unterschiede in den nationalen Gesetzgebungen und der Zählweise, die auch durch die Harmonisierung der Daten von Eurostat und UNODC nicht vollständig beseitigt werden können.

Europäische Union: Opferquote von vorsätzlichen Tötungsdelikten in den EU-Mitgliedsstaaten¹ ⁴ im Jahr 2017, aufgeschlüsselt nach Geschlecht

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Quelle

Eurostat

Veröffentlichungsdatum

Februar 2020

Region

EU

Erhebungszeitraum

2017

Hinweise und Anmerkungen

Die Zahlen basieren auf der harmonisierten Datenerfassung von Eurostat und UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime)

¹ Für einige Mitgliedsstaaten sind keine Daten oder nur teilweise Daten verfügbar.

² Laut Quelle kann Großbritannien nicht als Einheit dargestellt werden, da England & Wales, Nordirland und Schottland unterschiedliche Zuständigkeitsbereiche für das Strafrecht darstellen.

³ Wert von 2016; neuere Daten nicht verfügbar.

⁴ Wenn möglich einschließlich folgender Beitrittskandidaten oder potenziellen Beitrittskandidaten der Europäischen Union (EU) :

Albanien (Beitrittskandidat)
Nordmazedonien (Beitrittskandidat)
Montenegro (Beitrittskandidat)
Serbien (Beitrittskandidat)
Türkei (Beitrittskandidat)
Bosnien und Herzegowina (potenzieller Beitrittskandidat)
Kosovo (potenzieller Beitrittskandidat)

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