Statistiken zur Frauenquote

Eine Frauenquote ist eine Regelung, die zum Ziel hat, dass Gremien oder Stellen zu einem festgelegten Prozentsatz mit Frauen besetzt werden. Ziel der Frauenquote ist die Gleichstellung von Frauen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Am 1. Mai 2015 ist das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst in Kraft getreten. Ziel des Gesetzes ist es, den Anteil von Frauen an Führungspositionen signifikant zu verbessern und letztlich eine Geschlechterparität herzustellen. So gilt seit dem 1. Januar 2016 die feste Geschlechterquote von 30 Prozent für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten in börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen. Weitere rund 3.500 Unternehmen sind auf Grundlage des Gesetzes dazu verpflichtet, sich eigene Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten, Vorständen und obersten Management-Ebenen zu setzen. In Aufsichtsgremien von Einrichtungen des öffentlichen Dienstes, in denen dem Bund drei Sitze oder mehr zustehen, gilt ab 2016 ebenfalls eine Geschlechterquote. Bei Neubesetzungen dieser Sitze in den Gremien muss die Quote von 30 Prozent eingehalten werden.

Im Jahr 2006 lag der Anteil der Frauen in den Vorständen der 200 größten deutschen Unternehmen bei gerade mal 1,2 Prozent. Bis zum Jahr 2017 stieg dieser Anteil auf 8,1 Prozent. Der Frauenanteil in Führungspositionen lag im Juni 2016 in Deutschland bei rund 22,5 Prozent. Dabei gibt es teilweise große Unterschiede bezüglich des Frauenanteils in Führungspositionen in den verschiedenen Branchen. Ebenso verhält es sich, wenn man den Frauenanteil an allen Beschäftigten in verschiedenen Berufsgruppen betrachtet. Bei den Auszubildenden lag der Anteil der Frauen im Jahr 2016 bei ca. 37,8 Prozent.

Der Frauenanteil in den Vorständen der DAX-30-Unternehmen stieg bis zum Jahr 2017 auf 13 Prozent. In den Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen lag die Quote im gleichen Jahr bei 33,3 Prozent. In den Unternehmen des MDAX, SDAX und TecDAX waren die Quoten im Jahr 2017 durchweg geringer. Im Jahr 2016 erreichten lediglich 60 Prozent der DAX-30-Unternehmen die Frauenquote im Aufsichtsrat von mindestens 30 Prozent.

Die Frauenanteile an Hochschulen in Deutschland unterscheiden sich nach Stand in der akademischer Laufbahn. So waren im Jahr 2016 über 50 Prozent der Studienanfänger Frauen, bei den Promotionen lag der Frauenanteil bei 45,2 Prozent, bei den hauptberuflichen Professoren bei 23,4 Prozent. In deutschen Parteien gibt es überwiegend schon länger Frauenquoten. So werden etwa bei Grünen und Linken 50 Prozent aller Ämter weiblich besetzt. Der Anteil der Frauen an den Parteimitgliedern lag allerdings bei allen Parteien deutlich unter dieser Marke. Der Frauenanteil im Bundestag belief sich im Juli 2017 auf rund 37 Prozent der Abgeordneten.


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