Die historische Niederlage der CDU in Sachsen-Anhalt stürzt die Partei in eine tiefe Krise – vor allem auf Bundesebene. Umfrageergebnisse vom Wahltag zeigen deutlich, dass die Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz und seiner Bundesregierung ein entscheidender Grund für das schwache Abschneiden der CDU war. Laut Infratest dimap gaben nur 9 Prozent der Wählenden an, zufrieden mit der Arbeit von Merz zu sein, 20 Prozent der Befragten trauen der aktuellen Bundesregierung demnach zu, das Land in den nächsten Jahren voranzubringen. Wie unsere Grafik zeigt, ließen die Wähler:innen kaum ein gutes Haar an der Arbeit der CDU im Bund. Zustimmung erhielt der noch amtierende Ministerpräsident Sven Schulze ausgerechnet dafür, sich zuletzt offen gegen die Politik der Bundesregierung gestellt zu haben.
59 Prozent aller Wähler:innen, 67 Prozent der abgewanderten CDU-Wähler:innen und 89 Prozent der AfD-Wähler:innen sagten, die Bundesregierung habe bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt einen Denkzettel verdient. Und so deutlich fiel dieser Denkzettel auch aus: Mit 17,2 Prozent der Stimmen erzielte die CDU ihr mit Abstand schwächstes Ergebnis in Sachsen-Anhalt. Die SPD kam auf 9,3 Prozent, profitierte dabei aber wohl auch von strategischen Wählern, die SPD und Grüne über der Fünf-Prozent-Hürde halten und somit eine absolute Mehrheit der AfD verhindern wollten.
Für Friedrich Merz ist das Ergebnis auch eine persönliche Niederlage. Einst angetreten, um die AfD zu halbieren, habe er nun die CDU halbiert, so der Spott am Tag nach der Wahl. Der Kanzler steht zunehmend unter Druck und sah sich noch am Wahlabend ersten Rücktrittsforderungen aus der zweiten Reihe der eigenen Partei ausgesetzt. CDU-Spitzenpolitiker stärkten Merz indes den Rücken. Es brauche jetzt eine gewissen Stabilität, so Kanzleramtsministerin Nina Warken im ARD Morgenmagazin.





















